IHK Schwaben

IHK-Konjunkturumfrage zeigt weiterhin schwache wirtschaftliche Entwicklung

Symbolbild Bild: Magnific
Die wirtschaftliche Stimmung in Nordschwaben bleibt im Frühjahr 2026 angespannt. Der IHK-Konjunkturindex für die Region sinkt gegenüber der Vorumfrage zum Jahresbeginn um vier Punkte auf nunmehr 102 Punkte. Damit liegt Nordschwaben nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 100 Punkten und deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 109 Punkten.

Die Unternehmen in Nordschwaben leiden weiterhin unter den hohen Energiepreisen, der schwachen Inlandsnachfrage, hohen Kosten und einer anhaltenden wirtschaftspolitischen Unsicherheit“, erklärt Andreas Dirr, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Donau-Ries. „Viele Betriebe verschieben Investitionen oder agieren zunehmend zurückhaltend bei Neueinstellungen.“ Alexander Merenda, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Dillingen, ergänzt: „Die regionale Wirtschaft braucht wieder verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und mehr Vertrauen in die Zukunft des Standorts Deutschland.“

Im April 2026 hat die IHK Schwaben einen repräsentativen Querschnitt ihrer Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen zur aktuellen Geschäftslage, zu ihren Erwartungen sowie zu den größten konjunkturellen Risiken befragt. Rund 860 Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben haben sich beteiligt, davon rund als 140 aus Nordschwaben.

Donau-Ries bleibt leicht über Wachstumsschwelle

Im Landkreis Donau-Ries verschlechtert sich die wirtschaftliche Stimmung leicht. Der IHK-Konjunkturindex sinkt um drei Punkte auf nunmehr rund 103 Punkte. Zwar wird die aktuelle Geschäftslage von vielen Unternehmen weiterhin vergleichsweise stabil bewertet. Gleichzeitig haben sich jedoch die Geschäftserwartungen spürbar eingetrübt.

Dillingen fällt unter Druck zurück

Deutlicher fällt der Rückgang im Landkreis Dillingen aus. Der IHK-Konjunkturindex sinkt dort um sechs Punkte auf rund 101 Punkte. Sowohl die Bewertung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich verschlechtert. 

Dienstleistungen stabilisieren die Region

Wie bereits in den vergangenen Umfragen erweisen sich die Dienstleistungen mit einem Branchenindex von 109 Punkten auch in Nordschwaben als wichtigste Stütze der regionalen Konjunktur. Dagegen bleibt der Handel mit nur noch 69 Punkten deutlich schwächer. Gerade dieser leidet besonders stark unter der weiterhin zu geringen Inlandsnachfrage.

Zu geringe Investitionen, weniger Beschäftigung

„Die in Summe steigenden und sich in ihrer Struktur verändernden konjunkturellen Risiken wirken sich negativ auf die Investitions- und Beschäftigungspläne der regionalen Wirtschaft aus “, stellt Alexander Merenda fest. Insgesamt droht die wirtschaftliche Substanz der Region zu schwinden. Andeas Dirr konkretisiert: „Die Energie- und Rohstoffpreise sind in Folge der Krise am Persischen Golf sprunghaft angestiegen. Und sie werden perspektivisch teuer bleiben. Sie tragen gemeinsam mit den hohen Arbeits- und Bürokratiekosten dazu bei, dass die finanziellen Spielräume der nordschwäbischen Unternehmen immer kleiner werden, was sich besonders für im internationalen Wettbewerb stehende Unternehmen negativ auswirkt.“

Wirtschaft fordert bessere Standortbedingungen

Die Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlungen in Nordschwaben fordern deshalb entschlossene wirtschaftspolitische Reformen. „Unsere Unternehmen brauchen wettbewerbsfähige Energiepreise, eine beherrschbare Steuer- und Abgabenlast, schnellere Genehmigungsverfahren und einen spürbaren Bürokratieabbau“, erklärt Andreas Dirr. Alexander Merenda ergänzt: „Nordschwaben verfügt weiterhin über starke mittelständische Unternehmen und eine leistungsfähige Industrie. Dieses Potenzial muss durch verlässliche politische Rahmenbedingungen gestärkt werden, damit die regionale Wirtschaft wieder wachsen kann.“ (dra)