Meilenstein

Airbus Helicopters in Donauwörth: 1000. Zelle für H125 und H130 fertiggestellt

Bild: Thomas Oesterer
Ein Meilenstein mit Signalwirkung: Airbus Helicopters liefert die 1000. Zelle der Modellreihen H125 und H130 aus Donauwörth aus. Gleichzeitig investiert der Konzern weiter in den Ausbau des Standorts.

Großer Moment für den Airbus-Helicopters-Standort in Donauwörth: Dort wurde vor wenigen Tagen die tausendste vorausgerüstete Zelle für die leichten einmotorigen Hubschrauber H125 und H130 ausgeliefert – ein weiterer Meilenstein für das Unternehmen und zugleich ein deutliches Zeichen für die erfolgreiche Entwicklung des Donauwörther Werks zum zentralen europäischen Kompetenzzentrum der Hubschrauberfertigung.

Seit 2019 wird in Donauwörth mit der Zelle das Herzstück der Hubschrauber gefertigt – also jener Teil, in dem später die Passagiere sitzen. „Das ist der mittlere Teil des Hubschraubers“, erklärt Bettina Krüger, Leiterin der Produktion für die sogenannte „Major Component Assembly“ (MCA) im Bereich H125/H130. Heckausleger, Getriebe und Rotor werden erst später ergänzt. Zuvor war dieser konkrete Arbeitsschritt im französischen Marignane angesiedelt. Mit der Verlagerung hat Airbus bewusst Kompetenzen gebündelt: Heute entstehen in Donauwörth die Zellen für nahezu alle leichten Hubschraubermodelle des Konzerns. „Wir bauen hier die MCAs für alle Programme der Light Helicopters“, so Krüger. Ziel ist es, Know-how zu bündeln, Mitarbeitende flexibel einzusetzen und Synergien zwischen den Programmen zu schaffen. So werden etwa Systeme wie Flugsteuerung, Elektrik und Tanks bei verschiedenen Modellen von denselben Teams integriert.

Produktion seit 2019 in Donauwörth gebündelt

Die Produktion läuft konstant: Rund eine Zelle pro Tag entsteht in der Fertigungshalle. Im Jahr 2025 verließen 130 fertige Einheiten des Typs H125 sowie 47 Zellen des H130 das Werk. Bis eine einzelne Zelle vollständig fertig ist, vergeht allerdings einige Zeit: Rund 16 Arbeitstage – also etwas mehr als drei Wochen – arbeiten die Beschäftigten an jeder einzelnen Einheit. Dabei beginnt die Fertigung zunächst ohne konkrete Kundenkonfiguration. „Wir sind im MCA die Ersten in der Produktionslinie, die wissen, wer der Kunde ist und was er bestellt hat“, erklärt Krüger. Etwa zwei Wochen vor Produktionsstart steht fest, welche Ausstattung gewünscht ist. Erst dann wird die jeweilige Zelle entsprechend individualisiert.

„Die Auftragslage ist wirklich sehr gut – darauf sind wir stolz“, betont Krüger. Besonders die H125 zählt laut Unternehmen seit Jahren zu den meistverkauften Modellen im Portfolio – auch aufgrund ihrer Vielseitigkeit. Ein Großteil der Maschinen wird als Arbeitshubschrauber eingesetzt – etwa für Transportflüge in schwer zugänglichen Gebieten, bei der Feuerbekämpfung oder im Polizeieinsatz. Auch touristische Flüge, etwa über den Grand Canyon oder die Niagarafälle, gehören zu den typischen Einsatzgebieten der H130.

Gute Auftragslage sorgt für stabile Produktion

Die Fertigung ist Teil eines europaweit verzahnten Produktionssystems: Während die Zellen aus Donauwörth kommen, werden Heckausleger in Spanien gefertigt. Die Endmontage erfolgt je nach Modell an verschiedenen Standorten – künftig auch verstärkt in Indien, wo Airbus eine neue Endmontagelinie aufgebaut hat. Nach der Fertigung in Donauwörth gehen die Zellen zunächst nach Frankreich. Dort dauert es noch einmal rund drei Monate, bis aus den einzelnen Komponenten ein fertiger Hubschrauber entsteht und an den Kunden übergeben werden kann.

Für die Beschäftigten in Donauwörth ist das fertige Endprodukt daher selten zu sehen. Umso besonderer war es für viele Mitarbeitende am heutigen Montag, einen fertigen H125 zu erleben. „Einige unserer Mitarbeiter – besonders diejenigen, die noch nicht so lange bei uns sind – haben das fertige Endprodukt ihrer gefertigten Zelle noch nie gesehen“, bestätigt Jörg Michel, Pressesprecher von Airbus am Standort Donauwörth. „Normalerweise verlässt die Zelle hier das Werk auf dem Lkw – unlackiert und als Einzelteil. Heute konnten wir einmal zeigen, was am Ende aus ihrer Arbeit entsteht. Das ist schon etwas Besonderes“, ergänzt Krüger.

Bild: Thomas Oesterer

Umzug in Halle "H0" steht bevor

An der Fertigung der H125- und H130-Zellen arbeiten in Donauwörth rund 130 Beschäftigte – davon etwa 70 im Zweischichtbetrieb direkt in der Produktion, weitere in Bereichen wie Logistik und Einkauf. Perspektivisch wird das gesamte Team in die neue Halle „H0“ umziehen, die derzeit gebaut wird. Auf dem ehemaligen Gelände der Gubi-Gärtnerei im Nordwesten des Airbus-Areals entstehen ein neues zweistöckiges Produktionsgebäude sowie ein vierstöckiger Bürobereich. Auf rund 14.000 Quadratmetern sollen hier künftig die Hubschrauberzellen der Typen H125, H130, H160 und H175 im Rahmen der „Major Component Assembly“ mit wichtigen Systemen wie Tank, Flugsteuerung und Elektrik ausgerüstet und für die Endmontage vorbereitet werden. Die Fertigstellung des 60-Millionen-Euro-Projekts ist für 2027 geplant – gebaut wird seit Sommer 2025.

Redakteur. Schreibt bei uns für Online und blättle. Ist in Donauwörth geboren und aufgewachsen und der Stadt sehr verbunden. In seiner Freizeit als Spieler und Trainer auf den Fußball - und Tennisplätzen der Region zu finden.

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