Der Harburger Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung (16.04.2026) den nächsten entscheidenden Schritt für die geplante Tinyhouse-Siedlung im Ortsteil Hoppingen gemacht. Einstimmig wurde der vorhabensbezogene Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Damit kann das Projekt eines Investors nun konkret umgesetzt werden. Bürgermeister Christoph Schmid betonte, dass die Bürgerschaft frühzeitig eingebunden wurde. In einer Informationsveranstaltung seien die Pläne vorgestellt worden – mit positivem Ergebnis: Die Hoppinger Bürgerinnen und Bürger hätten dem Projekt mehrheitlich zugestimmt.
Die Tinyhouse-Siedlung ist Teil eines größeren Konzepts, um neuen und zugleich bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auf einem rund 12.800m² großen Grundstück zwischen Ortskern und Bahnhof sollen rund 20 Tinyhäuser entstehen. Ursprünglich waren auf dem Gelände klassische Mehrfamilienhäuser geplant, was jedoch aufgrund gestiegener Baukosten verworfen wurde. Stattdessen setzt Investor Victor Lebedew nun auf kompakte, kosteneffiziente Wohnformen. Die Häuser sollen vollständig möbliert geliefert werden und – je nach Variante – rund 40m² Wohnfläche bieten. Gedacht sind sie unter anderem für Singles, Paare oder kleine Familien, die bewusst auf kleiner Fläche leben möchten.
Nachhaltigkeit und moderne Energieversorgung
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Nachhaltigkeit. Auf den Dächern der Tinyhäuser sollen Photovoltaikanlagen installiert werden, deren Strom auch für die Versorgung der Siedlung und das Laden von Elektrofahrzeugen genutzt werden kann. Der gesamte Strom wird in einem gemeinsamen Speicher gebündelt, sodass die Siedlung weitgehend ohne externen Strom auskommt. Dafür werden in einem Service-Gebäude mehrere große Speichereinheiten installiert. Passend dazu sind zahlreiche Wallboxen vorgesehen. Ziel ist es, ein weitgehend energieautarkes Quartier zu schaffen.
Planung berücksichtigt viele Details
Mit der Ausarbeitung des Bebauungsplans wurde Joost Godts beauftragt. In der Planung wurden zahlreiche Aspekte untersucht – etwa mögliche Lärmeinwirkungen durch die nahe Bahnstrecke, Rettungswege oder die Erschließung mit Versorgungsleitungen.
Auch die Gestaltung der Siedlung ist klar geregelt: Die Grundstücke sind vergleichsweise großzügig geschnitten mit 350 bis 450m². Jede Parzelle erhält einen eigenen Stellplatz sowie zusätzliche Besucherparkplätze. Zudem muss auf jedem Grundstück ein Baum gepflanzt werden.
Darüber hinaus gelten klare bauliche Vorgaben: Die Gebäude dürfen maximal 64m² und Terrassen 18m² groß sein. Zum Schutz vor Starkregen werden die Häuser auf Sockeln errichtet. Zudem ist festgelegt, dass die Grundstücke nicht als zusätzliche Stellflächen genutzt werden dürfen um beispielsweise einen Wohnwagen abzustellen. Erlaubt ist jedoch ein kleiner Schuppen.
Bürgerbeteiligung zeigt Wirkung
Das Projekt war im Vorfeld umstritten. In der Bevölkerung gab es unter anderem Bedenken hinsichtlich Nutzung und Gestaltung. In einer gut besuchten Informationsveranstaltung im März 2025 wurden diese Punkte offen diskutiert und in die Planung integriert. So wurde unter anderem sichergestellt, dass es sich um hochwertige, dauerhafte Wohngebäude handelt und nicht um eine Containerlösung.
Bürgermeister Schmid zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung: Es sei „sehr lobenswert“, dass die Wünsche des Stadtrats von Victor Lebedew und seinem Team umfassend berücksichtigt wurden. Mit dem einstimmigen Beschluss des Stadtrats ist nun der Weg frei für die Umsetzung der Tinyhouse-Siedlung.