Geschäftsübernahme

Nördlinger Metzgerei Schlecht schließt: Markus und Wolfgang Göth übernehmen den Betrieb

Markus Göth, Rose-Marie Schlecht, Paul Schlecht und Wolfgang Göth in den bald neuen Räumen der Metzgerei Göth in der Schrannenstraße in Nördlingen. Bild: Matthias Stark
Die Nördlinger Metzgerei Schlecht schließt und wird von Familie Göth übernommen. Ein Stück Nördlinger Tradition bleibt erhalten: Die beliebten Messwürste sollen auch künftig nach Originalrezept hergestellt werden.

Nach Jahrzehnten geht in der Nördlinger Innenstadt eine Ära zu Ende – und gleichzeitig beginnt eine neue. Die Metzgerei Göth übernimmt die traditionsreiche Metzgerei Schlecht. Seit 1956 steht Die Metzgerei Schlecht in der Schrannenstraße für hochwertige Metzgerwaren. Viele Jahre gab es auch eine Filiale in der Donauwörther Reichsstraße. Diese wurde allerdings schon vor einigen Jahren wegen Personalmangel geschlossen.

Für Rose-Marie Schlecht und ihren Sohn Paul war die Entscheidung, den Familienbetrieb abzugeben, keine leichte. "Es war eine gemeinsame Entscheidung innerhalb der Familie", erklärt Rose-Marie Schlecht. „Aber wir sind uns sicher, dass es die richtige Entscheidung sein wird. Wir freuen uns, dass wir noch bis 15. August geöffnet haben. Dann sperren wir ein letztes Mal ab.“ Umso glücklicher sei man darüber, mit der Familie Göth einen Nachfolger gefunden zu haben, der den Betrieb mit viel Erfahrung und Respekt vor der Tradition weiterführen werde. Dass ausgerechnet die Metzgerei Göth den Betrieb übernimmt, sei kein Zufall. Die Familien kennen sich seit vielen Jahren – teilweise bereits aus der gemeinsamen Berufsschulzeit, aber auch über den familiären Kontakt. Entsprechend groß sei das gegenseitige Vertrauen gewesen, als die Gespräche über eine Übernahme konkreter wurden.

Metzgerbrüder Göth eröffnen siebte Filiale

Für Markus und Wolfgang Göth bedeutet die neue Filiale einen wichtigen Schritt. Es ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Expansion, der aktuell auch mit dem Neubau einer modernen Produktion in Rain Rechnung getragen wird.  Nach dem traditionellen Betriebsurlaub der Metzgerei Schlecht ab dem 15. August wird das Geschäft auf das Erscheinungsbild der Metzgerei Göth umgestaltet. Die Wiedereröffnung ist im Laufe des Septembers geplant.

Dabei setzen die neuen Inhaber bewusst auf Kontinuität. Sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden übernommen. Insgesamt beschäftigt der Standort rund 15 Personen. Zusätzlich habe man bereits weitere Bewerbungen erhalten, sodass man optimistisch in die Zukunft blicke.

Auch hinter den Kulissen bleibt vieles beim Alten. Neben der klassischen Metzgerei wird auch die Küche übernommen. Spezialitäten wie Feinkostsalate und Maultaschen entstehen auch künftig vor Ort. Ebenso bleiben die Küche, die warme Theke und das beliebte Mittagstischangebot erhalten. „Dafür steht die Metzgerei Schlecht. Damit hat sie Erfolg – das möchten wir weiterführen“, erklärt Wolfgang Göth.

Die Ära Schlecht endet, die Messwürste bleiben:

Besonders wichtig ist den neuen Betreibern, die traditionellen Spezialitäten der Metzgerei Schlecht nicht verloren gehen zu lassen. Deshalb wird Paul Schlecht die Göth-Mitarbeiter persönlich in die Herstellung der beliebten Messwürste einarbeiten. Bereits 2027 möchte die Metzgerei Göth mit den originalen Nördlinger Messwürsten auf der Nördlinger Mess' vertreten sein. "Wir haben da richtig Bock drauf", sagen Markus Göth. „Bisher stellen wir natürlich auch feine Bratwürste aus Kalbsbrät her, wir werden jetzt aber die Rezeptur der Familie Schlecht übernehmen“, sagt er. Neben den Messwürsten sollen auch weitere Spezialitäten erhalten bleiben. Dazu zählen unter anderem die beliebten Feinkostspieße, die seit vielen Jahren zu den Aushängeschildern der Metzgerei Schlecht gehören.

Bereits jetzt hat jede Filiale der Metzgerei Göth einen eigenen Charakter. Deshalb wird auch der Standort in Nördlingen ein leicht angepasstes Sortiment erhalten, das auf die Wünsche der Kundinnen und Kunden vor Ort zugeschnitten ist. „Die Nördlinger Kunden bekommen dann sicher auch die ein oder andere Neuheit, die wir in unsere Filialen haben,“ so Wolfgang Göth.

Ein Glückstreffer für Nördlingen

Oberbürgermeister David Wittner wurde von Rose-Marie Schlecht persönlich über die Entscheidung informiert. „Es ist natürlich schade, wenn eine Nördlinger Traditionsfirma aufhört und verschwindet. Auf der anderen Seite ist die Familie Göth hier ein Glückstreffer. Nicht nur, dass ein Leerstand vermieden wird. Wir bekommen auch einen Familienbetrieb, der das Handwerk im Gebäude weiterführt." 

Geschäftsführer und Gründer. Immer direkt vor Ort wenn etwas passiert, auch in der Nacht. Verantwortlich für den Anzeigenverkauf. Bespricht dienstliches gerne bei einem Arbeitsessen. Fußballer. Hat ein Faible für antike Holzmöbel. Bringt Tochter und Hund gerne mit ins Büro.

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