Dieser Wärmeplan analysiert den Wärmeverbrauch und die Treibhausgasemissionen von Haushalten, Unternehmen und kommunalen Liegenschaften und zeigt eine Strategie für eine klimaneutrale, regenerative Wärmeversorgung bis 2045 auf.
Nördlingen verfügt bereits über zahlreiche Biogasanlagen sowie bestehende und geplante Wärmenetze mit erneuerbaren Energien. Dennoch liegt der Anteil regenerativer Wärme aktuell erst bei 14 %, während 86 % noch durch fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl gedeckt werden. Diese sollen bis 2045 ersetzt werden, um die jährlichen Emissionen von derzeit 72.500 Tonnen CO₂ nahezu auf null zu senken.
Der Wärmeplan sieht den Ausbau von Wärmenetzen insbesondere in drei Gebieten vor: Gewerbegebiet Nord-Ost/Wemdinger Viertel, Krankenhaus–Oskar-Mayer-Straße–Anton-Jaumann-Industriepark–Rieser Sportpark–Augsburger Straße sowie in der Altstadt. In den übrigen Bereichen ist eine dezentrale Versorgung geplant, vor allem durch den Einsatz von Wärmepumpen. Wasserstoff spielt aufgrund begrenzter Verfügbarkeit und hoher Kosten nur eine Rolle in speziellen Industrieprozessen.
Der Wärmeplan bietet Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen eine wichtige Orientierung für die zukünftige Energieversorgung und bildet die Grundlage für die nächsten Schritte. Dazu wurde das Thema auch auf dem Frühjahrsmarkt am 29.03.2026 an einem Infostand vorgestellt.
Wie geht es weiter?
Für geplante Wärmenetze folgt nun die Detailplanung. Bei positiver Bewertung schließt sich die Umsetzung an, die je nach Projekt bis zu zehn Jahre oder länger dauern kann. In dezentralen Gebieten entscheiden Eigentümer selbst über den Heizungswechsel. Dabei ist eine Gesamtkostenbetrachtung aus Investitions- und Betriebskosten entscheidend. Unterstützung bieten Energieberatungen; weitere Informationen stellt die Stadt bereit.
Die Umstellung auf erneuerbare Wärme ist eine große, aber machbare Aufgabe. Sie stärkt langfristig Versorgungssicherheit, senkt Kosten, schafft lokale Wertschöpfung und schützt das Klima.
Für Fragen steht der Klimaschutzmanager der Stadt Nördlingen, Herr Holger Biller, zur Verfügung. Alle Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen sind eingeladen, sich aktiv an der Umsetzung zu beteiligen. (dra)