Stadtrat Oettingen

Erstmal keine Räumlichkeiten für einen Oettinger Bürgertreff

Oettingen Rathaus Bild: Manuel Habermeier
Seit Jahren engagieren sich in Oettingen Ehrenamtliche, um die Innenstadt zu entwickeln. Hierfür hofften die Verantwortlichen auf die Bereitstellung eines Bürgertreffs. Dies wurde aber vom Stadtrat vorerst abgelehnt.

Bei der Oettinger Stadtratssitzung am Dienstag gab es schlechte Nachrichten für den AK Innenstadt. Unter TOP7 war ein Grundsatzbeschluss für das weitere Vorgehen im Thema Bürgertreff Oettingen vorgesehen. Dieser wurde jedoch nach längerer Diskussion mit 11:8 Stimmen abgelehnt. Als Grund hierfür wurde vor allem die finanzielle Lage Oettingens angeführt.

„Die Enttäuschung ist groß. Wir haben etwa ein halbes Jahr Arbeit reingesteckt und ein Konzept erstellt, das sehr detailliert ist“, antwortete Michael Fuchs, der sich innerhalb des AK Innenstadt in der Projektgruppe Leerstand engagiert, auf Nachfrage unserer Redaktion. Auch Barbara Binder, die seit November 2022 als Innenstadtmanagerin der Stadt Oettingen tätig ist, hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht. Zwar sei die finanzielle Situation der Stadt angespannt, räumte Binder ein. Aber „der Beschluss ändert nichts an dem Problem“.

Thomas Heydecker unterstützt das Projekt trotz schwieriger Lage

Grundsätzlich beinhaltete der Vorschlag in der Stadtratssitzung eine Investition von einmalig 18.000 Euro sowie weiteren 6.000 Euro laufenden Kosten pro Jahr. Oettingens erster Bürgermeister Thomas Heydecker hatte bereits im Vorfeld die finanzielle Situation im Gespräch mit dem AK Innenstadt thematisiert. „Ich hatte den AKs von Anfang an gesagt, dass es wegen der Haushaltslage sicherlich schwer wird, für das Projekt eine Mehrheit im Stadtrat zu bekommen.“ Dennoch hatte er sich in der Sitzung für das Projekt ausgesprochen, um die ehrenamtliche Arbeit, die die beteiligten Bürger mit viel Engagement leisten, seitens der Stadt zu unterstützen. Daher wolle er sich zeitnah mit dem AK Innenstadt treffen, um das Thema weiter zu besprechen.

Gegen den Beschluss hatten sich in der Stadtratssitzung vor allem Fabian Schäff (CSU/FWG), Rudolf Oesterle (PWG) und Bernhard Raab (SLO) ausgesprochen. Dabei wurde das Engagement der Bürger durchaus hervorgehoben und positiv bewertet, die finanzielle Situation der Stadt würde eine solche Investition jedoch nicht zu lassen. Helmut Schmidt (SLO) sah ebenfalls die Probleme der Stadtfinanzen, sprach sich jedoch für einen Bürgertreff aus.

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit von Fördergeldern vom Bezirk Schwaben, wie Thomas Heydecker zu bedenken gab. Schlussendlich überwog jedoch die Meinung im Stadtrat, den Beschluss abzulehnen und vorerst auf die Haushaltssituation zu sehen.

Geeignete Räumlichkeiten sind schwer zu finden

Ins Auge gefasst war die Immobilie in der Schlossstraße 40. Während der Diskussion kam auch das Heimatmuseum als möglicher Standort auf, was allerdings schnell verworfen wurde. „In meinen Augen gibt es aktuell keine Alternative. Sonst wäre der diskutierte Standort ja nicht ins Spiel gebracht worden. Das genannte Heimatmuseum kann aus versicherungstechnischen Gründen und wegen der Alarmanlage sicher nicht für einen Bürgertreff genutzt werden“, so Thomas Heydecker.

Auch Michael Fuchs sieht das Problem der Räumlichkeiten. Zwar gäbe es Möglichkeiten, aber zumeist hätten die Räume Renovierungsbedarf. „Eigentümer, die investieren müssen, brauchen aber auch die Sicherheit, dass die Räume dann genutzt werden.“ Die laufenden Mietkosten würden sich bei entsprechenden Fördergeldern auf 60 Prozent für den Bezirk Schwaben und 40 Prozent für die Stadt aufteilen. „Die Stadt müsste hier in Vorleistung gehen“, sieht Fuchs ein Problem, fügt aber auch hinzu: „Unser Gedanke ist es, Nutzungsgebühr für Sitzungen zu verlangen und eine Spendenaktion zu starten. So würde der AK Innenstadt versuchen, die Kosten zu decken.“

Noch ist ein Bürgertreff Oettingen nicht völlig vom Tisch. „Ich mache mir natürlich weiter Gedanken“, stellte Thomas Heydecker auf Nachfrage unserer Redaktion klar. Bis dahin besteht das Problem aber weiter.

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