28. Mai 2019, 08:29

Altes Handwerk und Wohnen

Handarbeitstechnik vom Orient bis nach Skandinavien besonders beliebt, der Kreuzstich. Bild: Franz Deininger
In der Sölde, im Stadel und in der Alten Schule können Besucher auf Zeitreise gehen: Altes Handwerk und Wohnen bzw. Lebensbedingungen auf dem Lande bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts, sind Themen der Sammlungen und Veranstaltungen in Mertingen.

„So war das früher! Das kenne ich aus meiner Jugend. Wie bei meinen Großeltern!“ Solche Sätze werden bei den Museumsfreunden Mertingen am Sonntag, 2. Juni 2019 wieder öfter zu hören sein. In der Sölde, im Stadel und in der Alten Schule können Besucher auf Zeitreise gehen: Altes Handwerk und Wohnen bzw. Lebensbedingungen auf dem Lande bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts, sind Themen der Sammlungen und Veranstaltungen in Mertingen.

Für die Verzierung der Aussteuer, für den würdevollen Rahmen religiöser Handlungen wie Taufe oder letzte Ölung war eine Handarbeitstechnik vom Orient bis nach Skandinavien besonders beliebt, der Kreuzstich. Je nach Fertigkeit der Stickerin konnten die Muster einfach oder anspruchsvoll sein. Viel Wert wurde zum Beispiel auf kunstvolle Monogramme in der Wäsche gelegt. Maria Schaber zeigt in der Sölde welche Gestaltungsmöglichkeiten – auch für den modernen Geschmack – mit dieser Technik gegeben sind.

Dass das Leben früher mit  Härten und Gefahren, besonders für Frauen und Kinder, verbunden war, können Besucher in der Alten Schule nachvollziehen. In der Ausstellung „Vom kriegen“ geht es um Geburt und Tod, um Mütter- und Kindersterblichkeit, um Geburtshilfe und Geburtshelfer. Ausgehend vom Beispiel der Mertinger Hebamme Barbara Wagner (1880 – 1965) werden Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Frauen, die anderen bei der Geburt beistanden, beleuchtet. Welche Hilfsmittel zur Verfügung waren, welche Rolle die Ärzte spielten, wie Neugeborene und Kleinkinder versorgt wurden, unter welchen  äußeren Bedingungen Frauen auf dem Lande ihre Kinder zur Welt bringen mussten, das wird mit Objekten, Bildern und Texten veranschaulicht.

Wer sich nach all den Informationen stärken muss oder möchte, kann das mit dem duftenden Brot tun, das Helene Schabert nach traditionellem Rezept mit ihren Helferinnen in der Alten Schule bäckt. Für Schleckermäuler gibt es im Stadel Hollerküchle – garantiert keine Schlankheitsdiät aber vegetarisch!

Alle Anlagen der Museumsfreunde Mertingen sind am Sonntag, 2. Juni 2019, von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. (pm)