Nach knapp zweieinhalb Jahren ist das Kapitel Super Emma in Oettingen beendet. Wie Markus Mayer, Besitzer der Liegenschaft, auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte, liegt es nicht an wirtschaftlichen Aspekten. Man habe zu Beginn etwas kämpfen müssen, „aber es ist so weit alles gelaufen“.
Vielmehr machte er seine persönliche Situation dafür verantwortlich. Betrieben wurde die Super Emma von einer Marktleiterin, Mayer selbst hat jedoch nebenberuflich im Hintergrund mitgearbeitet. „Aber 30 – 40 Stunden die Woche waren zu viel“, erklärte Mayer, der hauptberuflich Vollzeit arbeitet.
Offene Nachfolgesuche in alle Richtungen
Der konkrete Grund für die Schließung zum 31. Juli war der Wechsel der Marktleitung in einen anderen Job. Es sei völlig legitim, dass sich die Marktleitung im Rahmen der Nachfolgesuche umgeschaut habe, zeigte Mayer Verständnis. „Aber ohne Marktleitung war die Super Emma nicht mehr zu betreiben.“
Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits seit einem halben Jahr. Grundsätzlich könnte sich Mayer verschiedene Konzepte in der Immobilie vorstellen. „Restaurant, Café, Markt – der Nachfolger entscheidet, was reinkommt.“
Rückschlag für die Nahversorgung der Nordstadt
Für die Stadt Oettingen ist das Aus der Super Emma ein Rückschlag, wie Erster Bürgermeister Thomas Heydecker der Redaktion bestätigte. „Es ist sehr schade, vor allem für die Nahversorgung im nördlichen Stadtteil.“ Es gebe weiterhin Einkaufsmöglichkeiten, die befänden sich jedoch alle im südlichen Teil der Stadt.
Zwar gibt es mit dem neuen Wochenmarkt zumindest einmal in der Woche eine Einkaufsmöglichkeit. „Aber ansonsten müssen die nördlichen Oettinger ein Stück zurücklegen, um sich zu versorgen.“ Dabei hat Heydecker nicht nur Lebensmittel und Ähnliches im Blick. Auch die Annahme-/Abgabestelle der Post in der Super Emma ist betroffen. „Die fehlt massiv an dieser Stelle.“
Bereits vor der Super Emma versuchte die Stadt, diese Lücke in der Nahversorgung durch die Initiative Bürgerladen zu schließen. Daher wurde angedacht, die Strukturen aus dieser Initiative nun vielleicht wiederzubeleben – aber ohne Erfolg. Ansonsten könne die Stadt nur wenig machen, da es sich hier um eine rein privatwirtschaftliche Angelegenheit handelt. Zwar könne man versuchen, Kontakte herzustellen, „aber mehr dürfen und können wir nicht als Stadt“.