20. Januar 2020, 15:53

Bund Naturschutz informiert über eine zukunftsfähige Landwirtschaft 

Parallel zur Demo in Berlin organisierte die Kreisgruppe des BN einen Infostand auf dem Wochenmarkt in Nördlingen um mit Passanten ins Gespräch zu kommen. Bild: Joachim Feldengut
Am Samstag den 18. Januar 2020 sind bei der 10. „Wir haben es satt“ Demonstration in Berlin über 27.000 Menschen dem Aufruf von Bäuerinnen und Bauern, Entwicklungs-, Umwelt-, Tier- und Naturschutzorganisationen gefolgt. Auch Mitglieder des Bund Naturschutz aus unserem Landkreis Donau-Ries sind wie auch in den vergangenen Jahren mit Zug oder Bahn nach Berlin gefahren um eine enkeltaugliche Landwirtschaft einzufordern. Die Demonstration stand dieses Jahr unter dem Motto „Agrarwende anpacken“.

Nach Ansicht des BN trägt die Bundesregierung die Verantwortung für das Höfesterben und den Frust auf dem Land. Seit 2005, als Angela Merkel Kanzlerin wurde, mussten 130.000 Höfe schließen – im Schnitt gab ein Familienbetrieb pro Stunde auf. Der Bundesregierung kommt während ihrer EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahres­hälfte eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) zu. Mit den rund 60 Milliarden an Fördergeldern pro Jahr sind zukunftsfähige Landwirtschaft und gutes Essen auf den Tellern europaweit möglich.

Mit ihrem „Wachsen oder Weichen“ haben das Agrarministerium und die Spitzen des Bauernverbands jahrelang gegen die bäuerlichen Betriebe gearbeitet und stattdessen den  Interessen der Agrarbranche und des Handels zugespielt. Der jetzt anstehende artgerechte Umbau der Ställe und das Mehr an Insekten- und Klimaschutzkosten dürfen nicht auf die Bauernhöfe abgewälzt werden. 

Der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger sagte auf der Demo: „Wir brauchen eine soziale und ökologische EU-Agrarpolitik – bei der die Natur und die bäuerlichen Betriebe im Mittelpunkt stehen. Damit schützen wir auch die Vielfalt der Landschaften und können den Rückgang der Insekten stoppen. Die Agrarpolitik muss endlich den Rahmen dafür schaffen, dass Bäuerinnen und Bauern für den Erhalt der Lebensgrundlagen auch honoriert werden.“

Parallel zur Demo in Berlin organisierte die Kreisgruppe Donau-Ries des BN einen Infostand auf dem Wochenmarkt in Nördlingen um mit Passanten ins Gespräch zu kommen. Außerdem sammelten sie gemeinsam mit der ÖDP Unterschriften für die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“, welche genau am Hebel der Agrarförderung ansetzt. Die Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten" ruft die EU-Kommission auf, die Nutzung chemisch-synthetischer Pestizide bis 2035 schrittweise auslaufen zu lassen und Ökosysteme in Agrarlandschaften so wiederherzustellen, dass die Landwirtinnen und Landwirte Teil der Lösung für ökologische Probleme sein können. Bäuerliche Betriebe müssen bei der ökologischen Transformation der Landwirtschaft unterstützt werden. Die Förderung, Forschung und Ausbildung für die Landwirtschaft müssen an einer kleinteiligen, vielfältigen Landwirtschaft ohne Gentechnik ausgerichtet werden. Bis September 2020 können europaweit Bürger mit ihrer Unterschrift ein Zeichen für eine Agrarwende setzen. Eine Ökologisierung der Landwirtschaft nützt uns allen, muss sich für den Landwirt bezahlt machen und sichert eine gute Zukunft für unsere Kinderund den Erhalt unserer Lebensgrundlagen.(pm)