Die seit Jahren leerstehende Stadtmühle könnte schon bald neues Leben eingehaucht bekommen. Der Donauwörther Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig beschlossen, grundsätzlich die Bereitschaft zu erklären, das Gebäude als möglichen Standort für ein luftfahrttechnisches Museum zur Verfügung zu stellen. Damit erhält der neu gegründete Förderverein die notwendige Grundlage, um die Planungen voranzutreiben und Gespräche mit möglichen Förderern und Sponsoren zu führen.
„Wir als Stadt würden die seit Jahren leerstehende Stadtmühle als Räumlichkeiten für ein Museum zur Verfügung stellen. Der Verein benötigt diesen Grundsatzbeschluss, um die Planungen und die Finanzierungen zu sichern“, erklärte Oberbürgermeister Jürgen Sorré zu Beginn.
Luftfahrtstandort erlebbar machen
Bert Stegkemper, 1. Vorsitzender, stellte dem Stadtrat das Projekt des im April gegründeten Fördervereins „Luftfahrttechnisches Museum Donauwörth“ vor. Ziel sei es, die Geschichte und Bedeutung Donauwörths als Luftfahrtstandort sichtbar zu machen.
„Donauwörth ist einer der Luftfahrtstandorte in Deutschland. Gemeinsam mit Gleichgesinnten haben wir einen Förderverein gegründet, der nur einen Zweck hat: Den Luftfahrtstandort sichtbar machen“, sagte Stegkemper. Geplant sei ein Museum mit rund 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche, Werkstatt, Shop und Cafeteria. Statt Vitrinen solle dort „Technik zum Anfassen“ geboten werden. An Exponaten werde es laut Stegkemper nicht fehlen. Gleichzeitig betonte er, dass kein reines Airbus-Museum entstehen solle, sondern ein Museum zur gesamten Luftfahrttechnik. Aber auch der ehemalige Waggonbau soll in Zusammenarbeit mit dem Eisenbahnmuseum Nördlingen gezeigt werden.
Als idealen Standort sieht der Verein die Stadtmühle – unter anderem wegen der Nähe zur Innenstadt, möglicher Synergien mit der Landesgartenschau und der historischen Bausubstanz. Ob sich das Gebäude tatsächlich eignet, müsse allerdings erst geprüft werden.
Breite Zustimmung im Stadtrat
Die Fraktionen begrüßten das Vorhaben nahezu einhellig. Michael Bosse freute sich darüber, dass für die Stadtmühle nach vielen Jahren Leerstand nun eine sinnvolle Nutzung in Aussicht stehe. Wolfgang Fackler sprach von einem Projekt, „von dem man nur begeistert sein kann“, und forderte die Stadt auf, den Verein bestmöglich zu unterstützen. Auch Manfred Hofer befürwortete das Museum und regte an, zusätzlich die gesamte Industriegeschichte Donauwörths einzubeziehen. Auch Marco Fänger kündigte die Zustimmung seiner Gruppierung an, merkte jedoch an, dass ein Standort näher am Airbus-Werk besser wäre.
Kritische Anmerkungen gab es vor allem zum Verfahren sowie zur Parkplatzsituation. Bärbel Stahl hätte sich eine Vorberatung im Ausschuss gewünscht und verwies ebenso wie Cihangir Kasapoglu auf die Herausforderungen bei Anfahrt und Parkplätzen. Stadtheimatpflegerin Gudrun Reißer empfahl dem Förderverein, frühzeitig den Kontakt mit dem Landesamt für Denkmalpflege zu suchen.
Oberbürgermeister Sorré machte deutlich, dass das geplante Museum keine Konkurrenz zur bestehenden Museumslandschaft sei, sondern diese sinnvoll ergänze. Eine finanzielle Beteiligung der Stadt sei angesichts der Haushaltslage zwar nicht möglich, das Projekt verdiene jedoch große Anerkennung.
Einstimmiger Beschluss
Am Ende votierte der Stadtrat einstimmig für den Grundsatzbeschluss. Damit erklärt die Stadt ihre Bereitschaft, die Stadtmühle als möglichen Museumsstandort zur Verfügung zu stellen. Die Verwaltung wird nun die nächsten Schritte vorbereiten und einen entsprechenden Vertrag mit dem Förderverein ausarbeiten.
Mit dem einstimmigen Signal aus dem Stadtrat kann der Förderverein jetzt seine Planungen konkretisieren und Gespräche mit Sponsoren sowie Fördermittelgebern intensivieren. So will man unter anderem die Messerschmitt-Stiftung und die Bölkow-Stiftung als Förderer gewinnen.