Im Dienste der Nächstenliebe

50 Jahre Diakonie und 25 Jahre Tagespflege in Oettingen

Auf dem Bild zu sehen (von links): Richard Hörmann kath. Stadtpfarrer, Thomas Hertle Bürgermeister Munningen, Roswitha Schmalisch Diakonie-Ausschuss, Birgit Sitta Leitung Tagespflege, Beatrix Meyr-Digeser Teamleitung Pflege, Angelika Kohnle stellv. Ltg. Tagespflege, Stefan Sitta Pflegedienstleiter Diakoniestation, Stephan Schulz, stellv. Pflegedienstleitung, Reinhold Bittner Gesellschafterversammlung, Tanja Lettenmeier stellv. Pflegedienstleitung, Martin Stegmair stellv. Landrat, Thomas Heydecker Bürgermeister Oettingen, Armin Diener Pfarrer und 1. Vorsitzender Diakonie-Ausschuss, Ulrich Jaumann kath. Krankenpflegeverein und Diakonie-Ausschuss. Bild: Werner Rensing
„Wir sind für Sie da“ – dieser Leitspruch steht nicht nur für das Selbstverständnis der Diakonie, sondern auch für die christliche Nächstenliebe, die im Glauben an Jesus Christus verwurzelt ist. Unter diesem Gedanken feierten die Diakoniestation Oettingen ihr 50-jähriges Bestehen und die Tagespflege ihr 25-jähriges Jubiläum.

Zahlreiche Gäste versammelten sich dazu im evangelischen Gemeindehaus Oettingen zu einem festlichen Jubiläumsgottesdienst. Pfarrer Armin Diener begrüßte die Anwesenden und stellte die Bedeutung der Diakonie als Ausdruck gelebter Nächstenliebe heraus. Diese brauche ein tragfähiges Fundament im Glauben. Seinen Dank richtete er an das gesamte Diakonie-Team, das mit seinen vielfältigen Aufgabenbereichen einem Lebensbaum mit vielen unterschiedlichen Händen gleiche.

In seiner Predigt griff er zentrale Gedanken aus der Bergpredigt Jesu Christi auf: Barmherzigkeit, Salz und Licht der Erde. Diese Werte würden im täglichen Miteinander lebendig – in menschlicher Wärme, gegenseitiger Unterstützung und der Möglichkeit, am Leben teilzuhaben.

Einblicke in den Alltag der Pflege

Stefan Sitta, Pflegedienstleiter der Diakoniestation, schilderte anschaulich die Perspektive eines ambulanten Patienten, der am Morgen auf den Besuch des Pflegedienstes wartet. Dabei beschrieb er, wie unterschiedlich die persönlichen Begegnungen mit den Pflegekräften erlebt werden und wie aus dem Warten durch menschliche Zuwendung eine heilsame Unterbrechung zum Alltag werden kann.

Auch Birgit Sitta bereicherte die Feier mit einem besonderen Beitrag. Sie trug ein Gedicht vor, das Irene Werner nach einem Schnuppertag in der Tagespflege verfasst und ihr geschenkt hatte. Darin werden die vielfältigen Aktivitäten der Tagespflege beschrieben – von kreativen Angeboten und pädagogischen Spielen bis hin zu vertrauten Tätigkeiten aus dem häuslichen Alltag. Die poetischen Zeilen machten deutlich, wie wertvoll diese Besuche für die Gäste der Tagespflege geworden sind und wie sehr sie deren Leben bereichern.

Für die feierliche musikalische Gestaltung des Jubiläumsgottesdienstes sorgte der Posaunenchor Oettingen.

Ein kleiner Anfang mit großer Wirkung

Im Anschluss begrüßte Johannes Beck, Geschäftsführer der Diakonie Donau-Ries gGmbH, die Ehrengäste, Mitarbeitenden und Gemeindemitglieder. In einer Schweigeminute wurde des verstorbenen Dekans im Ruhestand, Hans Issler, dem Initiator und Gründer des Diakonievereins und der Diakoniestation Oettingen gedacht.

Johannes Beck blickte auf die Anfänge im Jahr 1976 zurück. Aus einem kleinen Anfang sei eine Einrichtung mit großer Wirkung geworden, die sich über fünf Jahrzehnte hinweg stetig weiterentwickelt habe. Heute seien rund 40 Mitarbeitende in der Diakoniestation und 20 Beschäftigte in der Tagespflege tätig. Ihnen allen sprach er seinen ausdrücklichen Dank und seine Anerkennung für die qualifizierte und engagierte Arbeit aus.

Zugleich verwies Beck auf die bevorstehenden gesetzlichen Veränderungen im Bereich der Pflege und die damit verbundenen möglichen Konsequenzen für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegepersonal. Umso wichtiger sei es, die Öffentlichkeit für die Herausforderungen der Pflege zu sensibilisieren und den Dialog mit der Politik zu suchen.

Wertschätzung und Unterstützung aus der Region

Der stellvertretende Landrat Martin Stegmair überbrachte die Glückwünsche und den Dank des Landkreises. Er betonte, wie wertvoll es sei, eine solche Einrichtung vor Ort zu haben, in der sich viele helfende Hände im Sinne des christlichen Auftrags für andere Menschen einsetzen.

Bürgermeister Thomas Heydecker, der selbst einst als Zivildienstleistender tätig gewesen war, hob hervor, wie prägend und wertvoll Begegnungen im Rahmen von Hilfe und Pflege sein können. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er eine Spende in Höhe von 500 Euro von der Stadt beziehungsweise der Sparkasse Oettingen. Die Unterstützung kommt der Arbeit der Diakonie zugute. Als Beispiel nannte Geschäftsführer Beck den Wundlaser, der bereits angeschafft wurde und sich im wertvollen Einsatz befindet.

Auch Ulrich Jaumann vom Katholischen Krankenpflegeverein der Pfarrei Oettingen betonte die gute ökumenische Verbundenheit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der Verein unterstütze die Arbeit der Diakonie durch Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse.

Zum Zeichen des Dankes überreichte Johannes Beck jeweils eine Rose an die Vertreter des Diakonievereins und die Leitungskräfte. Anschließend lud er die Gäste zu einer Besichtigung der Tagespflege ein.

Gemeinschaft, die trägt

Den Ausklang des Jubiläums bildeten ein Kirchenkaffee, kulinarische Köstlichkeiten und viele persönliche Gespräche. Dabei wurde deutlich, was die Diakonie seit 50 Jahren und die Tagespflege seit 25 Jahren auszeichnet: die Verbindung von pflegefachlicher Kompetenz, menschlicher Zuwendung und christlicher Nächstenliebe.

Das Jubiläum war nicht nur Anlass, auf die vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken, sondern auch, all jenen zu danken, die sich tagtäglich für Menschen einsetzen, die Unterstützung und Begleitung benötigen. (dra)