Stadtrat

Haushalt 2026 in Donauwörth beschlossen: "Wir gestalten aktiv die Zukunft unserer Stadt!"

Die Reichsstraße in Donauwörth. Bild: Städt. Tourist-Information Donauwörth/Herbert Fößel
Der Stadtrat hat am Donnerstagabend den Haushalt der Stadt Donauwörth für das Jahr 2026 verabschiedet. Trotz eines auf den ersten Blick hohen Defizits sieht die Stadtverwaltung die finanzielle Lage weiterhin als stabil an.

Das Haushaltsvolumen der Stadt Donauwörth steigt im Jahr 2026 deutlich auf 140 Millionen Euro - im Vorjahr waren es noch 106 Millionen Euro gewesen. Gleichzeitig gehen die Rücklagen spürbar zurück: Lag die Liquiditätsreserve Ende 2025 noch bei rund 65 Millionen Euro, wird sie zum Ende des Haushaltsjahres 2026 voraussichtlich rund 39 Millionen Euro betragen.

Ein wesentlicher Faktor für die Haushaltslage ist neben den anstehenden Großprojekten vor allem die hohe Kreisumlage. Diese beläuft sich im laufenden Jahr auf rund 32 Millionen Euro und basiert auf den hohen Einnahmen der Stadt im Jahr 2024. „Natürlich dominiert die Kreisumlage unsere Ausgaben“, erklärt Oberbürgermeister Jürgen Sorré im Gespräch mit unserer Redaktion. Gleichzeitig betont Sorré die Bedeutung der Umlage für die Region. Die Mittel kämen auch Donauwörth zugute – etwa durch Investitionen wie die Generalsanierung des Gymnasiums, den Neubau der FOS/BOS oder die Erweiterung der Berufsschule. Zugleich betonte der Rathauschef, die Entwicklung weiterhin genau im Blick zu behalten. Die Kreisumlage werde „mit einem wachsamen Auge“ verfolgt.

Investitionen in Infrastruktur und Stadtentwicklung

Zu den größten Projekten zählen der Neubau des Kindergartens Schneegarten, der mit rund 17 Millionen Euro zu Buche schlägt. Die Stadt darf aber mit Zuschüssen in Höhe von rund 7 Millionen Euro rechnen. Bekanntlich ist auch die Sanierung des Tanzhauses ein großer Kostenfaktor. Rund 34 Millionen Euro plant die Stadt für die Maßnahme ein. Eine wichtige Rolle spielt auch die Landesgartenschau 2028. Das Gesamtvolumen für diese liegt bei 55 Millionen Euro. Der Eigenanteil für die Stadt liegt bei 17 Millionen Euro. 

Hinzu kommen Investitionen in städtische Straßen, der Ausbau des mobilen Hochwasserschutzes sowie die geplante Sanierung der Invalidenkaserne zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

"Haushalt steht für Kontinuität, Verlässlichkeit und verantwortungsvolle Finanzpolitik"

In seiner Haushaltsrede betonte OB Jürgen Sorré die strategische Ausrichtung der Stadt. Ziel sei es, nicht nur die aktuellen Aufgaben zu erfüllen, sondern aktiv die Zukunft der Stadt zu gestalten. Dabei profitiere Donauwörth von einer hohen Förderquote: Im Schnitt werden rund 60 Prozent der Projekte durch Zuschüsse finanziert, in Einzelfällen sogar bis zu 80 Prozent. Er sagte: "Wir sind als eine der wenigen Kommunen unserer Größe in der Lage, diese Investitionen zu realisieren – und das nach derzeitigem Stand und im Planungshorizont bis 2029 weiterhin ohne langfristige Neuverschuldung.“

Trotz der hohen Ausgaben zeigt sich der Oberbürgermeister überzeugt: Nach Abschluss der großen Maßnahmen werde die Stadt anders dastehen wie heute und sich zeigen, dass sich die Mühen gelohnt haben. Sein Fazit: „Wir investieren gezielt, nachhaltig und mit klarem Blick auf die Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger.“

Alle Fraktionen haben dem Haushalt zugestimmt. 

Er betonte, dass der vorgestellte Haushalt kaum echte Konfliktlinien enthalte. Ein Eindruck, der sich auch in den Beratungen widergespiegelt habe, die ohne größere Kontroversen abgeschlossen worden seien. Das liege jedoch nicht daran, dass der Haushalt unwichtig sei, sondern vielmehr daran, dass er im Kern wenig Neues biete. Vielmehr sei er geprägt von großen, langfristig angelegten Projekten, die bereits seit Jahren fest verankert sind. "Der Haushalt 2026 ist solide und setzt auf Kontinuität. Entscheidend wird sein, dass wir ihn mit Disziplin, Transparenz und Umsetzungskraft füllen, damit etwas vorwärts geht in unserer Stadt."

Er zeigte sich äußerst zuversichtlich mit Blick auf die Zukunft der Donauwörth. Es liege nun an den Stadträten, eine verlässliche Perspektive für die Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Zugleich betonte er, dass die Entwicklung auch über die Landesgartenschau 2028 hinaus konsequent fortgeführt werden müsse.

Er lobte die solide finanzielle Lage der Donauwörth, insbesondere die Rücklagen in Höhe von 81 Millionen Euro. Zugleich machte er deutlich, dass genau dieser Punkt die Fraktion beschäftige: Die Rücklagen seien zwar eine große Stärke, aber nicht unbegrenzt verfügbar. Zum Abschluss sagte er: "Am 1. Mai 2026 beginnt eine neue Wahlperiode mit einem neu zusammengesetzten Stadtrat. Was wir heute verabschieden, ist damit mehr als ein Jahreshaushalt - es ist eine Art Vermächtnis unserer Arbeit der vergangenen Jahre. Gleichzeitig müssen wir uns bewusst sein: Die Weichen, die wir heute stellen, binden den Stadtrat in erheblichem Maße. Projekte mit Folgekostenverpflichtungen in dreistelliger Millionenhöhe lassen sich nicht einfach zurückdrehen. Der neue Stadtrat wird auf dem aufbauen müssen, was wir heute beschließen."

Er betonte, dass die Vorbereitungen des Haushalts wieder einmal unter oft schwer abschätzbaren Rahmenbedingungen stattgefunden haben - dies ziehe sich wie ein roter Faden durch die Stadtratsperiode. Das Ergebnis der Haushaltsberatungen sei jedoch aus Sicht der SPD-Fraktion gut gelungen. "Die Großprojekte der nächsten Zeit sind alle gut im Haushalt verankert und können sich bei der Finanzierung auch auf Fördermittel stützen."

Redakteurin. Recherchiert und schreibt für online und im blättle. Immer unterwegs, ob bei einer politischen Diskussion, einem Unfall oder im Eins-zu-eins Gespräch mit ihren Interviewpartnern. Zimmerpflanzenbeauftragte im Redaktionsbüro. Steht in ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz.
Telefon: 0906 / 977 598 - 22,  E-Mail: jwagner@donau-ries-aktuell.de