Über 100 Frauen strömten in den Hofwirt, verwandelten die Gaststube in ein buntes Meer aus Kostümen, Konfetti und guter Laune und machten den Abend auch in den darauffolgenden Tagen zum Gesprächsthema Nummer eins im Ort. Organisiert wurde die Neuauflage von vier Gemeinderatskandidatinnen der Freien Bürgerstimme, die unter dem Motto „Einfach mal was ausprobieren“ nicht lange diskutierten, sondern handelten. Das Ergebnis: volle Tische, volle Tanzfläche und ein Wirt, der mit seinem Team alle Hände voll zu tun hatte, um die bestens gelaunten Gäste zu versorgen.
Vom Brauchtum zur Begeisterung
„Seit Jahren gab es hier keinen gemeinsamen Weiberfasching mehr“, hatte Claudia Praßler im Vorfeld erklärt und nach Ideen für eine Neuauflage gesucht. Dass der Bedarf da war, zeigte sich spätestens am Veranstaltungsabend. Ob Piratin, Polizistin oder eine Gruppe Tic-Tacs: Die Kreativität der Gäste kannte keine Grenzen. Franziska Graebe brachte es auf den Punkt: „Wir wollten Kaisheim wieder ein Stück lebendiger machen.“
Ein Signal über den Fasching hinaus
Der Weiberfasching war dabei mehr als nur eine närrische Veranstaltung. Er war auch ein sichtbares Zeichen dafür, was möglich ist, wenn Initiative auf Tatkraft trifft. Über 20.000 Klicks innerhalb eines Monats in den sozialen Medien der FBS hatten bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit erzeugt. Nach diesem Abend dürfte die Resonanz noch einmal deutlich gewachsen sein.
Für viele Frauen in Kaisheim ist das mehr als nur ein gelungenes Fest. Es ist auch ein ermutigendes Signal. Im aktuellen Gemeinderat ist bislang lediglich eine Frau vertreten, die nicht erneut kandidiert. Die Freie Bürgerstimme tritt nun gleich mit vier Bewerberinnen an, um künftig deutlich mehr weibliche Perspektiven in die Kommunalpolitik einzubringen. Unterschiedliche Lebensrealitäten, berufliche Erfahrungen und familiäre Hintergründe sollen stärker in Entscheidungen einfließen.
Isabel Seiler fasste es treffend zusammen: „Je mehr Menschen ihre Erfahrungen und Anliegen einbringen, desto stärker wird das, was wir gemeinsam für Kaisheim erreichen.“ Maren Wenzel ergänzte noch mit einem Augenzwinkern: „Wir haben wirklich großartige Frauen, aber unsere Männer auf der Liste können sich schon auch sehen lassen.“
Fortsetzung fest eingeplant
Eines steht nach diesem Abend fest: Der Weiberfasching in Kaisheim ist zurück. Für das kommende Jahr ist eine Neuauflage bereits fest eingeplant. Denn die Begeisterung war nicht nur während des Abends überwältigend, sondern hielt auch danach unvermindert an. Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn Initiative auf breite Resonanz stößt. Die spürbare Aufbruchstimmung könnte ab März auch im Rathaus Einzug halten. Darüber entscheiden die Bürgerinnen und Bürger bei der anstehenden Kommunalwahl. (dra)