12. März 2019, 16:27

Bildungs- und Beratungspass hilft beim Start ins Berufsleben

Im Bildungs- und Beratungspass können Kursbesuche oder Beratungsempfehlungen dokumentiert werden. Bild: Mara Kutzner
Speziell für Migranten hat das Landratsamt einen Bildungs- und Beratungspass entwickelt. Neuzugewanderte können in dem Dokument ihre Teilnahme an Sprachkursen, Beratungsangeboten oder Praktika eintragen lassen.

In den letzten sechs Jahren hat sich der Anteil der ausländischen Bevölkerung im Kreis von 6.000 auf 12.000 verdoppelt. Mehr als 50 Prozent davon sind Bürger aus EU-Ländern wie Polen, Rumänien oder Ungarn. "EU-Ausländer sind gefragte Mitarbeiter. Viele Branchen sind von ihnen abhängig", sagt Landrat Stefan Rößle. Besonders an diese Bürgergruppe richtet sich der neue Bildungs- und Beratungspass, den der Landkreis Donau-Ries nun herausgibt. Neben persönlichen Daten und einem Foto können Neuzugewanderte darin ihre Teilnahme an Deutschkursen, Weiterbildungen, Praktika und Beratungsempfehlungen eintragen lassen. Auf insgesamt 30 Seiten bietet das Büchlein Raum zur Dokumentation der individuellen sprachlichen und beruflichen Integrationsschritte. In einer dazugehörigen Mappe können Zertifikate, Teilnahmebestätigungen und Zeugnisse gesammelt werden. 

Freiwilliges und kostenloses Dokument

Entwickelt wurde der Bildungs- und Beratungspass nach Landsberger Vorbild. In Schwaben sei das Projekt einmalig, betonte Stefan Rößle bei einer Pressevorstellung. Der Pass ist ab sofort bei den Flüchtlings- Integrations- und Migrationsberatungsstellen des Landkreises, bei Sprachkursen, in der Ausländerbehörde sowie bei sämtlichen Einwohnermeldeämtern im Landkreis Donau-Ries kostenlos erhältlich. 

Im Vorfeld wurden allen Unternehmen im Kreis Pässe zugeschickt, um über das Dokument zu informieren. Arbeitgeber, Lehrer, Mitarbeiter von Behörden oder ehrenamtliche Helfer könnten mit Hilfe des Bildungs- und Beratungspass auf einen Blick erkennen, wo noch Handlungsbedarf besteht oder welche Maßnahmen bereits stattgefunden haben, erklärt Bildungskoordinatorin Dr. Gabriele Theiler und fügt an: "Der Bildungs- und Beratungspass führt zu Beschäftigung oder Ausbildung. Das ist das Ziel."

Auch Ulrike Zitzelsberger, Migrationsbeauftragte im Landratsamt sieht Vorteile. Ehrenamtliche Helfer seien oft frustriert, weil sich mehrere Helfer parallel um gleiche Probleme kümmern. Im Bildungs- und Beratungspass könne nun vermerkt werden, welche Beratungsangebote bereits wahrgenommen wurden. Entstanden ist der Pass in enger Abstimmung zwischen Landratsamt und den relevanten Akteuren.