Am Dienstag stand im Oettinger Stadtrat neben der Vorstellung der Verkehrsuntersuchung auch die Sanierung der Kläranlage auf der Tagesordnungsliste. Wie Oettingens erster Bürgermeister Thomas Heydecker betonte, handele es sich dabei um ein Projekt in der ähnlichen Größenordnung wie die Sanierung des Hotels Krone.
Die Zahlen, die Dipl.-Ing. Univ. Tom Schendel vom Ingenieurbüro Steinbacher Consult vorstellte, unterstrichen diese Einschätzung. Die aktuelle Kostenplanung geht von 25,685 Millionen Euro aus, was für die Sanierung und Vergrößerung der Kläranlage aufgebracht werden muss.
Mit welchen Fördermitteln die Stadt rechnen kann, konnte Heydecker noch nicht beantworten. Allerdings sprach er von einem „sehr forderndem Projekt für Oettingen“, das nun mit Nachdruck verfolgt werden müsse. „Aktuell sind wir etwas hinter dem Zeitplan. Aber bei so einem Projekt ist es angebracht, sich die entsprechende Zeit zu nehmen, weil wir die Kosten jetzt noch beeinflussen können.“
Höhere Kostenplanung führt zu Nachfragen
Die Kosten waren auch ein wesentliches Thema in der Sitzung. Im April 2025 wurden noch 22,988 Millionen Euro veranschlagt. Unter anderem erhöhten sich die Kostenplanungen für den Baugrubenverbau von 1,225 Millionen auf 2,039 Millionen Euro, die Verkehrsflächen wurden statt mit 100.000 Euro jetzt mit 400.000 Euro angesetzt. Zudem könnten Preissteigerungen die Kosten noch weiter nach oben treiben. Der Kostenanstieg führte im Stadtrat zu einigen Nachfragen, vor allem Bernhard Raab von der SLO Oettingen forderte weitere Auskünfte über bestimmte Zahlen seitens des Ingenieurbüros.
Geplant ist neben der Sanierung der Kläranlage auch eine Erweiterung von aktuell 9.600 Einwohnerwert auf 17.000 Einwohnerwert. Dabei handelt es sich um eine Kennzahl zur Bemessung und Beschreibung der Gesamtbelastung einer Abwasserreinigungsanlage. Der Wert setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: zum einen aus der tatsächlichen Einwohnerzahl, zum anderen aus dem Einwohnergleichwert. Dieser rechnet die Belastung durch Industrie, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen um, um sie ins Verhältnis mit den Einwohnern zu setzen. Bei 17.000 Einwohnerwert – Auhausen wird ebenfalls mit der Kläranlage versorgt – sind noch Reserven für die Zukunft eingeplant.
Fertigstellung der Kläranlage bis Ende 20230 geplant
Aktuell warten die Verantwortlichen noch auf ein Gutachten, um die Genehmigungen zu beantragen. Mit diesem wird im Dezember gerechnet. Der weitere Fahrplan sieht dann die Ausführungsplanung bis November 2027 vor. Ausschreibungen und Vergabe sollen bis Mai 2028 über die Bühne gehen. Die eigentlichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen sind von Juni 2028 bis Dezember 2030 terminiert. Restarbeiten können sich noch in das Jahr 2031 hineinziehen.