Energie

Windpark Brand: Ein Millionenprojekt gewährt einen Blick hinter die Kulissen

Aktuell werden fünf neue Windkrafträder errichtet. Bild: Manuel Habermeier
Bei Münster wird aktuell an einem Millionenprojekt gearbeitet. Nach der Fertigstellung sollen auch die Bürger der umliegenden Gemeinden davon profitieren. Nun wurde Interessierten eine Baustellenführung angeboten.

Am Freitag versammelten sich über 60 Personen südlich von Münster in einem Waldstück. Dort zwischen den Gemeinden Münster im Landkreis Donau-Ries sowie Holzheim (Landkreis Dillingen) Tierhaupten (Landkreis Augsburg) und Baar/Schwaben (Landkreis Aichach-Friedberg) baut das Unternehmen Uhl Windkraft aktuell den Windpark Brand. Rund 55 Millionen Euro sollen laut Projektleiter Maximilian Weiß in das Projekt fließen.

Fünf neue Windräder sind geplant, insgesamt stehen dort dann sieben Windräder zur Stromerzeugung. Bei den bereits bestehenden Windrädern handelt es sich um Nordex 117 mit einer Nennleistung von 3,0 Megawatt (MW) und einer Nabenhöhe von rund 140 m. Die neuen Windräder sind vom Typ Vestas V 172 und kommen auf eine Nennleistung von 7,2 MW bei einer Nabenhöhe von 175 m. Zusätzlich zu der Anlage zur Stromerzeugung wird in Holzheim ein Umspannwerk gebaut. Der Strom der Windräder kommt dort mit 30 Kilovolt (KV) Mittelspannung an und wird dann im Umspannwerk mit 110 KV eingespeist.

V.l.n.r.: Jürgen Raab (Bürgermeister Münster), Maximilian Weiß (Projektleiter Uhl Windkraft), Alfred Seitz (BEG) Bild: Manuel Habermeier

Die abschließende Errichtung der Anlagen ist für das Frühjahr 2026 geplant. Projektleiter Weiß stellte den Anwesenden bereits in Aussicht, dass in sieben Monaten auch eine Innenbesichtigung der Anlage möglich sein könnte.

Modernes Fundament für die nötige Standhaftigkeit

Zwei Windräder stehen bereits, nun werden fünf modernere Windkrafträder hinzugefügt. Bild: Manuel Habermeier

Aktuell steht an der Anlage 2, wo die Veranstaltung stattfand, ein 103 Meter hoher Turm. Auf diesen werden noch drei 25 Meter hohe Stahlröhren gesetzt. Dann kommen weitere Installationen wie das Maschinenhaus und die Rotorblätter hinzu. Allein das Getriebe hat dabei ein Gewicht von 115 t. Der Turm selbst besteht aus jeweils drei Meter hohen Halbschalen. Für die Standfestigkeit sorgt ein Fundament, das rund drei Meter tief im Boden versenkt ist. Der Durchmesser des Fundaments beträgt 25,5 Meter.

Die grundsätzliche Lebensdauer der Anlage ist auf 25 Jahre ausgelegt. Danach erfolgt eine Prüfung auf Sicherheit und Rentabilität. Fällt die Prüfung positiv aus, kann die Anlage auch länger betrieben werden. Entschließt man sich für die Schließung der Anlage, wird diese zurückgebaut und rekultiviert. Auch beim Bau selbst wurde bereits darauf geachtet, die Natur so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Dafür wurde das Projekt schon im Vorfeld naturschutzfachlich begleitet.

Bürgerbeteiligung durch die Bürger-Energie-Genossenschaft

Ist der Windpark Brand fertiggestellt und am Netz, sollen auch die Bürger davon profitieren. Deshalb will die Bürger-Energie-Genossenschaft eG ein Windrad übernehmen. Wie Alfred Seitz von der BEG erklärte, befindet man sich dafür bereits in Gesprächen mit Uhl Windkraft. Noch ist man in den Verhandlungen, aber Seitz zeigte sich optimistisch, die Übernahme bis zum Winter erfolgreich abwickeln zu können.

Die Genossenschaft plant dabei, 25 – 50 Prozent zu übernehmen. Einzelpersonen können sich mit einem Nachrangdarlehen ab 3.000 Euro zur Finanzierung des Kommanditist-Kapitals der BEG an dem Projekt beteiligen. Ab 25.000 Euro wäre man als Kommanditist an der Bürgerwind Münster-Holzheim GmbH & CO, KG beteiligt. Bevorzugt werden Bürger aus den umliegenden Gemeinden.

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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