In der vergangenen Woche erlebte Franziska-Jasmin Ballack einen besonderen Moment auf der Harburg. Als Auszubildende zur Pharmazeutisch-kaufmännischen in der Wemdinger Stadt-Apotheke angestellt, wurde sie vom Wirtschaftsförderverband Donauries als TOP-Azubi 2026 im Landkreis ausgezeichnet. „Der Preis bedeutet mir sehr viel“, bewertete sie die Ehrung im Gespräch mit unserer Redaktion, zeigte sich zugleich aber auch etwas überrascht: „Ich dachte, dass den eher große Betriebe bekommen.“
Für sie selbst ist die Auszeichnung jedoch mehr als nur ein Preis. Er ist auch eine Art Bestätigung für den Weg, den sie eingeschlagen hat. Dass die junge Frau aus Unterfranken beruflich im Apothekerwesen gelandet ist, ist dem Zufall gewidmet. Ursprünglich mit einer Ausbildung im Restaurantwesen gestartet, merkte sie schnell, dass dies nicht ihre Richtung ist. Im Berufsintegrationsjahr wurde ihr dann zu verschiedenen Praktika geraten.
Per Zufall in der Apotheke gelandet
Eine Apotheke stand da zuerst nicht auf der Liste. „Ich wusste damals nicht, dass man in Apotheken ein Praktikum machen darf – wegen der Medikamente“, erklärt sie. Erst die angehende Schwiegermutter habe sie auf diese Möglichkeit hingewiesen. Mit ihrem heutigen Verlobten, bei dessen Familie in Mündling wohnend, lag Wemding nahe. Sie fragte in der Stadt-Apotheke nach, Besitzer Wolfgang Dittrich war allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht im Geschäft.
„Er hat dann aber angerufen und gesagt, dass ich direkt am nächsten Tag vorbeikommen darf“, erzählte Franziska Ballack den weiteren Verlauf und zitierte ihren heutigen Chef mit den Worten: ‚Dann kannst du mal zeigen, was du kannst!‘ Sie hat es gezeigt und ist nun bereits seit Anfang 2021 in der Stadt-Apotheke. „Der erste Tag hat mir so gut gefallen, seitdem bin ich einfach drin.“
Die PKA-Ausbildung als passender Start
Sie hatte sogar schon die Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin begonnen, diese jedoch abgebrochen. Grund hierfür war ihr Sohn, da der Zeitaufwand zu groß war. Daher hat sie sich für den Zwischenschritt PKA-Ausbildung entschieden, um danach die PTA-Ausbildung nachzuziehen. „Wir kriegen das gut hin. Ich schreibe nur noch gute Noten. Ich merke auch, dass es mir viel besser geht mit der Ausbildung. Ich fühle mich dann besser vorbereitet für die PTA-Ausbildung.“
Unterstützung bekam sie hierbei von Wolfgang Dittrich, der sie aufgrund ihres Engagements auch für den Preis vorgeschlagen hatte. „Er hat ganz viele nette Sachen geschrieben“, so Franziska Ballack. „Die habe ich mir sogar aufgehoben. Damit ich das immer als Motivation habe, was mein Chef in mir sieht.“
Mit Motivation ins letzte Ausbildungsjahr
Diese Motivation nimmt sie jetzt in das letzte Ausbildungsjahr mit. Danach ist die PTA-Ausbildung fest eingeplant. Allein schon, um die Kollegen in der Stadt-Apotheke besser unterstützen zu können. Als PKA wirkt sie hauptsächlich im Hintergrund, kann aber keinerlei Beratungsaufgaben an Kunden übernehmen. „Da muss ich viel abgeben“, beschreibt sie die Situation mit den Kollegen, die sie mittlerweile schon als zweite Familie ansieht.
Nach der zweijährigen PTA-Ausbildung wäre das anders. Dass sie es im zweiten Anlauf schafft, daran glaubt sie fest. Der Sohn ist dann im Kindergarten. Zusammen mit ihrem Verlobten hat sie mittlerweile eine Wohnung in Wemding, was die Situation zusätzlich entspannt, und mit der PKA-Ausbildung verfügt sie bereits über das nötige Rüstzeug.
Und die Auszeichnung zur TOP-Azubi Donauries gibt ihr zusätzlichen Auftrieb. „Das hat mir Mut gemacht, dass ich es schaffen kann!“