28. Januar 2019, 09:46

Schüler gehen mit gutem Beispiel voran

Simon Stöckel aus Rain und Marco Fischer aus Genderkingen sind die ersten beiden DKMS-Stammzellspender aus der ersten Typisierungsaktion am Gymnasium Donauwörth. Sie sagen: Das könnt ihr auch! Bild: Brigitte Lehenberger
Simon Stöckl aus Rain und Marco Fischer sind die ersten beiden Stammzellspender aus der ersten Typisierungsaktion am Gymnasium Donauwörth. Alleine aus den landkreisübergreifenden Aufrufen ‚DKMS-Leben-spenden-macht-Schule‘ in den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen konnten unter 9.400 typisierten SchülerInnen bereits 158 davon betroffenen Patienten die Chance auf ein neues Leben schenken!

Zum zweiten Mal heißt es am Donnerstag, 31.01.2019 am Gymnasium Donauwörth: DKMS-Leben-spenden-macht-Schule. Wie wichtig diese Aufrufe sind, zeigen die Rückmeldungen aus der ersten  Typisierungsaktion am Gymnasium Donauwörth im Januar 2017 mit der Q11 und Q12. Im Januar 2017 ließen sich 137 SchülerInnen mit einem Wangenabstrich bei der DKMS gemeinnützige GmbH aufnehmen. Drei davon konnten bereits durch ihre Stammzellspende betroffenen Patienten die Chance auf ein neues Leben schenken! Zwei davon sind Simon Stöckl aus Rain und Marco Fischer aus Genderkingen.

Schnell ein passender Spender gefunden

Bereits drei Monate nach der Aufnahme bei der DKMS gemeinnützige GmbH - noch vor den Abiturprüfungen - erhielt Simon Stöckl aus Rain einen Brief, dass er eventuell für einen betroffenen Patienten als Stammzellspender in Frage käme, und ob er nach wie vor zu einer Spende bereit wäre. Selbstverständlich war er dazu bereit! Es folgten eine Feintypisierung und ein umfassender Gesundheitscheck. In den Sommerferien war es dann soweit:

Der damals 18-Jährige fuhr mit seinem Vater ins Klinikum nach Ulm zur peripheren Stammzellspende. Vorher hatte er sich fünf Tage lang kleine Spritzen mit einem Wachstumsfaktor gesetzt. Diesen Stoff braucht unser Körper sowieso zur Blutbildung. Durch diese zusätzliche Stimulierung vermehrten sich seine Stammzellen im Beckenknochen und wurden ins Blut ausgeschwemmt. Jetzt konnten im Klinikum Ulm Venenzugänge gelegt werden und in einer Art Dialyse die überschüssigen Stammzellen in fünfeinhalb Stunden aus seinem Blut gefiltert werden.

In dieser Zeit wurde er von einem kompetenten Ärzteteam und einfühlsamen Pflegern medizinisch beaufsichtigt und betreut. "Während der fünftägigen Stimulierung habe ich, wie angekündigt, durch leichte Gliederschmerzen gespürt, dass sich da was in meinem Körper tut. Das war aber akzeptabel - jederzeit wieder!", betont er. Jetzt wünscht er sich, dass ,seine' Patientin, eine 54-jährige Spanierin, die ihm sogar schon einen anonymen Dankesbrief zugeschickt hat, den Kampf gegen ihre Krankheit mit seiner Hilfe gewinnt!

Marco Fischer half einer 39-jährigen Amerikanerin

Auch für Marco Fischer aus Genderkingen war die Stammzellspende etwas ganz Besonderes. Kurz nach Simon Stöckl wurde auch er als passender genetischer Zwilling von der DKMS gemeinnützigen GmbH kontaktiert. Bei ihm wurden nach der Stimulierung die notwenigen Stammzellen im Klinikum in Tübingen aus dem Blut gefiltert. Auch er hat die angekündigten eventuellen Grippesymptome nur leicht gespürt. „Die Stammzellspende war einfacher, als ich anfangs dachte. So richtig realisiert, was ich da bewirkt habe, habe ich aber eigentlich erst, als ich einen Brief aus Amerika von den Eltern der 39-jährigen Patientin erhielt, in welchem sie sich herzlich bedankten, dass ihre Tochter dank meiner Stammzellspende weiterleben darf!“ erinnert er sich. Der Brief war anonym ohne Namen und Ort. Zwischen Amerika und Deutschland endet nach zwei Jahren die Sperrfrist, nach welcher sich Spender und Patient kennenlernen dürfen, wenn beide es möchten.

Jetzt helfen Simon Stöckl und Marco Fischer mit, die Kommilitonen an ihren Studienstandorten im Saarland (Humanbiologie) und in Passau (Internet Computing) sowie ihr Umfeld zu Hause auf das Thema DKMS, Typisierung und Stammzellspende aufmerksam zu machen! Sie wünschen Anton Eichberger, für den am 02.02. in Schwenningen zur Hilfe aufgerufen wird, alles Gute und dass auch für ihn schnell ein passender Spender gefunden wird!

158 Stammzellspender aus Schulaktionen im Raum Dillingen und Donau-Ries

Die Schüler und SchülerInnen der weiterführenden und beruflichen Schulen gehen mit gutem Beispiel voran! Alleine aus den landkreisübergreifenden Aufrufen ‚DKMS-Leben-spenden-macht-Schule‘ in den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen konnten unter 9.400 typisierten SchülerInnen bereits 158 davon betroffenen Patienten die Chance auf ein neues Leben schenken – ca. zu 80 % durch die periphere Stammzellspende aus dem Blut und zu ca. 20 % durch die Knochenmarkspende aus dem Beckenknochen (nicht Rückenmark!!!).

Am 31.01.2019 haben nun die interessierten diesjährigen Schüler und Schülerinnen der Q11 und Q12 nach einer Informationsstunde die Gelegenheit zur Aufnahme bei der DKMS gemeinnützigen GmbH mit einem Wangenabstrich. Folgen auch Sie dem Beispiel der jungen Leute und lassen Sie sich typisieren! Kommen Sie am 02.02.2019 nach Schwenningen oder lassen Sie sich auf dem Postweg bei der DKMS gemeinnützige GmbH aufnehmen. Der Flyer zur Typisierungsaktion in Schwenningen ist abrufbar im Aktionskalender der DKMS unter www.dkms.de. Dort finden Sie auch viele weitere Informationen!

Jeder von uns - sofern gesundheitlich dazu in der Lage - könnte der einzige passende Lebensspender für betroffene Patienten sein! 10 % der betroffenen Patienten warten noch vergeblich auf ihren passenden Stammzellspender.

Die Aufnahme bei der DKMS gemeinnützige GmbH ist möglich von 17 – 55 Jahren, sofern keine schwerwiegenden genetischen, chronischen oder entzündlichen Krankheiten vorliegen. Eine Erkältung, Schwangerschaft oder durchgefeierte Nacht sind kein Hinderungsgrund für die Aufnahme mit einem Wangenabstrich! Weitere medizinische Fragen können vor Ort geklärt werden. - Als Stammzellspender kommt man nach der Registrierung in Frage von 18 – 61 Jahren. (pm)