Arbeitslosigkeit

Robuster Arbeitsmarkt - trotz Krisen

Bild: DRA
Silke Königsberger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth, zieht eine differenzierte Bilanz zur Entwicklung des Arbeitsmarktes mit den Landkreisen Dillingen, Donau-Ries, Günzburg und Neu-Ulm.

„Erfreulich ist, dass wir unseren Platz 1 mit der bundesweit niedrigsten Arbeitslosenquote für den Gesamtagenturbezirk das zweite Jahr in Folge über den gesamten Jahresverlauf hinweg halten konnten. Der Arbeitsmarkt ist glücklicherweise recht robust. 

Allerdings sind auch in unserer Region die Auswirkungen der allgemeinen Konjunkturschwäche und die stattfindenden Transformationsprozesse deutlich spürbar. Ebenso lasten die weltpolitischen Krisen auf der wirtschaftlichen Lage. Die notwendigen Impulse für einen deutlichen Aufschwung blieben leider auch im Jahr 2025 aus.“

Im Jahresdurchschnitt waren im Landkreis Donau-Ries 1.990 Menschen ohne Arbeit, das sind 10 oder 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Männern verzeichnen wir ein Plus von 38 Personen oder 3,5 Prozent, bei den Frauen sank die Arbeitslosigkeit dagegen um 48 Personen oder 5,2 Prozent. 

Die Anzahl der Arbeitslosen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sank sogar um 67 Personen oder 8,7 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für das Jahr 2025 beträgt 2,4 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 2,5 Prozent.

Die Stellenmeldungen der Arbeitgeber waren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Auch hier zeigen sich die konjunktur- und krisenbedingten Schwierigkeiten. Die Betriebe waren zurückhaltender mit Neueinstellungen. Dennoch werden weiterhin Arbeits- und Fachkräfte dringend gesucht. Leider passen oftmals Angebote und Nachfrage nicht zusammen. 

Rund 80 Prozent der Arbeitsangebote sind für Fachkräfte oder eine höhere Qualifikation. Dieser Fachkräftebedarf ist aber aus dem Potential der arbeitslos gemeldeten Menschen nicht zu decken. Rund 54 Prozent aller Arbeitslosen weist keine derartige Qualifikation auf.

„Aufgrund der demographischen Entwicklung und steigender Qualifikationsanforderungen infolge des Strukturwandels besteht weiterhin die Herausforderung, Unternehmen bei der Sicherung ihres Fachkräftebedarfs zu unterstützen. Lebenslanges Lernen und die Anpassung der beruflichen Kenntnisse gewinnen immer mehr an Bedeutung. 

Falls im kommenden Jahr der erwartete Ein-stieg in die wirtschaftliche Erholung eintreten sollte, wollen wir mit schnell wirkender aktiver Arbeitsmarktförderung die üblichen Verzögerungseffekte zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und Wirkung am Arbeitsmarkt verkürzen“ blickt Königsberger auf die künftige Entwicklung.

Arbeitslosigkeit steigt in der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung

Im Bereich der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) stieg die Zahl der Arbeitslosen um 9,8 Prozent (plus 97) auf 1.086 Personen im Jahresdurchschnitt. 

Beim Jobcenter Donau-Ries waren 904 Menschen arbeitslos gemeldet, das entspricht 45,4 Prozent aller Arbeitslosen. Hier sank die Arbeitslosigkeit um 107 Personen (minus 10,6 Prozent).

Deutlich mehr Ausgaben beim Arbeitslosengeld, weniger beim konjunkturellen Kurzarbei-tergeld

Die Agentur für Arbeit Donauwörth zahlte im gesamten Agenturbezirk im Jahr 2025 insgesamt 127,6 Millionen Euro an beitragsfinanziertem Arbeitslosengeld I inklusive Sozialversicherungsbei-trägen aus. Das sind 19,9 Prozent mehr als in Jahr 2024, in dem die Ausgaben bei 106,5 Millionen Euro lagen. 

Das Kurzarbeitergeld war auch im Jahr 2025 ein wichtiger Faktor zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Beschäftigung. Die Ausgaben für konjunkturelles Kurzarbeitergeld betrugen hierfür 5,7 Millionen Euro. Das sind 19,7 Prozent weniger als im Jahr 2024, damals waren es 7,2 Millionen Euro. Die Ausgaben für Saison-Kurzarbeitergeld beliefen sich auf ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr. 

Ausgezahlt wurden im Jahr 2025 insgesamt 3,6 Millionen; 1,16 Prozent weniger als im Jahr 2024.

Viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, sondern es gibt ständig Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Im Verlauf des Jahres meldeten sich 8.024 Menschen arbeitslos, davon kamen 3.271 aus einer Be-schäftigung und 2.108 aus einer Aus- oder Weiterbildung. Im Gegenzug konnten sich 7.973 Per-sonen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, davon nahmen 2.589 eine Erwerbstätigkeit auf und 2.089 begannen eine Aus- oder Weiterbildung.

Arbeitskräftenachfrage rückläufig

Die Stellenmeldungen der Betriebe sind im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Im gesamten Jahres-verlauf wurden 3.075 Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet, 91 oder 2,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Stellenpool der Arbeitsagentur waren im Jahr 2025 durchschnittlich 1.573 offene Stellen gemeldet. Das sind 144 oder 8,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Anstieg bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (SvB)

Ende Juni 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 65.677. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 228 oder 0,3 Prozent. 

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 198 oder 4,1 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (minus 279 oder 14,1 Prozent). Strukturwandel und demografische Entwicklung werden hier deutlich sichtbar. 

Bei den männlichen Beschäftigten verzeichnen wir ein Minus von 120 oder 0,3 Prozent; bei den weiblichen Beschäftigten ein Plus von 348 oder 1,3 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg um 240 oder 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Beschäftigtenzahl der deutschen Staatangehörigen um 12 Personen sank.

Der Arbeitsmarkt im Dezember 2025

Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Donau-Ries gestiegen. Aktuell sind 2.027 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 129 Personen oder 6,8 Prozent mehr als im November. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent.
„Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 50 Personen oder 2,5 Prozent ge-stiegen. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 2,4 Prozent“, so Königsberger. 

Der Bestand an offenen Arbeitsstellen liegt derzeit bei 1.613. Im Dezember wurden dem Arbeitgeber-Service 281 neue Stellen gemeldet. Personal wird insbesondere in diesen Berufsbereichen gesucht: Lagerwirtschaft, Verkauf, Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik, Maschinen- und Anlagenführer, Metallbearbeitung, Berufskraftfahrer Güterverkehr/LKW), Maschinenbau, Steuerberatung, Post- und Zustelldienste, Kranführer/Bediener Hebeeinrichtungen. (dra)