5. August 2019, 13:24

Neue Informationstafel zum Dooskanal

Die Verantwortlichen, (v. l. n. r.): Gerhard Schneid, Andreas Grau, Initiator Anton Laber jun., Erich Puchinger, Tourismusleiterin Judith Strohhofer, Bürgermeister Dr. Martin Drexler und Theo Knoll, vor der neuen Informationstafel zum Dooskanal. Bild: Lea Osterrieder/Stadt Wemding
Die Historie und die heutigen Spuren des Kanals haben Anton Laber senior und junior zum Anlass genommen, eine Informationstafel zum Dooskanal zu errichten.

Der „Dooskanal“ in Wemding sicherte über 350 Jahre die Wemdinger Wasserversorgung bis ins Jahr 1908. Der Kanal hatte nicht nur die zentrale Aufgabe Mensch und Vieh mit Trinkwasser zu versorgen, sondern auch ausreichende Reserven im Brandfall und den Betrieb der sieben Stadtmühlen zu sichern. Als die stadtnahen Quellen nicht mehr ausreichten, beschloss der Rat der Stadt den Bau des Kanals ab 1535 bis 1538. Er verlief ca. 1,3 km nördlich von der Doosquelle bis nach Wemding und wurde nahezu ausschließlich von Wemdingern in mühevoller Handarbeit errichtet.

Die Historie und die heutigen Spuren des Kanals haben Anton Laber senior und junior zum Anlass genommen, eine Informationstafel zum Dooskanal zu errichten. Besonders erfreulich war das ehrenamtliche Engagement, das hinter der Tafel steckt. Auf Initiative der beiden Wemdinger wurde selbst eine Tafel konzipiert, durchdacht und angefertigt. Die Tafel steht seit kurzem im Zufahrtsbereich an den Wemdinger Lohweiher. Dort endete das Südportal des Dooskanalstollens.

Unterstützung bekamen die beiden durch Gerhard Schneid, der die Informationen der Tafel zusammenstellte und den Bericht verfasste. Als Quelle dienten eine Facharbeit von Stefanie Puchinger („Facharbeit über die Bedeutung der Doosquelle für die Stadt Wemding“) sowie Informationen von Theo Knoll zur historischen Sage der Doosquelle. Bildlich dargestellt hat Andreas Grau den Auslauf des Dooskanals mit Zulauf zum nebenliegenden Mühlweiher.
Bürgermeister Dr. Drexler danke bei einer kleinen Zusammenkunft den engagierten Wemdingern. „Es ist großartig, dass sich dieses Team in Eigenregie um Layout, Gestell mit Fundament, Aufstellung der Tafel und das Herrichten des Platzes gekümmert hat. Die Stadt Wemding dankt den Beteiligten ganz herzlich für dieses besondere Engagement“.

Im Übrigen verschaffte der Dooskanal den Wemdingern bis heute die Bezeichnung „Doosköpf“. Einer Legende nach gruben die Bauarbeiter von einem Kontrollschacht zum anderen. Der Ruf durch den Kanal „He, he, s’ Wasser lofft scho. Was isch, kommt’s scho?“ wurde mit „Es doos scho!“ (doost = rauscht oder tost) beantwortet. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 1538 hatte man von damals bis 1908 genügend Wasser in Wemding. (pm)