Ein leises Plätschern liegt in der warmen Luft, der Geruch von frischem Wasser und ein wenig Chlor erfüllt die große Halle – und über allem steht dieses besondere Raumgefühl. Wer erstmals das neue Kraterbad betritt, spürt sofort: Hier ist ein Ort entstanden, auf den Nördlingen lange gewartet hat. Mit einer feierlichen Eröffnung wurde das neue Hallenbad nun offiziell seiner Bestimmung übergeben – ein Projekt, das weit mehr ist als ein Bauwerk. Dies zeigt ein Blick in die Vergangenheit recht deutlich. Die Idee eines neuen Hallenbades begleitete die Stadt über viele Jahre hinweg. Immer wieder wurden Konzepte entwickelt, wieder verworfen, neu gedacht. Finanzielle Herausforderungen und wechselnde Anforderungen verhinderten lange eine Umsetzung.
Erst 2020 fiel die mutige Entscheidung zum Neubau – mitten in der Pandemie, im Mai 2023 folgte dann der feierliche Spatenstich. Rückblickend beschreibt Oberbürgermeister David Wittner diesen Moment als entscheidenden Wendepunkt. Man habe sich bewusst gefragt, ob ein besserer Zeitpunkt überhaupt kommen würde. „So war dann schlussendlich die Frage: Wenn nicht jetzt, wann dann? Und wenn nicht Nördlingen, wer sonst?“, erinnerte Wittner in seiner Eröffnungsrede.
Fast drei Jahre Bauzeit finden ein Ende
Vom Spatenstich bis zur Eröffnung vergingen weniger als drei Jahre - vom Beginn der Eröffnungsfeier bis zum ersten Kopfsprung ins Becken von OB David Wittner hingegen nur rund 90 Minuten. Damit war das Kraterbad am Freitagnachmittag gegen 15:30 Uhr endgültig und offiziell eröffnet. „Wer sich ein bisschen mit Hallenbad-Baustellen in der Republik beschäftigt, der weiß, dass das bei uns durchaus schnell ging“, betonte Wittner in Bezug auf die durchaus ambitionierte Bauzeit. Besonders hob er dabei hervor, dass das Bad „in einem wirklich hervorragenden Kosten- und Zeitrahmen“ umgesetzt werden konnte. Doch hinter der scheinbar schnellen Bauzeit steckt eine intensive Phase voller Herausforderungen: verspätete Materialien, kurzfristige technische Anpassungen, unzählige Entscheidungen im Detail und ein mittlerweile stark eingespieltes Team, angeführt von Stadtbaumeister Jürgen Eichelmann und Martin Gruber, Betriebsleiter der Nördlinger Bäder. Wie kräftezehrend das Bauprojekt in den vergangenen Jahren tatsächlich war, beantwortete letztgenannter mit einem Augenzwinkern direkt selbst. Auf die Frage, auf was er sich jetzt besonders freuen würde, antwortete Gruber nüchtern: "Wahrscheinlich am meisten auf den anstehenden Urlaub."
„Was wir heute sehen, ist das Ergebnis harter Arbeit. Was wir nicht sehen, sind die tausend kleinen und großen Probleme, die jeden Tag auftreten“, bestätigte auch Eichelmann. Schweiß, Druck und permanentes Problemlösen hätten das Projekt stets geprägt.
Ein Bad für alle
Das Kraterbad wurde bewusst als Familien-, Schul- und Sportbad konzipiert. Kinder sollen hier schwimmen lernen, Vereine trainieren und Familien gemeinsam Zeit verbringen können. „Ein Bad für Familien, für Kinder, die hier sicher schwimmen lernen, für Schulen, für Vereine und für Menschen, die Bewegung, Gesundheit und Entspannung suchen“, beschrieb Wittner den Anspruch des neuen Hauses.
Auch aus politischer Sicht wurde die Bedeutung des Projekts während der Eröffnung mehrfach hervorgehoben. So betonte der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange die lange Geschichte der Diskussionen rund um ein Hallenbad in der Stadt. Dass sich auch der Bund finanziell beteiligte, sei nicht selbstverständlich gewesen. Umso größer sei die Freude über das Ergebnis: „Ich freue mich heute umso mehr, denn es zeigt: Nördlingen kann, wenn es darum geht, Fördermittel schnell abgreifen. Es ist wichtig, ein solches Bad zu haben.“ MdL Wolfgang Fackler unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung der neuen Einrichtung. Er verwies insbesondere auf die Schwimmausbildung von Kindern: „Aktuelle Zahlen zeigen, dass jedes fünfte Grundschulkind gar nicht mehr schwimmen kann und jedes zweite nicht richtig. Das sind alarmierende Zahlen.“ Gerade deshalb sei das neue Bad ein entscheidender Schritt für die Zukunft: „Es ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt – für den Sport, für die Gesundheit und für die Prävention.“
Architektur trifft Atmosphäre
Die Gestaltung des Gebäudes selbst verbindet moderne Funktionalität mit einer ruhigen, natürlichen Atmosphäre. Holz, Beton und Licht prägen das Erscheinungsbild. Große Fenster öffnen den Blick in die Landschaft rund um das Bad. Diese besondere Atmosphäre war bereits während der Eröffnung für viele der Gäste spürbar und soll auch weiterhin das Nördlinger Hallenbad prägen. Besonderen Wert legten die Planer vom Architektur "löhle neubaur" auf eine ausgewogene Mischung aus Sport, Freizeit und Erholung. Neben dem Schwimmbecken mit fünf Bahn laden deshalb ein großzügiger Saunabereich und Gastronomieangebote zum Verweilen ein.
Entstanden ist das Kraterbad indes durch das Zusammenwirken zahlreicher Akteure: Stadt, Landkreis, Freistaat und Bund unterstützten Planung und Finanzierung. Ebenso entscheidend war das Engagement von Verwaltung, Politik und Bauunternehmen. OB Wittner bezeichnete das Projekt daher als Gemeinschaftsleistung:
„Dieses Bad ist der Beweis dafür, was möglich ist, wenn Verwaltung, Politik, Architekten, Planerinnen und Planer sowie ausführende Firmen gemeinsam an einem Ziel arbeiten.“
Mehr als nur ein Bad
Mit der Eröffnung beginnt für Nördlingen ein neues Kapitel. Das Kraterbad soll nicht nur Sportstätte sein, sondern Treffpunkt, Bildungsort und Gesundheitsangebot zugleich. Für Wittner ist das Bad daher weit mehr als ein Freizeitangebot: „Das Kraterbad ist mehr als ein normales Bauwerk. Es ist ein zentraler Baustein kommunaler Daseinsvorsorge.“ Wie groß das Interesse von Seiten der Bürgerschaft am Projekt ist, zeigte sich in der Vergangenheit bereits während der öffentlichen Baustellenführungen, die jedes Mal nach nur wenigen Stunden ausgebucht waren. Gleiches Engagement war zu sehen, als es um die Namensfindung des Bades ging. So konnten Bürger*innen mögliche Namensvorschläge direkt bei der Stadt Nördlingen eingereicht werden.
Umrahmt wurde der Festakt am Freitagnachmittag von der Nördlinger Stadtkapelle und einer beeindruckenden Performance der Donaunixen des TSV Neuburg. Die Synchronschwimmerinnen zeigten mit ihrem Auftritt eindrucksvoll, dass das neue Hallenbad bzw. das Schwimmerbecken bestens für Wassersport jeglicher Art geeignet ist.
Neueröffnung: das müssen die Gäste jetzt wissen
Die Stadt Nördlingen widmet das Eröffnungswochenende bewusst dem Ehrenamt. Am Samstag, 14. Februar, und Sonntag, 15. Februar 2026, ist das Kraterbad von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist an beiden Tagen Inhaberinnen und Inhabern einer gültigen Ehrenamtskarte vorbehalten – pro Familie genügt eine Ehrenamtskarte. Der Ticketverkauf startet am Samstag, 14. Februar, um 8:00 Uhr direkt im Kraterbad, ein Vorverkauf findet nicht statt. Die Saunalandschaft ist an beiden Tagen von 8 bis 21 Uhr geöffnet. Aufgrund des zu erwartenden großen Andrangs wird dringend empfohlen, vor dem Besuch die aktuelle Auslastung über die Homepage (www.baeder.noerdlingen.de) zu prüfen.
Der Montag, 16. Februar 2026, ist Ruhetag. Von Dienstag, 17. Februar, bis Sonntag, 22. Februar 2026, steht das Kraterbad allen Badegästen offen. In dieser Zeit gelten durchgehend Öffnungszeiten von 8:00 bis 21:00 Uhr. Die Sauna ist täglich von 10:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, am Mittwoch, 18. Februar 2026, findet die Damensauna statt. Auch in dieser Woche wird empfohlen, die Auslastung vorab online zu prüfen. Ab Montag, 23. Februar 2026, geht das Kraterbad dann in den Regelbetrieb.