Kundgebung

Kundgebung für Vielfalt und Demokratie gegen Hass und Hetze

v.l.n.r.: Diakon Oliver Stutzky, Uschi Böhm, Leon Florian, Eva Lettenbauer, Werner Hafner
Bild: Johanna Strauß
Ende Januar fand eine Wahlversammlung der AfD in Tapfheim statt. Am Wochenende kam es nun nochmal zu einer Kundgebung gegen rechts und für mehr Demokratie in Tapfheim.

Am Sonntagabend, den 22.2.26, haben sich in Tapfheim mehr als hundert engagierte Bürger versammelt. Sie positionierten sich gegen eine Wahlversammlung der AfD in der gegenüberliegenden Gaststätte Adler im Januar und für den Schutz der Demokratie. Die Demonstranten eint die Sorge um unsere Werte und Freiheit, die unsere Demokratie ausmachen, was in den einzelnen Reden zum Ausdruck kam.

Als Vertreter der katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden betonte Diakon Oliver Stutzky bei der Demonstration in Tapfheim, dass „Christsein keine kulturelle Kulisse, sondern eine Haltung“ sei. Wer sich auf das christlich-abendländische Erbe berufe, müsse sich an der unantastbaren Würde jedes Menschen messen lassen. Mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl in Bayern warnte er davor, dass Politik, die auf Angst und Ausgrenzung setze, das Miteinander in Gemeinden und Dörfern vergifte. Es gehe nicht um große Schlagworte, sondern um das Klima vor Ort: „Wir entscheiden mit, welche Haltung bei uns einzieht – Würde oder Spaltung.“

Werner Hafner vom DGB erinnerte unter anderem daran, dass die Gewerkschaften unter dem Nationalsozialismus erst drangsaliert und 1933 verboten wurden. Es wurden Gebäude gestürmt und Gewerkschafter in KZs deportiert, dort gefoltert und umgebracht. Dies darf nie wieder geschehen.

Die Politiker haben eine klare Meinung dazu

Eva Lettenbauer, Landtagsabgeordnete für Bündnis 90/ Die Grünen, machte deutlich: „Wer sich vom autoritären Russland als angeblicher ‚Demokratieexperte‘ einladen und instrumentalisieren lässt, offenbart sich selbst als Feind unserer freiheitlichen Werte.“ Mit Blick auf die politischen Pläne der AfD stellt Lettenbauer klar: „Singer und seine AfD wollen uns alles wegnehmen, was unser Land stark macht. Sie will Frauen in alte Rollenvorurteile drängen und ihnen die freie Entscheidung über Arbeit und Sorgearbeit absprechen. Sie arbeiten gegen Europa und damit gegen unsere Jobs und unsere Wirtschaft und spalten die Gesellschaft mit ihrem Gerede von angeblich echten und unechten Deutschen. Jeden Tag beweist die AfD leider aufs Neue, dass man noch lang kein Demokrat ist, nur weil man demokratisch gewählt wurde.“

Leon Florian, Die Linke forderte konsequenten Antifaschismus. Er betonte, wie wichtig es ist sich nicht an die Faschisierung der Gesellschaft zu gewöhnen. Er rief alle auf aufmerksam zu bleiben und sich dagegen zu wehren, wenn Menschenrechte, Freiheit und Respekt in unserer Gesellschaft immer weniger wichtig werden. Mahnend richtete er an die Union mit der Warnung, Faschisten nicht den Weg zu ebnen.

Die Botschaft des Märchens "Die sieben Geißlein", dass man genau hinschauen muss, damit man nicht getäuscht wird, zog sich als roter Faden durch die Rede Uschi Böhms von den OMAS GEGEN RECHTS. An mehreren Beispielen machte sie deutlich, dass die AfD ein "Wolf im Schafspelz" ist. Uschi Böhm warnte eindringlich davor, ihn nicht ins Haus, sprich unsere Parlamente, zu lassen, denn dann zerstört er sie von innen.
Was alle Redebeiträge verband, war die klare Haltung zur Verteidigung von Menschenwürde und Rechtsstaat, denn Freiheit, gleiche Rechte vor dem Gesetz und der Schutz jedes einzelnen Menschen sind keine Selbstverständlichkeiten.

Die Kundgebung endete mit einem eindringlichen Appell: Nicht wegsehen, nicht schweigen, sondern widersprechen – wenn rechtsradikale, antisemitische oder frauenfeindliche Parolen verbreitet werden oder die Werte unseres Grundgesetzes angegriffen werden. Denn Schweigen wirkt wie Zustimmung. (dra)