18. März 2021, 14:48
Radfahren

ADFC-Test zeigt: Bürger*innen im Landkreis wollen breitere Radwege

Symbolbild Bild: Pixabay
Die aktuell Umfrage der ADFC Donau-Ries zeigt, dass das Radfahren im Donau-Ries grundsätzlich positiven Anklang findet. Viele Befragte würden sich in diesem Zusammenhang aber wünschen, dass besonders Radwege in der Region weiter ausgebaut werden.

71 Prozent der Radler*innen finden die Radwege in Nördlingen zu schmal. Dies zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) am 16. März veröffentlicht hat. Zudem bemängeln 76 Prozent der Befragten die fehlende Führung der Radwege an Baustellen. Weitere 71 Prozent der Radler*innen fühlen sich nicht sicher, wenn sie auf den Nördlinger Radwegen fahren. 57 Prozent empfinden die Oberflächen der Radwege als holprig und in baulich schlechtem Zustand.

 

Radfahren in Nördlingen macht Spaß

Dennoch macht mehr als zwei Dritteln der Befragten (67 Prozent) das Radfahren in der Kreisstadt Spaß. 75 Prozent sagen, dass in Nördlingen Jung und Alt radeln. Gleichzeitig geben 67 Prozent an, dass es keine Werbung fürs Radfahren gibt. 59 Prozent sagen, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde. Zudem bemängeln 65 Prozent der Radfahrenden die fehlenden Kontrollen von Falschparkern auf Radwegen. Ebenso viele meinen, dass die Ampelschaltungen nicht gut auf Radfahrende abgestimmt sind. 56 Prozent der Radfahrenden fühlen sich zudem gefährdet.

Wie sieht es in Donauwörth aus?

Fast drei Viertel der Radfahrer*innen (72 Prozent) wünscht sich breitere Radwege in Donauwörth. Zudem fühlen sich 77 Prozent der Befragten beim Fahren im Mischverkehr mit Autos bedrängt und 72 Prozent finden kaum geeignete Abstellmöglichkeiten für ihr Fahrrad. Weitere 71 Prozent geben an, auf den örtlichen Radwegen nicht sicher fahren zu können.

Radfahrende in Donauwörth nicht als Verkehrsteilnehmer*innen akzeptiert
63 Prozent der Donauwörther Radler*innen fühlen sich auf dem Fahrrad nicht als Verkehrsteilnehmer*in akzeptiert und 68 fühlen sich generell beim Radeln gefährdet. Laut 64 Prozent der Befragten gibt es oft Konflikte mit Autofahrer*innen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) sieht auch solche mit Fußgänger*innen häufig.  

Bedeutung des Radverkehrs während Corona gestiegen
68 Prozent der Befragten geben an, dass es in der Corona-Zeit in Donauwörth keine handfesten Signale für mehr Fahrradfreundlichkeit gegeben hat. Für Nördlingen sagen dies 84 Prozent der Befragten. Auch hat die kommunale Politik das Radfahren als Chance während der Corona-Zeit nicht mehr als üblich thematisiert, sagen 63 Prozent der Donauwörther*innen und 84 Prozent der Nördlinger*innen. Gleichzeitig hat die Bedeutung des Fahrrades nach Meinung von 57 Prozent der Befragten aus Donauwörth während der Pandemie zugenommen. Aus Nördlingen meinen dies 67 Prozent der Befragten.

Tendenzen im Kreis Donau-Ries
2020 bewerteten 63 Menschen in Nördlingen und 116 Menschen in Donauwörth das Fahrradklima, beide Städte sind bereits zum zweiten Mal in die Auswertung des Fahrradklima-Tests gekommen. Nördlingen erhielt die Schulnote 3,8 und Donauwörth 4,0. Beide Städte konnten sich gegenüber der letzten Umfrage um 0,2 bzw. um 0,3 Noten verbessern.

Insgesamt haben sich 485 Menschen aus dem Donau-Ries an der Zufriedenheits-Umfrage der Radfahrenden beteiligt. Weitere Orte, die das erste Mal in die Wertung gekommen sind, sind Harburg (Note 3,2), Oettingen (Note 3,4), Monheim (Note 3,7) und Wemding (Note 3,7). In fünf Gemeinden wird bemängelt, dass in den meisten Einbahnstraßen das Fahren in Gegenrichtung für den Radverkehr nicht erlaubt ist. Dass es schwierig und/oder teuer ist, das Fahrrad im Öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen, wird in allen Gemeinden kritisiert.

Radfahren im Donau-Ries macht Spaß, jedoch ist noch einiges zu tun
Udo Niemeyer, Vorsitzender des ADFC Donau-Ries: „Die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests zeigen, dass die Förderung des Radverkehrs im Donau-Ries noch viel Potenzial birgt. Dass der Landkreis einen Radwegbeauftragten eingestellt hat, ist ein Schritt in die richtige Richtung und zeigt. dass sich etwas für die Radfahrenden bewegt. Jetzt gilt es, den konsequenten Ausbau der Fahrradinfrastruktur anzugehen. Dies geht nur mir guter Planung, um auch Fördergelder zu nutzen. Die hiesige Radinfrastruktur muss dem anerkannten Stand der Technik entsprechen, dazu hat sich Donauwörth als AGFK-Mitglied bereits verpflichtet.“

Hintergrund
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Er umfasst 27 Fragen. Bei der aktuellen Befragung wurden außerdem 5 Zusatzfragen zur Fahrrad-Situation während der Covid-19-Pandemie in den Städten gestellt. Zwischen September und November 2020 konnten Radfahrerinnen und Radfahrer ihre Meinung zum Fahrradklima in ihrer Stadt abgeben. Deutschlandweit haben rund 230.000 Menschen an der Umfrage teilgenommen.

Die Ergebnisse für die Stadt Nördlingen zeigen Aufholbedarf: 62 Prozent sagen, es gibt häufig Konflikte mit Autofahrer*innen, 59 Prozent klagen über Hindernisse auf den Radwegen und 65 Prozent fühlen sich im Mischverkehr mit Autos bedrängt und behindert.

Mit einer Gesamtbewertung der Radverkehrssituation von 3,81 belegt Nördlingen deutschlandweit Platz 158 von 415 in der Kategorie 20.000-50.000 Einwohner*innen. Vergleichbare Städte wie Baunatal (2,39), Meckenheim (2,65) und Westerstede (2,98) schneiden deutlich besser ab. Jedoch konnte sich Nördlingen im Vergleich zu 2018 um 0,2 Noten leicht verbessern.

Auch die Ergebnisse für die Stadt Donauwörth zeigen Aufholbedarf: 55 Prozent der Radfahrenden empfinden die Oberfläche der Radwege als holprig und in baulich schlechtem Zustand. 59 Prozent geben an, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde und 57 Prozent würden mehr Werbung fürs Radfahren begrüßen.

Mit einer Gesamtbewertung der Radverkehrssituation von 4,00 belegt Donauwörth deutschlandweit Platz 247 von 415 in der Kategorie 20.000-50.000 Einwohner*innen. Vergleichbare Städte wie Baunatal (2,39), Meckenheim (2,65) und Westerstede (2,98) schneiden deutlich besser ab. Dennoch konnte sich Donauwörth im Vergleich zu 2018 um 0,3 Noten leicht verbessern.

Bundes- und bayernweit bleibt das Fahrradklima weiterhin unbefriedigend und wird von den Befragten im Durchschnitt mit 3,9 bewertet. In Bayern sind 167 Städte und Gemeinden in die Wertung gekommen, deutlich mehr als im Jahr 2018 (86). (pm)