Konzert

Ein Ritt durch die Musikwelt sorgte für große Begeisterung

Die Hauptkapelle unter der Leitung von Karsten Sell Bild: Lena Knie
Am Wochenende gab die Musikkapelle Reimlingen ihr Können zum Besten und sorgte damit für Begeisterung beim Publikum. Neben einem Streifzug durch die Musikwelt gab es auch Ehrungen für verdiente Mitglieder.

Mit dem Werk „Crossroads“ von Michael Oare (*1960) eröffnete die Jugendkapelle unter der Leitung von Kathrin Thum majestätisch und belebend zugleich am Samstag den ersten Teil des Frühjahrskonzerts in der Turnhalle des Bildungshauses St. Albert. Anschließend riss das Orchester das Publikum durch „Equinox“ des US-amerikanischen Komponisten Ed Huckeby (*1948) in einem Wechselspiel aus Ruhe und Bewegung mit. 

Bereits hier zeigte sich ein hohes Maß an musikalischem Verständnis innerhalb des jungen Ensembles. Mit „Meet the Beatles“ präsentierten die Musikerinnen und Musiker darauf bekannte Melodien der legendären britischen Band in einem schwungvollen Blasorchester-Arrangement, das für großen Wiedererkennungswert im Saal sorgte. Den Abschluss bildete ein Ausflug in die energiegeladene Musik der 80er-Jahre: ein Medley der US-Band Journey sowie die Rockhymne „Livin' on a Prayer“ von Bon Jovi. 

Nach der von den Zuhörern geforderten Zugabe „Transformers“ von Alexander Pfluger (*1970) übernahm die Hauptkapelle unter der Leitung von Dirigent Karsten Sell das Programm. Sie eröffnete ihren Teil mit Auszügen aus „Carmen“ von Georges Bizet (1838–1875). Die Bearbeitung der berühmten Oper verlangte große klangliche Präzision und ein feines Gespür für dramatische Spannungsbögen, was großartig gelang.

„Schmelzende Riesen“ als Hauptstück des Abends

Es folgte das Hauptstück des Abends: „Schmelzende Riesen“, ein modernes sinfonisches Blasorchesterwerk des Südtiroler Komponisten Armin Kofler (*1981), das durch atmosphärische Klangflächen und emotionale Steigerungen beeindruckte. Die Thematik des Klimawandels und des Rückgangs alpiner Gletscher wurde dabei regelrecht greifbar.

Kapelle und Dirigent überzeugten nicht nur durch feine Klanggestaltung, saubere Intonation und dynamische Kontrolle, sondern transportierten zugleich eine eindringliche Botschaft: die Verletzlichkeit der Natur und die Dringlichkeit ihres Schutzes. 

Im Anschluss wurden mit dem bulgarischen Stück „Das Abzeichen“ von Stefan Marinoff (1931–2008) und „Kameraden auf See“ von Robert Küssel (1895–1970) zwei kontrastreiche Märsche gegenübergestellt – tänzerische Balkanfolklore traf hier auf deutsche Marinetradition. „Abba in Concert“ brachte daraufhin weltbekannte Hits der schwedischen Popgruppe im sinfonischen Gewand auf die Bühne und sorgte für wippende Köpfe im Saal.

Einen weiteren Höhepunkt setzte „Full of Beans“ von Thiemo Kraas (*1984), das im energiegeladenen Ska-Rhythmus durch moderne Klangsprache überzeugte. 

Ein besonderer Moment des Abends war die Ehrung verdienter Musiker. Neben zahlreichen Auszeichnungen wurde Flügelhornist Jürgen Lasser für 50 Jahre aktives Musizieren das Ehrenzeichen in Diamant am weiß-blauen Band des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes verliehen. 

Finale Bandbreite und emotionaler Abschluss

Im letzten Konzertblock zeigte die Hauptkapelle nochmals ihre ganze Bandbreite: „Bohemian Rhapsody“ von Queen erklang in einer anspruchsvollen Blasorchesterfassung, die die springenden Wechsel und Übergänge des Originals eindrucksvoll übertrug. „Hey Jude“ aus der Feder der Beatles bildete einen emotionalen Schlusspunkt, der das Publikum beim Refrain zum lauten Mitsingen einlud.

Der anhaltende Applaus führte zu zwei Zugaben: Mit dem „Bozner Bergsteigermarsch“ und „Lili Marleen“ verabschiedete sich die Musikkapelle Reimlingen von ihren begeisterten Gästen und rundete einen vielseitigen und gelungenen Konzertabend ab, durch den Laura Berndorfer und Bernhard Kugler elegant mit ihren Ansagen geführt hatten. (dra)

Weitere Ehrungen:

D2-Prüfug: 
Carmen Aurnhammer, Laura Berndorfer, Lukas Gebele, Hanna Thum, Luis Thum 

15 Jahre:  
Larissa Herrmann, Lea Hundsdorfer, Elena Schneele, Johann Wunderle 

25 Jahre:  
Michael Kohnle, Alexander Lutz, Simone Martin, Alexandra Mielich, Theresia Strauß