Am Sonntag feierte die Kindertagesstätte St. Josef in Nördlingen ihre Segnung. Die Kita in Trägerschaft der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Nördlingen bietet nun Platz für 111 Kinder in sechs Betreuungsgruppen, einschließlich 36 Krippenplätze. Aktuell sind 43 Plätze belegt, zwölf davon sind Krippenplätze.
Dass die Kita St. Josef auch über die reine Kinderbetreuung hinaus wirken kann, darauf wies der Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier hin, der den Segnungsgottesdienst abhielt. „Die Kita ist ein sehr guter Ort für Integration und gelebtes Miteinander“, erinnerte er in seiner Predigt. Dazu sei eine Kindertagesstätte „die Erfüllung des Gebots von Christen- und Nächstenliebe“.
Auch Nördlingens Oberbürgermeister David Wittner sieht die Eröffnung der Kita St. Josef als freudigen Tag für die Kirchengemeinde sowie für Familien und ganz Nördlingen. „Hier werden Werte vermittelt wie Nächstenliebe, Respekt, Vertrauen und dass jeder Mensch wertvoll ist.“
Erstmals ausreichend Betreuungsplätze in Nördlingen
Zudem konnte er mit der Eröffnung der Kita St. Josef eine gute Nachricht für Familien in Nördlingen überbringen: „Heuer kann die Stadt Nördlingen erstmals ausreichend Betreuungsplätze anbieten.“ Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte David Wittner, dass in den vergangenen Jahren in diesem Bereich viel passiert sei. Im Eger-Viertel sei eine neue Kita entstanden, ebenso gebe es in Kleinerdlingen eine neue Einrichtung. Dazu wurden St. Josef und St. Michael vergrößert.
„Nach aktuellem Wissen und unter Berücksichtigung der Bevölkerungsprognose sollten wir gut aufgestellt sein und genügend Plätze in der Zukunft anbieten können“, versicherte Wittner. Zudem seien noch weitere Projekte in der Hinterhand. „In Baldingen und Löpsingen ist ein Ausbau geplant, in Dürrenzimmern eine Sanierung. Die Projekte haben wir aktuell gestoppt, können wir aber bei Bedarf schnell umsetzen.“
22 Monate Bauzeit und Kosten von sechs Millionen Euro
Am Bau der Kita St. Josef beteiligte sich die Stadt mit knapp drei Millionen Euro. Von den Gesamtkosten von sechs Millionen Euro übernahm zudem die Kirchenstiftung mit zehn Prozent und der Freistaat Bayern mit 40 Prozent den Rest. Enthalten sind in den Kosten der Bau, die Baunebenkosten, Möbel und Außenanlagen, die noch fertiggestellt werden müssen. Laut Architektin Susanne Moser-Knoll vom Architekturbüro Moser-Guckert wurde die Kostenplanung bei diesem Projekt eingehalten.
Damit haben 22 Monate Bauzeit nun ein Ende gefunden. Die Planungen zu diesem Projekt startete bereits 2019 mit einer Machbarkeitsstudie, der Spatenstich fand im November 2022 statt. Ziel war es, helle und funktionale Räume mit viel Tageslicht zu realisieren. Im Erdgeschoss befinden sich unter anderem drei Krippenräume und ein Speiseraum, im Obergeschoss sind die Kita-Gruppen samt zugehöriger Räume sowie eine Dachterrasse angesiedelt.
Die Kita St. Josef ist das erste Projekt, das im Wemdinger Viertel abgeschlossen werden konnte. Das Forum St. Josef befindet sich noch im Ausbau, ein Hospiz und eine ambulante Pflegeeinrichtung sind in Planung.