Entgegen dem allgemeinen bayerischen Trend erlitten im Donau-Ries-Kreis mehr Menschen einen Herzinfarkt. Das zeigt ein Vergleich im Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). „So wurden im Jahr 2024 im Donau-Ries-Kreis 430 Herzinfarkte je 100.000 Personen ab dem 30. Lebensjahr gezählt, im Jahr 2017 dagegen waren es noch weniger, nämlich 420 Fälle“, so Michaela Kluger, Direktorin der AOK Donau-Ries.
Bayernweit dagegen zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Zahlen. Hier sank die Herzinfarkt-Rate von 340 auf 290 Fälle. Das entspricht einem Minus von rund 14 Prozent.
Bayernweit große Unterschiede
Der Gesundheitsatlas schlüsselt die Daten zur Herzinfarkthäufigkeit auch nach Alter und Geschlecht auf. Die Auswertungen zeigen, dass die Herzinfarkt-Raten mit dem Alter deutlich ansteigen. Zudem fällt ein Unterschied zwischen den Geschlechtern auf. „In allen Altersgruppen sind Herzinfarkte bei Männern deutlich häufiger dokumentiert als bei Frauen“, erläutert Michaela Kluger.
So lag die Herzinfarkt-Rate der bayerischen Männer bei 410 Fällen je 100.000, während nur 180 von je 100.000 Frauen betroffen waren. Bayernweit und sogar bundesweit weist die Stadt Rosenheim mit 180 Fällen je 100.000 Personen die niedrigste Herzinfarkt-Rate auf. Die höchste Rate im Freistaat fand sich 2024 im Landkreis Wunsiedel mit 520 Fällen je 100.000 Menschen.
Das Ziel: „Wir schaffen die Voraussetzungen für mehr gesunde Jahre“
„Auf Basis der WIdO-Auswertungen stellen wir bereits seit einigen Jahren beispielsweise Landrätinnen und Landräten, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern oder der Leitung einer Gesundheitsregionplus Gesundheitsdaten zur Verfügung“, so Kluger. Mit dieser verlässlichen Datenbasis lassen sich gesundheitliche Auffälligkeiten auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte frühzeitig erkennen. So können regional passende gesundheitsfördernde Maßnahmen umgesetzt werden. Die AOK entwickelt darüber hinaus ihre Präventionsangebote konsequent weiter, um Gesundheit direkt in den Alltag der Menschen zu integrieren. So soll die Lücke zwischen dem Wissen über Gesundheit und dem konkreten Lebensstil geschlossen werden.
„Unser Ziel ist klar: Wir schaffen die Voraussetzungen für mehr gesunde Jahre“, betont Michaela Kluger. So hat die Gesundheitskasse zur Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, etwa in Kitas, Schulen und Betrieben, vielfältige Angebote, unter anderem zur Bewegungsförderung und zu einer gesundheitsbewussten Ernährung. Darüber hinaus unterstützt sie Versicherte mit Versorgungsprogrammen (DMP) im Umgang mit einer chronischen Erkrankung – davon profitieren zum Beispiel auch Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK). (dra)