3. Dezember 2019, 09:28

Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel in Nordschwaben

Vertreter aus Wirtschaft, Politik und der nordschwäbischen Gymnasien trafen sich auf Einladung der IHK zum Austausch bei der Firma Nosta in Höchstädt Bild: IHk
Auf Initiative der IHK Schwaben diskutierten Vertreter der Gymnasien, der Wirtschaft und der Politik, wie man Abiturienten bei der richtigen Berufswahl unterstützen kann.

Schulpartnerschaften, P-Seminare oder Betriebsbesuche – die Gymnasien in Nordschwaben tun bereits viel, um ihre Schüler davon zu überzeugen, dass ein Studium nicht der einzige Weg zu einer steilen Karriere ist. Aber an mancher Stellte könnte noch mehr passieren, sagen viele Unternehmen. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und der Gymnasien diskutierten am 27. November 2019 auf Initiative der IHK Schwaben, wie man die Berufsorientierung an Gymnasien weiter verbessern könnte. Mit dabei bei diesem „Runden Tisch“ im Hause der Nosta GmbH in Höchstädt waren unter anderem die Landräte Leo Schrell und Stefan Rößle, die Schulleiter bzw. Vertreter aller 9 Gymnasien in Nordschwaben, die Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlungen Dillingen und Donau-Ries, Gregor Ludley und Andreas Dirr, sowie IHK-Vizepräsident Wolfgang Winter.

Wirtschaft will Gymnasien bei Berufsorientierung unterstützen
Seit 2014 führt die IHK regelmäßig Round-Table-Gespräche mit Vertretern verschiedener Schularten in allen Regionen Schwabens durch. Zentrales Thema dabei: Wie kann man dem Fachkräfteproblem gemeinsam begegnen? „Gerade für Gymnasiasten ist der Weg über eine Ausbildung und ein anschließendes, berufsbegleitendes Studium eine erfolgsversprechende Möglichkeit“, sagt der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Dillingen, Gregor Ludley. Dass diese Optionen noch mehr ins Bewusstsein der jungen Leute rücken, daran wollen Wirtschaft, Politik und Schulen künftig stärker arbeiten. In den vergangenen Jahren sei mit der Einführung sogenannter Koordinatoren für die Berufliche Bildung und der Etablierung von Schulpartnerschaften an den Gymnasien bereits einiges passiert, lobten die IHK-Vertreter. „Wir als Wirtschaft wollen diesen eingeschlagenen Weg unterstützen und ihm weitere Dynamik verleihen“, sagt der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Donau-Ries, Andreas Dirr.

Immer mehr Abiturienten unter den Azubis
Allein in diesem Jahr wurden in Bayerisch-Schwaben mehr als 9.300 neue Ausbildungsverhältnisse in IHK-Berufen geschlossen, davon mehr als 1.000 in Nordschwaben. „Die duale Ausbildung bleibt damit ein Erfolgsmodell“, so IHK-Vizepräsident Wolfgang Winter. Der Anteil der Abiturienten an den Auszubildenden ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen – von zehn Prozent im Jahr 2009 auf inzwischen 18 Prozent. Nach wie vor haben aber fast drei Viertel aller neuen Auszubildenden zuvor die Mittel- oder Realschule besucht. „Es wäre unter den Abiturienten also noch Luft nach oben“, fügt Winter an. Aber wie kann man die Gymnasiasten noch besser über die Möglichkeiten einer beruflichen Ausbildung informieren?

Von Schulpartnerschaften bis Lehrer-Praktika
In dem Austausch wurde deutlich, das Schulpartnerschaften mit Unternehmen, wie sie beispielsweise das Johann-Michael-Sailer Gymnasium in Dillingen oder die FOS Donauwörth bereits geschlossen hat, in Sachen Berufsorientierung intensiviert werden sollten. Daneben sollte die Zusammenarbeit zwischen den Koordinatoren für berufliche Bildung an jedem Gymnasium und der regionalen Wirtschaft weiter intensiviert werden.
Auch die IHK-Ausbildungsscouts – das sind Azubis, die Schulklassen besuchen und dort ihre Berufe vorstellen – können den Gymnasiasten wertvolle Einblicke aus der Praxis liefern. Genauso wie betriebliche Praktika und P-Seminare, bei denen wirtschaftsnahe Themen stärker in den Fokus gerückt werden. Zielgruppe sollten aber nicht nur die Schüler sein, auch die Eltern spielen bei der Berufsorientierung eine zentrale Rolle.

Die politischen Vertreter lobten das Engagement auf beiden Seiten: „Es ist wichtig, dass wir an einem Strang ziehen, um dem Fachkräftemangel, unter dem viele Firmen in unserem Landkreis leiden, zu begegnen“ betonte Landrat Leo Schrell. Sein Landrats-Kollege Stefan Rößle pflichtete ihm bei: „In dem direkten Dialog zwischen Schulen, Unternehmen, der Politik und der IHK sehe ich viele wertvolle Impulse.“

Weitere Informationen zur Beruflichen Bildung und den Angeboten der IHK finden Sie unter www.schwaben.ihk.de/produktmarken/berufliche-bildung oder auf dem Azubi-Portal der IHK Schwaben unter www.lehre-macht-karriere.de. (pm)