Wahlanalyse

So setzt sich der neue Donauwörther Stadtrat zusammen

Sitzverteilung bei der Stadtratswahl 2026. Bild: © votegroup GmbH
Die AfD zieht in den Donauwörther Stadtrat ein, dadurch verschiebt sich die Sitzverteilung im Gremium. Welche Parteien Sitze verlieren und welche neuen Gesichter in den Rat der Stadt gewählt wurden

Bis kurz vor Mitternacht haben die Wahlhelfer*innen in Donauwörth die Wahlzettel der Urnen- sowie Briefwahl am Sonntagabend ausgezählt. Nun steht ein vorläufiges Ergebnis fest! 

 

Jürgen Sorré ist Stimmenkönig

Genau 7000 Stimmen fielen auf den amtierende Oberbürgermeister Jürgen Sorré, der auf Listenplatz 1 der PWG kandidierte. Michael Bosse (Frei Wähler) folgt auf Platz 2 mit 6.242 Stimmen. Wolfgang Fackler (CSU) hat mit 5.733 Stimmen die drittmeisten Stimmen bekommen. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,6 Prozent. 

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Nur noch fünf Frauen im Gremium

Vor sechs Jahren wurden noch zehn Frauen in den Stadtrat gewählt. Zuletzt waren acht der 30 Mitglieder weiblich, nachdem Gudrun Seidel und Stefanie Musaeus vorzeitig ausgeschieden waren.

Künftig werden nur noch fünf Frauen die Bürgerschaft im Donauwörther Stadtrat vertreten: Birgit Rößle (CSU), Ute Langer (AfD), Bärbel Stahl (Grüne), Brigitte Kundinger-Schmidt (SPD) und Doris Rödter (PWG).

CSU verliert 1 Platz im Donauwörther Stadtrat

Nachdem dem Rückzug von vier bisherigen Stadtratsmitgliedern (Josef Reichensberger, Franz Ost sen., Barbara Kandler und Joachim Fackler) steht die CSU-Fraktion vor einem personellen Neuanfang.

Insgesamt wurden sieben CSU-Kandidat*innen der CSU in den Stadtrat gewählt, und damit einer weniger als in der vorherigen Stadtratsperiode. Für frischen Wind sorgen drei neue Gesichter: Franz Ost jun., Holger Hämmerlein und Maximilian Feistle, der sich von Listenplatz 21 mit 2.952 Stimmen auf den fünften Rang vorarbeiten konnte. 

„In Ordnung“, kommentiert der bisherige CSU-Fraktionsvorsitzende Jonathan Schädle das Wahlergebnis eher nüchtern.

Dass die AfD künftig mit drei Mitgliedern im Stadtrat vertreten ist und die CSU einen Sitz an sie verloren hat, bewertet er pragmatisch: Man müsse mit nun mit den Fraktionen arbeiten, die im Stadtrat vertreten sind, so Schädle.

Positiv sieht er jedoch die personelle Erneuerung innerhalb der eigenen Reihen. Die drei neuen, jüngeren Mitglieder in der CSU-Fraktion versteht er als Motivation und Chance für frische Impulse in der kommenden Amtsperiode.

Afd zieht mit drei Personen in den Stadtrat ein

„Neuland“ sei Politik auf kommunaler Ebene für die AfD, fasst Kreisvorsitzender Marco Fänger am Tag nach der Wahl zusammen. Er selbst sowie der Landtagsabgeordnete Ulrich Singer und Ute Langer ziehen für die AfD neu in den Donauwörther Stadtrat ein.

Mit dem Ergebnis zeigt sich Fänger zufrieden: Das angestrebte Ziel von über zehn Prozent habe man erreicht. Zwischenzeitlich habe es sogar danach ausgesehen, als könnte die AfD noch mindestens einen weiteren Sitz gewinnen.

„Wir wollen Donauwörth voranbringen“, kündigt Fänger an. Zugleich hoffe man, dass es im Stadtrat keine „Brandmauer“ gegenüber seiner Fraktion geben werde. 

Grüne nur noch mit drei Mitgliedern vertreten

Der Einzug der AfD in den Stadtrat treffe die Grünen besonders, sagt Fraktionsvorsitzende Bärbel Stahl. Mit der Auszählung des letzten Briefwahlbezirks stand fest, dass die Grünen künftig statt fünf nur noch drei Mitglieder im Stadtrat stellen: Albert Riedelsheimer, Bärbel Stahl und Thomas Krepkowski.

„Wir stecken den Kopf nicht in den Sand, auch wenn es jetzt schwieriger für uns wird“, so Stahl. Um ihre Anträge und Vorschläge künftig durchzubringen, wollen die Grünen verstärkt auf Bündnisse mit anderen Fraktionen und Gruppen setzen. „Wir müssen noch besser zusammenarbeiten, damit wir die Stadt voranbringen.“

Das sind die gewählten Bewerber und Bewerberinnen

CSU: 

  • Wolfgang Fackler
  • Jonathan Schädle
  • Stefan Loh
  • Birgit Rößle
  • Maximilian Feistle (neu)
  • Franz Ost jun. (neu)
  • Holger Hämmerlein (neu)

Freie Wähler:

  • Michael Bosse
  • Thomas Häckl
  • Armin Schnabel (neu)

AfD:

  • Ulrich Singer (neu)
  • Ute Langer (neu)
  • Marco Fänger (neu)

Grüne: 

  • Albert Riedelsheimer
  • Bärbel Stahl
  • Thomas Krepkowski 

SPD: 

  • Brigitte Kundinger-Schmidt
  • Peter Moll
  • Cihangir Kasapoglu 

EBD:

  • Manfred Hofer
  • Raimund Brechenmacher
  • Hubert Gerstmeier (neu)

PWG:

  • Jürgen Sorré (auch als OB gewählt)
  • Dr. Wolfgang Beck
  • Dr. Thomas Hofer (neu)
  • Doris Rödter
  • Tobias Merkle (als Nachrücker für Jürgen Sorré)

AL/JB:

  • Peter Alt
  • Markus Reichensberger 

BfD:

  • Thomas Straulino

ÖDP:

  • Johannes Thum 

 

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