Bezirksmusikfest Maihingen

Den Landkreis wieder zum Klingen bringen 

Die Mitglieder des Musikvereins Maihingen. Bild: Alex Berta / Herzblut Studio
Der Musikverein Maihingen 1871 e.V. hat viel Erfahrung mit Feiern und Festen – gut so, denn diese Expertise wird gebraucht, wenn vom 20. bis 23. Mai in Maihingen der Musikverein das 150-jährige Gründungsjubiläum feiert und gleichzeitig das 31. Bezirksmusikfest des Bezirks 16 des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes ausrichtet. 

Wer in Mathematik aufgepasst hat, könnte jetzt anmerken, dass ein 1871 gegründeter Musikverein dieses Jahr schon 151 Jahre alt wird. Man könnte meinen, die Verschiebung liege an Corona, aber das ist hier nicht der Fall: In Maihingen wurden nämlich die Feuerwehr und der Musikverein im gleichen Jahr gegründet, somit fallen auch die Jubiläen zusammen. Da eine Gemeinde dieser Größe aber keine zwei großen Feste im Jahr stemmen kann, feiern die beiden Vereine immer abwechselnd jeweils ein Jahr später. Somit liegt der Musikverein also völlig im Plan und kann nun, 151 Jahre nach der Gründung, sein 150-jähriges Jubiläum feiern.

Viele Feste und eine junge Vorstandschaft 

Über 400 Mitglieder zählt der Musikverein Maihingen, circa 60 davon sind Kinder und Jugendliche in Ausbildung. Neben der Stammkapelle gibt es auch eine Jugendkapelle und ein Vorstufenorchester – eine bemerkenswerte Jugendarbeit, die Früchte trägt. Der 1. Vorstand Florian Kotz ist seit drei Jahren im Amt und wurde erst vor Kurzem wiedergewählt, im Alter von nur 22 Jahren. Zur Seite steht ihm eine junge Vorstandschaft, welche die lange Blasmusik-Tradition in Maihingen aufrechterhält. Was macht den Verein aus? Zum einen eine enge Verbundenheit zur Kirche, was sich in zahlreichen Auftritten bei kirchlichen Veranstaltungen zeigt. „Es ist uns eine Ehre, dass wir das machen dürfen“, sagt Florian Kotz. Diese Verbindung geht zurück auf den in Maihingen geborenen Erzbischof Josef Stimpfle, für den die Kapelle schon bei dessen Primizfeier 1946 spielte und dem der Musikverein viel zu verdanken hat. Zum anderen definiert sich der Verein durch seine Festlichkeiten, von denen das jährliche Kellerfest an Fronleichnam das bedeutendste ist. Mittlerweile gibt es auch das Kellerfest 2.0 immer am Tag danach, das besonders für Jüngere gedacht und ebenfalls sehr beliebt ist.

Ein Höhepunkt jagt den Nächsten

In seiner 150-jährigen Geschichte konnte der Musikverein so manchen Höhepunkt erleben. Für Florian Kotz stechen folgende Ereignisse besonders heraus: 1990 bekam der Verein von Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Pro-Musica-Plakette verliehen, die höchste staatliche Auszeichnung für Musikvereinigungen in Deutschland. Im Jahr 2000 veranstaltete der Verein die erste Europäische Meisterschaft der böhmisch-mährischen Blasmusik mit 24 Kapellen aus acht Ländern, und im Jahr 2003 gewann man in der vierten Auflage dieses Wettbewerbs den EM-Titel in der Mittelstufe. Außerdem spielte der Musikverein in Rom, Berlin, Paris und an anderen Orten, und veranstaltete nicht zuletzt mehrere Bezirksmusikfeste, was auch dieses Jahr wieder der Fall ist.

Vielseitiges Programm im Mai

Das Bezirksmusikfest mit Gründungsjubiläum beginnt am 20. Mai mit einem Partyabend im 2 500 Personen fassenden Festzelt. „Die Fexer“, „Blechverrückt“ und „Die Brasserie“ werden dabei ordentlich einheizen. Am Samstag, 21. Mai, wird um 13:00 Uhr der Kindernachmittag stattfinden, um 17:00 Uhr sind Sternmarsch und Totenehrung angesetzt. Danach sind noch die Adelsrieder Danzlmusik und die Bergmannskapelle „Rtyně v Podkrkonoší“ aus Tschechien an der Reihe.

Der Festsonntag beginnt mit einem besonderen Gottesdienst: Es wird die neue Standarte des Vereins geweiht, die zum Jubiläum neu angeschafft wurde. Nach dem anschließenden Frühschoppen mit dem Patenverein MV Fremdingen beginnt um 13:00 Uhr der Große Festumzug mit Gemeinschaftschor. Danach sorgt die Musikkapelle Deiningen für Stimmung, den Abschluss macht „Funk’n’Roll“ mit einem Bunten Abend. Am Montag endet das Festwochenende mit einem Kabarettabend ab 20:00 Uhr mit „Knedl und Kraut“ und dem Großen Zapfenstreich um 22:30 Uhr.

Ein erstes Ereignis im Rahmen des Festes fand übrigens bereits statt: Die Wertungsspiele am 2. April waren gleichzeitig der Rahmen für den Festakt, der vorverlegt wurde, um einen stimmungsvollen Festsonntag im Mai ohne lange Reden und Grußworte zu haben. Unter anderem beglückwünschte dabei Landrat Stefan Rößle die Maihinger Musiker*innen zu ihrem Mut, das Fest zu veranstalten, und richtete drei Wünsche an sie: „Blast den Winter weg, blast das Corona weg, und blast Hass, Zwietracht und Krieg weg!“ Auch wenn das vielleicht etwas viel verlangt ist: Dem Musikverein Maihingen ist es durchaus zuzutrauen, mit dem großen Fest im Mai ein positives Zeichen in schwierigen Zeiten zu setzen.

 

Alle Informationen sowie Tickets sind auf der Internetseite www.musikverein-maihingen.de/bezirksmusikfest erhältlich.

Redakteur. Mit Block, Stift und Kamera vor Ort wenn etwas Spannendes passiert. Themen im Ries ist er immer auf der Spur. Zuständig für PR-Texte und Sonderthemen. Im Ries tief verwurzelt. Begeisterter Schafkopfer. 

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