11. März 2024, 18:44
Flussbauarbeiten

11.000 Tonnen Kies und Steine sollen Donausohle sichern

Die sogenannte Klappschute, ein Spezialschiff, wird für die Baumaßnahmen an der Flusssohle eingesetzt. Bild: Mara Kutzner
Ein Spezialschiff ist zurzeit im Bereich des Alten Donauhafens in Donauwörth unterwegs. Es wird für Bauarbeiten an der Flusssohle eingesetzt.

Durch Erosion hat sich die Donau im Stadtgebiet Donauwörths immer weiter eingetieft. Dass es nicht zu weiteren unkontrollierten Schäden in Ufernähe kommt, wird die Flusssohle der Donau von LEW Wasserkraft gesichert. Die Maßnahmen finden im Bereich des Alten Donauhafens statt. Auf einer Länge von rund 400 Metern wird dort eine flächige Sohlesicherung eingebaut. Eine besondere Herausforderung bei der Sanierung stellen die Stützen der Donaubrücke sowie die Pfeiler der alten, nicht mehr vorhandene Eisenbahnbrücke dar. Hier ist die Sohle besonders gefährdet und gleichzeitig machen Wirbel den Fluss an diesen Stellen unsicher.

Spezialschiff für Baumaßnahme in der Donau

Bereits von August bis Oktober 2023 wurden mehr als 2,6 Kilometer Baustraßen erstellt und die Wasserbauer haben eine sogenannte Beruhigungsschwelle eingebaut, die den Wasserstand anhebt und so die Arbeiten mit Spezialschiffen ermöglicht. Auch Kampfmittelerkundungen haben - mit Unterbrechung durch Hochwasser - stattgefunden. Bei den bisherigen Erkundungen fanden die Experten keine Kampfmittel im Fluss.

Aktuell vermessen die Expert*innen die Sohle neu, um die Schäden des letzten Hochwassers festzustellen. Danach können die eigentlichen Arbeiten an der Flusssohle beginnen. Insgesamt werden rund 11.000 Tonnen Baumaterial aus Wasserbausteinen und donautypischen Grobkies mittels Klappschute, einem Spezialschiff, in die Flusssohle eingebracht, erklärt Projektleiter Ralf Klocke. Die Maßnahme wurde vorher in einem Modell an der Versuchsanstalt der TU München in Obernach erprobt. Dabei wurde auch berechnet, dass die Baumaßnahmen zu keinem höheren Hochwasserrisiko führen.

Wie Klocke außerdem bei einem Ortstermin erklärt, wird nur ein kleiner Bereich mit Wasserbausteinen gepflastert. Der viel größeren Teil könne mit Kies aufgeschüttet werden und somit zugleich nachhaltiges Laichhabitat für Fische entstehen.

Sohlsicherung ist Voraussetzung für CityRiver-Projekt

Im Oktober sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein, so Klocke. Danach werde die Donau für mindestens 30 Jahre ein sicheres Flussbett haben. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro.

Im Zuge der Bauarbeiten fanden vorab regelmäßig Informationsveranstaltungen für Anwohner*innen statt. Auch mit Wassersportler*innen, dem Ruderverband, dem Fischereiverband und der Wasserwacht stehe man im engen Kontakt, so Christiane Kickum, die das Projekt und die Bürgerbeteiligung von Seiten der Stadt Donauwörth betreut.

Die Baumaßnahmen sind auch Voraussetzung für die Umsetzung des Pilotprojekts "City River", das Stadt und Fluss näher zusammenbringen und zur Aufwertung des Lebensraums "Fluss" in Donauwörth für Fische, Pflanzen und Menschen führen soll.