Bei Airbus Helicopters in Donauwörth beginnt ein neues Kapitel: Am Mittwoch ist die neue Montagelinie für die H140 offiziell eingeweiht worden. Gleichzeitig startete die Serienmontage des neuen zweimotorigen Hubschraubers. Die erste Zelle für einen Kundenhubschrauber geht damit bereits in die Fertigung.
„Die Serienmontage der H140 beginnt heute“, erklärte Patrick Mack, Leiter des Center of Excellence Airframe, bei der Einweihung. Hinter dem Unternehmen liegen mehrere Jahre Entwicklungs- und Vorbereitungsarbeit. Nun sei die Linie bereit für den Hochlauf.
Erste Kundenmaschine geht in die Montage
Die H140 soll eine Lücke zwischen den bestehenden Modellen H135 und H145 schließen. Entwickelt wurde der Hubschrauber unter anderem im engen Austausch mit Luftrettungsorganisationen. Rund die Hälfte der künftig produzierten Maschinen soll nach Einschätzung von Airbus im Rettungswesen eingesetzt werden. Weitere mögliche Einsatzbereiche sind Polizei, Passagiertransport, Offshore sowie verschiedene Arbeits- und Versorgungseinsätze.
Das Interesse am neuen Modell ist bereits groß. Seit der offiziellen Vorstellung 2025 wurden 61 H140 fest gebucht. Damit zählt das Modell nach Angaben von Airbus zum erfolgreichsten zweimotorigen Hubschrauber in seiner Klasse. Mit der heutigen Inbetriebnahme wird aus dem Entwicklungsprojekt nun Schritt für Schritt ein Serienprogramm. „Besonders stolz macht mich, dass hier und heute bereits die erste Zelle für den ersten Kundenhubschrauber in die Montage geht“, bestätigt Programmleiter Dr. Dirk Petry. Die Zulassung des neuen Hubschraubers läuft parallel zur Industrialisierung. Die ersten Auslieferungen sind für 2028 vorgesehen.
Donauwörth spielt zentrale Rolle
Für die H140 ist Donauwörth ein wichtiger Standort. Das Programm wurde 2021 gestartet und wird von hier aus geführt. Ein großer Teil des Entwicklungsteams arbeitet in Donauwörth. Zudem werden am Standort wesentliche Strukturen gefertigt, die Major Component Assembly durchgeführt und künftig auch die Endmontage stattfinden. Die neue Montagelinie wurde in vergleichsweise kurzer Zeit aufgebaut. Für die ersten Jahre ist die Produktion aufgrund der zahlreichen Vorbestellungen bereits weitgehend ausgelastet - auch deshalb weil man nicht direkt vom Start weg mit 100 Prozent starten könne. So ist die Linie ist zunächst für rund 70 Hubschrauber pro Jahr ausgelegt, kann bei Bedarf aber auch darüber hinaus genutzt werden.
In der Halle sollen künftig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im gut dreistelligen Bereich eingesetzt werden.
Leichtbau und Hybridmontage
Bei der Fertigung setzt Airbus auf moderne Leichtbautechnologien. Carbonfaser und leichte Metalle spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch die sogenannte Hybridmontage ist Teil des Fertigungskonzepts. Dabei werden unterschiedliche Materialien und Fertigungstechniken miteinander verbunden. Wie Patrick Mack erklärt, habe der Standort Donauwörth genau in diesem Bereich in den vergangenen Jahren erhebliches Know-how aufgebaut. Die Nähe zwischen Einzelteilfertigung und Montage sei ein wichtiger Grund dafür gewesen, die H140 auch in Donauwörth zu fertigen.
Erfahrungen gibt es bereits mit der H160. Vor rund vier Jahren wurde die entsprechende Halle dazu eröffnet und in der Zwischenzeit rund 140 H160-Strukturen ausgeliefert. Mit der H140 folgt nun das nächste neue Programm. Auch die Flugerprobung ist bereits angelaufen. Insgesamt gibt es derzeit drei Prototypen – zwei davon in Donauwörth, einer in den USA.
„Menschen machen den Erfolg“
Bei der Einweihung wurde einmal mehr klar, wie sehr das Unternehmen seine Mitarbeiter*innen und deren Expertise in den Vordergrund stellt. So sei der Aufbau eine Gemeinschaftsaufgabe gewesen, an der zahlreiche Abteilungen und Partner beteiligt waren - nicht nur aus Deutschland sondern auch aus dem europäischen Ausland.
Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré wertete die neue Montagelinie als klares Bekenntnis zum Standort. Airbus Helicopters sei seit Jahrzehnten eng mit der Stadt verbunden. Auch MdL Wolfgang Fackler betonte die Bedeutung des Werks für die Region. „Menschen machen den Erfolg, nicht Maschinen“, sagte er mit Blick auf die Beschäftigten. Für Airbus beginnt mit der neuen Montagelinie damit die nächste Phase der H140. Aus Entwicklung und Prototypenbau wird Serienfertigung – der erste Kundenhubschrauber ist bereits auf dem Weg.