Kommunalwahl 2026

„Bewährtes fortführen und Zukunft gestalten“ - so will Udo Dreher Nördlingens OB werden

Die CSU Nördlingen hat mit 100 Prozent Zustimmung ihren OB-Kandidaten Udo Dreher für die Kommunalwahlen 2026 nominiert. Bild: Foto-Studio Herzig
Udo Dreher kandidiert derzeit als Oberbürgermeister von Nördlingen. Im Interview spricht er über seine Pläne für die Stadt, seine Schwerpunkte im Wahlkampf und warum er der geeignete Kandidat für das wichtigste Nördlinger Amt ist.

Udo Dreher kandidiert am 8. März für die CSU für das Amt des Oberbürgermeisters von Nördlingen. Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt der 55-Jährige, warum er den Schritt in die erste Reihe der Kommunalpolitik wagt, welche Themen ihn dabei bewegen und wie er die Stadt weiterentwickeln will. Dabei wird klar: Für ihn zählen Zuhören, Verlässlichkeit und die Förderung des Miteinanders – mit dem klaren Ziel, Nördlingen in den kommenden Jahren noch lebenswerter zu gestalten.

Sehr geehrter Herr Dreher, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für unsere Fragen genommen haben. Wann war für Sie zum ersten Mal klar, dass Sie kandidieren werden? Gab es eine Initialzündung?

Udo Dreher: Ja, genau. Es war eher ein längerer Gedankenprozess. Ich habe mich oft gefragt: „Kann ich mich zurückziehen und alles hinnehmen oder bringe ich mich ein?“ Ich war lange in der Kommunalpolitik aktiv, aber immer eher in zweiter Reihe. Ich wollte nicht in der großen Politik wirken, sondern vor Ort gestalten, in meiner Heimatstadt. Corona war ein weiterer Mosaikstein  für mich: Ich habe gesehen, wie sehr sich unsere Gesellschaft polarisiert hat. Es wurde klar, dass man nicht nur in seiner Ecke verharren darf. Ich wollte aktiv mitgestalten und zusammenarbeiten, statt sich auseinander dividieren zu lassen.

Welche persönlichen Eigenschaften muss aus Ihrer Sicht ein Oberbürgermeister mitbringen?

Ein Oberbürgermeister muss zuhören können, Ideen der Menschen aufnehmen und verlässlich sein. Das gesprochene Wort sollte gelten, Gleichbehandlung ist wichtig. Seriosität und die Fähigkeit, Konflikte auszuhalten, gehören ebenso dazu. Man ist Repräsentant der Stadt – das bedeutet, dass man Entscheidungen für alle trifft, nicht nur für Einzelne. 

Welche Erfahrungen aus Ihrer beruflichen Vergangenheit können bzw. wollen Sie einbringen, wenn Sie OB von Nördlingen werden sollten?

Ich bringe Erfahrung aus drei konkreten Bereichen mit:

  • Bürgerkontakt: Als Dienststellenleiter bei der Polizei habe ich gelernt, Beschwerden und Anliegen ernst zu nehmen, zuzuhören und persönliche Gespräche zu führen.
  • Krisenbewältigung: Ich habe Einsatzleitungen bei großen Einsätzen übernommen, wie Bombendrohungen, Amoklagen oder der G7-Gipfel. Das schult die Urteilskraft und den ruhigen Kopf in schwierigen Situationen.
  • Mitarbeiterführung: Ich habe Teams von über 150 Mitarbeitenden geleitet und gelernt, ein gutes Betriebsklima zu schaffen, Motivation zu fördern und die Verwaltung effizient zu führen.

Ein Blick von außen auf Nördlingen zeigt, dass hier in den vergangenen Jahren einiges vorangebracht wurde, z. B. der Bau des Hallenbads. Wie bewerten Sie diese Entwicklung und wo sehen Sie konkretes Entwicklungspotenzial?

Das Hallenbad war ein Prestigeprojekt, das die Stadt gut umsetzt. Wichtig ist, dass Investitionen funktionieren und tragbar sind. Wir müssen weiterhin die Hausaufgaben erledigen: Feuerwehrhäuser modernisieren, Parkhäuser schaffen, Sporthallen renovieren. Zentrale Themen bleiben die Gesundheitsversorgung, insbesondere Hausärzte und Fachärzte in der Stadt zu halten oder wiederzugewinnen. Dazu gehört auch, Rahmenbedingungen für die Ansiedlung neuer Ärzte zu schaffen. Ebenso ist Wohnraum für alle Alters- und Einkommensgruppen ein Thema. Wichtig ist, dass wir die Stadt als Ganzes betrachten – die Stadtgrenzen sind nicht das Ende, wir müssen das Umland und die Einpendler mitdenken.

Der Wahlkampf ist mittlerweile in vollem Gange. Welche Erfahrungen konnten Sie bisher machen? Ganz konkret – welche Themen beschäftigen die Nördlinger*innen?

Die Bürgerinnen und Bürger beschäftigen vor allem drei Themen: medizinische Versorgung, Verkehr und Infrastruktur, sowie Wohnraum. Daneben gibt es kleinere Einzelfragen, die individuell sehr wichtig sind. Bei den Haustürbesuchen, Bürgerbesammlungen und Wahlveranstaltungen merkt man deutlich, dass diese Themen im Fokus stehen.

Für welche konkreten Punkte steht der Oberbürgermeisterkandidat Udo Dreher?

Mein Ansatz ist „Gestalten statt verwalten“. Ich glaube nicht an Politik von oben, sondern an Akzeptanz durch nachvollziehbare Entscheidungen. Ein Beispiel ist die 20er-Zone in der Altstadt: Hier erfahre ich bei meinen vielen Haustürbesuchen, dass diese ganz überwiegend nicht befürwortet wird, sie hat sich nicht bewährt. Daher muss man hier auch den Mut haben, sie rückgängig zu machen. Regelungen müssen auch Akzeptanz finden, sonst werden sie nicht mitgetragen und beachtet. Grundsätzlich gilt - nicht nur in diesem Einzelfall: Entscheidungen müssen transparent, nachvollziehbar und im Dialog getroffen werden.

Außerdem fördere ich das Vereins- und Kulturleben in Nördlingen. Jeder Euro, der in die Ortsfeuerwehr geht, stärkt nicht nur den Brandschutz, sondern auch das soziale und kulturelle Engagement in den Dörfern. Wichtig ist mir auch, offen zu bleiben, zu reflektieren und bei Bedarf Entscheidungen anzupassen.

Unter welchem Motto steht Ihre Kandidatur?

Mein Motto lautet: „Bewährtes fortführen und Zukunft gestalten“. Ich möchte das, was in Nördlingen gut funktioniert, aufgreifen und gleichzeitig die richtigen Weichen für die kommenden Jahre stellen.

Wie sieht aktuell ein klassischer Wahlkampftag aus?

Ein Wahlkampftag beginnt früh, meist gegen 7:00 Uhr, mit Postbearbeitung und Telefonaten. Vormittags und nachmittags finden Gespräche und Haustürbesuche statt, jeweils in Zeitfenstern von etwa drei Stunden. Abends gibt es Wahlveranstaltungen in den Stadtteilen, die oft bis in die späten Nachtstunden gehen. Dazu kommen Social-Media-Aktivitäten, die ich größtenteils selbst betreue, um authentisch zu bleiben. Unterstützt werde ich von einem Kernteam, das organisatorische Aufgaben übernimmt, damit ich mich auf die Bürgerinnen und Bürger konzentrieren kann.

Blicken wir mehrere Wochen nach vorne in den März. Welche Schlagzeile würden Sie gerne am Montag nach der Kommunalwahl über sich selbst lesen?

Ich würde mich freuen, wenn die Schlagzeile lautet: „Udo Dreher überrascht bei Nördlinger Oberbürgermeisterwahl.“  Wichtig ist mir aber grundsätzlich, dass die Stadt profitiert, egal wer gewinnt. Natürlich setze ich darauf, dass ich derjenige sein werde, der die Zukunft Nördlingens mitgestalten darf.

Redakteur. Schreibt bei uns für Online und blättle. Ist in Donauwörth geboren und aufgewachsen und der Stadt sehr verbunden. In seiner Freizeit als Spieler und Trainer auf den Fußball - und Tennisplätzen der Region zu finden.

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