26. September 2018, 12:27

Abschließende Bereisung des LIFE+ Natur Projektes

Die zahlreichen Vertreter verschiedener Behörden, Einrichtungen und Vereine zeigten sich auf der Bereisung von den Projekten und Erfolgen der Heide-Allianz begeistert. Bild: Simon Kapfer
Kürzlich fand die jährliche Bereisung des LIFE Projektes „Heide-Allianz“ statt. Das LIFE-Projekt endet am 30. September 2018. Es war somit die letzte Prüfung des Projektfortschritts durch das „externe Team“ der Europäischen Kommission.
Donau-Ries - Der Bereisung wohnten Vertreter des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, des Bayerischen Naturschutzfonds, die höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben sowie Vertreter der örtlichen Naturschutzbehörde bei. Anwesend waren auch Vertreter des Landkreises Donau-Ries, des Rieser Naturschutzvereins e.V., der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e.V. und dem Bund Naturschutz e.V. Kreisgruppe Donau-Ries sowie das Projektmanagement und die Geschäftsstelle Heide-Allianz.
Aktuelle Umsetzungsmaßnahmen vor Ort besichtigt
Der stellvertrende Landrat Hr. Rupprecht begrüßte die Teilnehmer und bedankte sich bei den amtlich und ehrenamtlich Aktiven für die gute Zusammenarbeit im Projekt. Er stellte stichpunktartig Maßnahmen vor, die im Laufe des Vorhabens umgesetzt wurden und verwies auf die umfassende Öffentlichkeitsarbeit: „Das Highlight war sicher das Wochenende vom 8. bis 10. September 2017 mit Heideforum und Schaftag in Reimlingen: Interessante Vorträge, beeindruckendes kulturelles Programm, umfangreiche Aktionen und Vorführungen“, lobte der stellv. Landrat die Anstrengungen des Teams. „Auch wenn unser LIFE Projekt noch nicht ganz zu Ende ist, die Trägergemeinschaft Heide-Allianz Donau-Ries plant und konzipiert bereits Folgevorhaben.“, so Hermann Rupprecht weiter.
Der erste Besichtigungspunkt lag im Wörnitztal bei Wörnitzstein, wo eine Flachmulde angelegt und anschließend mit der Übertagung von Mähgut begrünt wurde. Diese Maßnahme ist ein Beitrag zur Erhöhung der Vielfalt der Auenstandorte und zur Entwicklung von artenreichem Grünland. Herr Michel war mit vor Ort und als Landwirt an der Umsetzung beteiligt. In dieser Funktion, aber auch als stellvertretender Kreisobmann des BBV, berichtete er von aktuellen Herausforderungen.
In Gunzenheim wurden mehrere im Projekt gepflegte Magerrasen aufgesucht. Dort wurde auch die Triebwegesituation verbessert.
Der danach besuchte Magerrasen Harberg bei Mündling ist einer der vielgestaltigsten Heideberge im Landkreis. Auch wenn die herbstliche Heide nicht mehr ganz so farbenprächtig ist, konnten doch viele charakteristische Pflanzenarten vorgestellt werden. Zwei Besonderheiten sind der alte Eichenbestand und die kleinen Tümpel, die im Lauf des Projektes angelegt bzw. optimiert wurden. Diese Verzahnung von feuchten Standorten mit den Trockenrasen machen den besonderen Reiz des Gebietes aus.
Das Thema „Pflege von Wacholderheiden und Magerrasen“ wurde am Harburger Bock wieder aufgegriffen, wo auch der Waldrand abwechslungsreich gestaltet wurde. Hier fand ein interessanter Gedankenaustauch mit Herrn Birkholz, Leiter des Bereiches Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten statt. Im Projekt wurden alte Flurstücksgrenzen (z. B. in Großsorheim) gesucht und die Nutzungen wieder entsprechend hergestellt, um verloren gegangene Triebwege wieder einzurichten. Herrn Schlapp, Vorstand des Bayerischen Naturschutzfonds interessierte auf der durch das Projekt hergestellten Seige bei Hoppingen insbesondere die Frage der Überschwemmungshäufigkeit der Fläche im Hinblick auf die zu erwartenden Pflanzengesellschaften und Tiervorkommen. Im Steinbruch Hohenriss bei Oppertshofen begutachtete die Gruppe eine Entbuschungsmaßnahme sowie eine artenreiche Mähwiese.
Nach Prüfung der Belege und Besprechung des Schlussberichts waren am zweiten Tag entbuschte Magerrasen um den Sonderhof bei Ronheim sowie aufgewertete Grünländer am Lindenberg bei Hohenaltheim weitere Ziele. Der letzte Programmpunkt war der Kellersteinbruch bei Holheim, der mit ca. 5 ha die größte Ankaufsfläche im LIFE-Projekt ist. Hier wurden Maßnahmen zur Förderung von Kalk-Pionierfluren, Kalkmagerasen und artenreichen Gründländern umgesetzt. Eine Ziegenbeweidung fördert und entwickelt die Vegetation weiter. Der Kellersteinbruch ist nicht frei zugänglich und eine ruhige Rückzugsfläche für Vögel, Reptilien und Insekten.
Frau Brauner vom externen Team bescheinigte dem Projekt einen guten Gesamtverlauf und zeigte sich beeindruckt, was auch im Abschlussjahr geleistet wurde. Der Vertreter des Umweltministeriums, Herr Laudensack, stellte die Besonderheit der Kooperation Landkreis – Naturschutzverbände heraus und hofft auf weitere Projekte in dieser Trägerkonstellation. Frau Brauner und Herr Laudensack bedankten sich bei allen Beteiligten für die Projektumsetzung und beim Projektmanagement Weiß/Eglseer sowie der Geschäftsstelle der Heide-Allianz für die gute Organisation der Bereisung.
Der Geschäftsführer der Heide-Allianz, Werner Reissler, bedankte sich im Namen der Trägergemeinschaft bzw. des Landkreises für die gute und konstruktive Begleitung über 5 Jahre bei Behörden und Prüfungsinstanzen.
Unter www.life-heide-allianz.de können alle Maßnahmen und der Kurzbericht des LIFE-Projektes aufgerufen werden.
Und jedem Ende wohnt auch ein Anfang inne. In den nächsten Jahren sind Maßnahmen geplant, um den im Rahmen von LIFE erreichten Stand zu erhalten und weiter zu entwickeln. (pm)