Schülerbeförderung

Verbesserungen in der Schülerbeförderung zwischen Rain und Donauwörth

Symbolbild Bild: pixabay
Bereits im März wurde Stefan Rößle, dem ehemaligen Landrat, ein offener Brief übergeben, der Beschwerden bezüglich der Schülerbeförderung in Donauwörth enthielt. Nun geht Landrat Michael Dinkelmeier das Problem an.

Bei einem Treffen der Schulleitungen der weiterführenden Schulen in Donauwörth, deren Elternbeiräten und dem damaligen Landrat Stefan Rößle wurde im März ein offener Brief übergeben, in dem Probleme bei der Schülerbeförderung in Donauwörth sowie zwischen Rain und Donauwörth aufgezeigt wurden. Ein großes Problem stellt insbesondere das regelmäßige Zuspätkommen von Schülern in der 1. Unterrichtsstunde aufgrund von Verspätungen, Ausfällen und Verpassen von Anschlüssen dar. 

Nun hat Landrat Michael Dinkelmeier zu einem Folgetermin eingeladen

In einer großen Runde im Landratsamt Donau-Ries kamen hierzu die Schulleitungen der weiterführenden Schulen in Donauwörth, die jeweiligen Elternbeiräte, Vertreter der Eisenbahnverkehrsunternehmen agilis und Arverio sowie vom Busunternehmen Egenberger, der Oberbürgermeister Jürgen Sorré und Landrat Michael Dinkelmeier sowie Mitarbeiter der Verwaltung zusammen und berieten über Verbesserungsmöglichkeiten. 

Zunächst erläuterten die Vertreter von agilis die Herausforderungen auf der Donautalbahn zwischen Rain und Donauwörth und weiter nach Dillingen und zeigten im Anschluss Lösungsmöglichkeiten auf. agilis bedauerte dabei die Verspätungen der Schülerfahrten zwischen Rain und Donauwörth. Allerdings lägen die Beeinträchtigungen nur zu einem sehr geringen Teil direkt im Einflussbereich des Eisenbahnverkehrsunternehmens selbst begründet. 

Hauptursachen der Verspätungen seien die Auslastung der eingleisigen Strecke und die Störanfälligkeit der Infrastruktur. Oftmals müssten agilis-Züge außerplanmäßig an Kreuzungsstellen auf entgegenkommende oder überholende andere Züge warten. Die entstehenden Verspätungen leisen sich aufgrund des straffen Fahrplans meist nicht mehr aufholen. 

Dennoch hat agilis bereits Maßnahmen zur Verbesserung ergriffen. Bei beiden Zügen (ag 84258, morgens von Rain nach Donauwörth um 7:14 Uhr und ag 84261, mittags von Donauwörth nach Rain um 13:32 Uhr) hat das Unternehmen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 in Absprache mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, Fahrplananpassungen veranlasst, die erwartungsgemäß zu mehr Stabilität und Pünktlichkeit führen sollen. Die endgültige Zustimmung des Infrastrukturbetreibers DB InfraGO AG steht hierfür allerdings noch aus. Zudem wird agilis dazu beitragen, die Haltezeiten an den Bahnhöfen Burgheim und Rain zu verkürzen. Dort können Fahrgäste den Bahnsteig aus betrieblichen Gründen erst nach endgültigem Halt des Zugs betreten, was zu Verzögerungen vor allem beim Einsteigen im Schülerverkehr führt. 

agilis nutzt sämtliche zur Verfügung stehenden Kanäle, um die Reisenden mittel- und kurzfristig zu informieren. Bei den teilautomatisierten Systemen kann es jedoch gerade bei Störungshäufungen zu Fehlern kommen, die in widersprüchlichen oder fehlenden Fahrgastinformationen am Bahnsteig oder in den Live-Auskunftsmedien resultieren. agilis empfiehlt allen Reisenden, den Abweichungsnewsletter für ihre jeweilige Linie zu abonnieren, der via SMS oder E-Mail auch sehr kurzfristig über Fahrplanänderungen informiert. Das Abonnement kann von jedem kostenlos und einfach unter www.agilis.de/abweichungen erstellt werden.

 Schüler, die in Rain auf die Busse der Firma Egenberger umsteigen, sind auf funktionierende Anschlüsse angewiesen. Aktuell ist es technisch schwierig in Verspätungsfällen diese Anschlüsse sicherzustellen. Mit dem Beitritt des Landkreises Donau-Ries zum Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) zum 01.01.2027 werden diese technischen Möglichkeiten verbessert bzw. erst geschaffen. Somit kann eine verbesserte Abstimmung zwischen den Zügen auf der Donautalbahn und den Bussen vor allem im Verspätungsfall erfolgen und die Busse bestenfalls auf einen verspäteten Zug warten.

Auf der Riesbahn zwischen Donauwörth und Nördlingen wird es bereits zum kleinen Fahrplanwechsel am 14.06.2026 Verbesserungen geben

Das Eisenbahnverkehrsunternehmen Arverio teilte mit, dass dann ein zusätzliches Fahrzeug als Reserve zur Verfügung stehen wird. Bislang ist es so, dass die Züge am Endbahnhof kurz nach ihrer Ankunft wieder zurückfahren. Dies führt dazu, dass Verspätungen nicht abgebaut werden können und auch die weiteren Fahrten verspätet sind oder vorzeitig gewendet werden muss und damit einzelne Bahnhöfe nicht bedient werden können. Die Riesbahnzüge fahren kurz nach der Ankunft in Aalen zurück in Richtung Donauwörth. Bei Verspätungen startet die nächste Fahrt in die Gegenrichtung auch wieder verspätet, und bei größeren Verspätungen müssen die Züge aus Richtung Nördlingen bereits in Lauchheim oder Goldshöfe vorzeitig wenden. Durch das zusätzliche Fahrzeug kann dies künftig vermieden werden.

Auch für einzelne Fahrten im Stadtgebiet von Donauwörth wurde Verbesserungspotential gesehen

Insbesondere wurden fehlende Busanschlüsse morgens bei Verspätung des Zuges von Rain nach Donauwörth, eine fehlende direkte Fahrtmöglichkeit vom Bahnhof zum Schulzentrum am Stauferpark, nicht auf die Schulschlusszeiten mittags der weiterführenden Schulen ausgerichtete Abfahrtszeiten und die starke Verspätungsanfälligkeit von Bussen im Stadtgebiet, insbesondere freitags, thematisiert.

Die Schüler des Gymnasiums sind am Bahnhof Donauwörth auf den Stadtbus um 7:35 Uhr angewiesen, um rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn zu erscheinen. Bei einer Verspätung des Zuges aus Rain mit planmäßiger Ankunft um 7:25 Uhr kann dieser Anschluss zum Teil nicht gehalten werden. Es wird deshalb geprüft, ob dieser Bus einige Minuten später gelegt werden kann. Zwischen dem Bahnhof Donauwörth und dem Schulzentrum am Stauferpark gibt es bereits im Bestand eine direkte Fahrmöglichkeit um 7:47 Uhr mit Ankunft um 7:55 Uhr. Es soll aber geprüft werden, ob diese Fahrt einige Minuten früher gelegt werden kann, um mehr Zeit zwischen Ankunft und Schulbeginn zu erreichen. Zudem werden alternative Fahrtmöglichkeiten mit Stadt- und Regionalbussen zum Schulzentrum und zum Gymnasium geprüft. Solche Auskünfte können heute bereits über die Fahrplanauskunft MoBY unter bahnland-bayern.de abgefragt werden. 

Abfahrtzeiten nur für einige Schülerinnen und Schüler erreichbar

An der Haltestelle Ludwig-Auer-Mittelschule, die in fußläufiger Entfernung zum Schulzentrum am Stauferpark liegt, fahren mehrere Stadtbusse um 12:55 Uhr ab. Damit sind diese Busse auf den Schulschluss der Mittelschule ausgerichtet, können aber von den Schülern der weiterführenden Schulen nicht genutzt werden. Es soll deshalb geprüft werden, ob diese Busse später gelegt werden können. 

Insbesondere freitags kommt es aufgrund der Verkehrssituation in Donauwörth regelmäßig zu starken Stauerscheinungen und in der Folge zu starken Verspätungen der Stadt- und Regionalbusse. Diesbezüglich zeichnet sich aktuell aber keine Entspannung oder gar Lösung ab.

Die Elternbeiräte der weiterführenden Schulen haben sich zu einem informellen Gesamtelternbeirat zusammengeschlossen und eine Umfrage an diesen Schulen gestartet. Die befragten Eltern und Schüler haben noch weitere Problemfelder aufgezeigt. Die Ergebnisse werden aktuell ausgewertet. 

Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Schülerbeförderung verbessert werden soll und die aufgezeigten Mängel nach Möglichkeit behoben werden sollen. In einem Folgetermin wird über weitere konkrete Maßnahmen beraten. Landrat Dinkelmeier dankte allen Verantwortlichen, die sich für entsprechende Maßnahmen einsetzen und diese umsetzen und zeigte sich zuversichtlich, dass die Maßnahmen zu einer verbesserten Schülerbeförderung beitragen werden: „Die Schülerbeförderung ist ein komplexes Geflecht, bei dem ein Zahnrad in das andere greift und auch kleinste Änderungen große Auswirkungen haben können. Die Herausforderungen für die Schülerinnen und Schüler werden wir auch künftig kontinuierlich im Blick behalten.“ (dra)