25. März 2020, 18:09

Einkaufen in der Region lohnt sich auch jetzt

Bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel sind nur wenige Menschen auf den Straßen unterwegs. Bild: Matthias Stark
Der Einzelhandel ist in der Krise. Ohne Laufkundschaft fehlt vielen Händlern ein großer Teil ihres Umsatzes. Doch viele Händler gehen nun neue Wege. Wie regionales Shopping - trotz Krisen-Lage - möglich ist

Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, ideales Frühlingswetter. Eine Kombination, die dem Einzelhandel gefallen würde. Die neue Ware der Saison liegt in den Geschäften und wartet auf die Käufer. Aber die kommen in diesen Tagen nicht in die Läden. Die Corona-Krise hat den Handel lahmgelegt und wird auch noch lange Zeit danach spürbar sein. Für den Einzelhandel ist das die Chance, neue Ideen umzusetzen und die Kunden mit einem besonderen Service zu locken. So kommt es, dass einige Einzelhändler nun neue Konzepte entwickelt haben.

Shopping via Instagram

Vanessa Stumpf steht in ihrem Modehaus „Lettenbauer“ und trägt gerade einen Schwung Bekleidung ins Untergeschoss. Das wurde in den letzten Tagen zum Fotostudio umfunktioniert. Hier entstehen Facebook-Posts und Instagram-Storys. "Unser Geschäft wurde vom einen auf den anderen Tag stillgelegt", so Stumpf im Gespräch mit unserer Redaktion. Den Kopf in den Sand stecken will sie jedoch nicht. "Wir sind seit langem auf Social Media präsent und haben unseren Verkauf nun dorthin ausgelagert. Ich stelle Outfits zusammen und veröffentliche diese. Erfreulicherweise stoßen wir bei unseren Kunden dabei auf eine große Resonanz und sie greifen zu." Auch an diesem Morgen hat die Unternehmerin bereits wieder einige Pakete gepackt, die von der Post abgeholt werden. "Es sind nicht nur Stammkunden, sondern auch Neukunden, die wir so gewinnen. Wir haben durch die Krise nun die Chance, neue Ideen zu probieren. Jede Krise kann auch eine Chance sein", so Vanessa Stumpf. "Die Rücksendequote ist mit 50 Prozent auch in Ordnung. Wir sind sehr zufrieden", erklärt Stumpf abschließend.

Kinderschuhe werden geliefert

So hat es auch Marko Stark vom Schuhhaus Stark gemacht. Seit Tagen postet er Schuhe und Mode auf allen Kanälen. "Und wir bekommen tolle Rückmeldungen. Wir verschicken jeden Tag einen Stapel Pakete, Schuhe im Stadtgebiet fahre ich persönlich aus", berichtet Stark. Er ist selbst sogar überrascht, wie hoch die Nachfrage ist. "Intern haben wir nun einen Ablauf geschaffen, um die Anfragen zu bearbeiten. Die können mitunter auch anspruchsvoll sein", so Stark weiter. Gerade bei Kinderschuhen ist es oft dringend. "Wenn bei Kindern die Schuhe nicht mehr passen, hat das keine drei Wochen Zeit. Dann braucht man sofort Schuhe. Ähnlich ist es auch bei Kleinkindern, die beginnen zu laufen. Hier erklären wir unseren Kunden, wie sie die richtige Schuhgröße finden. Und häufig ist dann eine Auswahl bereits am nächsten Tag im Briefkasten", erklärt Stark abschließend. 

Geschenkgutscheine gehen besonders gut

Auch bei Anja´s Lust auf Mode in Wemding setzt man auf die digitale Beratung. "Wir fahren sehr gut damit, verschiedene Outfits zusammen zu stellen, die unsere Kunden dann bei uns bestellen können. Natürlich auch nochmal individualisiert", erzählt Inhaberin Anja Fischer-Mayer. Besonders erfolgreich sind außerdem Geburtstagsgeschenke, egal ob Gutscheine oder Handtaschen. "Hier profitieren wir von unserem Ruf, Geschenke besonders liebevoll einzupacken. Die Kunden wissen, dass ein Gutschein oder ein Kleidungsstück nicht einfach nur eingepackt ankommt, sondern immer das gewisse Etwas hat". Zudem erzählt Fischer-Mayer, dass die Näherei mittlerweile auch erste Anfragen für Mundschutze vorliegen hat. "Wir freuen uns, wenn wir hier auch etwas im Kampf gegen Corona tun können".

Alle drei Unternehmerinnen und Unternehmer sind sich aber einig, dass die Schließung der Betriebe richtig und notwendig war, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Auch in vielen anderen Betrieben wie beispielsweise in Autowerkstätten läuft der Betrieb weiter. Der Verkauf von Fahrzeugen ist untersagt, die Werkstätten sind davon jedoch ausgenommen, um die Mobilität zu erhalten.