23. März 2021, 11:57
Leitungswechsel

Caroline Hertle leitet jetzt die Stadtbücherei Wemding

Caroline Hertle leitet seit Januar die Stadtbücherei Wemding. Bild: Lea Osterrieder/Stadt Wemding
Seit Oktober ist die gelernte Buchhändlerin Caroline Hertle in der Stadtbücherei Wemding tätig, seit Januar sogar als hauptamtliche Leiterin. Durch die Pandemie übernimmt sie die Bücherei in einer schwierigen Situation. Trotzdem steht ihre Anstellung für einen Leitungs- und Generationenwechsel für die Zukunft.

Seit Oktober ist die gelernte Buchhändlerin Caroline Hertle in der Stadtbücherei Wemding tätig, seit Januar hauptamtliche Leiterin. „Ich war auf der Suche nach etwas Neuem. Somit zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, lacht die gebürtige Wemdingerin. Gelesen habe sie schon immer gerne. So führte sie ihr Weg nach Donauwörth, wo sie zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin absolvierte. Ihre Liebe zu Büchern vertiefte sie in einem anschließenden Buchwissenschaftsstudium an der LMU in München, welches sie mit Bravour und einem Diplom 2008 abschloss. Während des Studiums jobbte sie nebenbei in Verlagen, danach in Festanstellung bei einer Buchhandelsgenossenschaft und im Verlag. Was sie an der Literatur liebt? „Es ist schön, in andere Welten einzutauchen, den Blick erweitern zu können. Und es ist sehr entspannend. Ich genieße es sehr im Frühling oder Herbst mit einem guten Buch im Garten in der Sonne zu sitzen.“

Von der Landeshauptstadt zurück nach Wemding

Nach elf Jahren in München, zog sie zusammen mit ihrer Familie 2015 zurück nach Wemding – und liebt ihre Arbeit in der Stadtbücherei: „Es ist schön, Kontakt mit den Lesern zu haben und sich austauschen zu können.“ Hertles Augen strahlen, als sie von einem Jungen erzählt, der sich einen ganzen Stapel Bücher ausgeliehen hatte um seiner Leseschwäche zu Leibe zu rücken. „Fernsehen ist eh langweilig“, sagte der Junge. „Das sind Momente, die einem zeigen, wie wichtig unsere Arbeit ist“, lächelt die sympathische Leiterin. 

Neuerungen in der Stadtbücherei

Mitten in der Corona-Pandemie die Leitung einer Stadtbücherei zu übernehmen, ist bestimmt nicht einfach. Doch Caroline Hertle hat die Zeit genutzt und einige Vorhaben in dieser Zeit umgesetzt. So wurde der Bestand bereinigt, Regale gerückt und Bücher neu sortiert, beispielsweise im Kinder- und Jugendbereich nach Altersgruppen und Lesestufen, bei den Kindersachbüchern nach Themen. „Seit Januar haben wir auch Tonies“, strahlt Hertle. Auch bei den Büchern für Erwachsene wurde klarer nach Genres und Themen sortiert. Mittlerweile gibt es eine Krimiecke mit Krimis und Thrillern. In Zukunft soll es auch neue Sitzgelegenheiten und eine Leseecke geben. Laufend werden neue Bücher zur kostenlosen Ausleihe angeboten. Richtig gelesen – der Service der Stadtbücherei ist komplett kostenlos. In den vergangenen Wochen konnte „Click & Collect“ neu eingeführt werden, was von den Lesern gut aufgenommen wurde.

Digitale Medien sollen zur Ausleihe angeboten werden 

Zukünftig soll auf die Bayerische Klarschriftsystematik (verfasst von der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen) umgestellt und digitale Medien für die Ausleihe angeboten werden. „Ich möchte das Angebot der Stadtbücherei auf zeitgemäße Art erweitern, neue Leserinnen und Leser ansprechen und natürlich unsere treuen Kunden weiterhin glücklich machen“, erklärt die Leiterin. „Die Neuerungen konnten auch nur so schnell umgesetzt werden, da wir durch Corona nicht - oder nur bedingt - öffnen konnten.“

Bücherkisten für Seniorenheime 

Seit Anfang Februar werden in Zusammenarbeit mit der Seniorenreferentin Bücherkisten für das Seniorenheim angeboten. Langfristig sollen auch Veranstaltungen für Jung und Alt stattfinden und Hertle möchte vor allem im Bereich der Leseförderung aktiv werden, beispielsweise durch Besuche der Kindergärten, Schulklassen oder durch Angebote im Ferienprogramm. Die Stadtbücherei soll für alle Generationen erlebbar werden, „ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, gerne stöbert und verweilt.“ Das ist bereits gelungen. Die Leserinnen und Leser fühlen sich wohl in den hellen, offenen Büchereiräumen, die ihren historischen Charme jedoch nicht verloren haben. Die Neusortierung des Bestands wird sehr positiv aufgenommen.

Buchtipps der Leiterin

Ob Hertle selbst ein Lieblingsbuch hat? „Es gibt mehrere, die mir sehr gut gefallen oder mich berührt haben“, sagt sie. „Zu meinen Lieblingsbüchern aus der vergangenen Zeit gehören Elefant von Martin Suter, Der Zopf von Laetita Colombani und Der Junge auf dem Berg von John Boyne. Gerade lese ich Hard Land von Benedict Wells – eine sehr berührende Geschichte. Zur derzeitigen Pandemie passend ist das Buch Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger. Extrem spannende Krimis schreibt übrigens Melanie Raabe.“ (pm)