Die Stadt Donauwörth wagt einen Schritt, den es so bislang noch nicht gegeben hat: Am Alten Donauhafen soll erstmals eine gastronomische Fläche gezielt über einen längeren Zeitraum verpachtet werden – mit viel Spielraum für neue Ideen und einem klaren Anspruch an Qualität, Wirtschaftlichkeit und Atmosphäre.
Der Alte Donauhafen hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Die aufwendig sanierte Hafenmauer, die neue Uferpromenade und die Maßnahmen aus dem EU-Projekt „City River“ haben die Donau wieder näher an die Menschen gebracht. Treppen zum Wasser, Kiesbänke und eine Anlegestelle schaffen Aufenthaltsqualität, wo früher vor allem Funktionalität dominierte.
Mit der geplanten Verlängerung der Promenade Richtung Altstadtinsel Ried und dem Ausbau zum Geh- und Radweg – inklusive Anbindung an den Donau-Radweg – wird der Standort weiter an Bedeutung gewinnen. Ein Ort, der in Bewegung ist. Und genau hier setzt die Stadt an.
Mehr als nur ein Kiosk
Gesucht wird kein klassischer Imbissbetreiber, sondern ein durchdachtes Konzept. Die Stadt formuliert es bewusst offen, aber mit klaren Leitplanken: wirtschaftlich tragfähig soll es sein, gleichzeitig die Attraktivität des Standorts steigern. Auf rund 240 Quadratmetern geplanter Fläche sollen ein mobiler Verkaufsstand oder Pavillon, Außengastronomie und sogar eine öffentlich zugängliche WC-Anlage entstehen. Ergänzt wird das Ganze durch Automatenangebote außerhalb der Öffnungszeiten – ein Ansatz, der Versorgung und Flexibilität verbinden soll.
Der Betrieb ist saisonübergreifend möglich, grundsätzlich bis 22:00 Uhr. Besonders wichtig: Zwischen April und Oktober soll hier künftig durchgehend ein Angebot bestehen – entweder im klassischen Betrieb oder über Automaten.
Zwei Jahre als Bewährungsprobe
Die Stadt setzt zunächst auf ein Modell mit Testcharakter. Der Mietvertrag ist auf zwei Jahre angelegt, mit Option auf Verlängerung. "Bewährt sich das Konzept und stößt es auf positive Resonanz, steht einer langfristigen Nutzung nichts im Weg", heißt es von Seiten der Stadtverwaltung.
Gerade mit Blick auf die anstehende Landesgartenschau könnten sich die kommenden zwei Jahre als kluger Zeitpunkt erweisen, um einen Gastro-Treffpunkt vor Ort zu etablieren. Zwar gibt es keine expliziten Sonderregelungen für dieses Großereignis, doch die zeitliche Nähe dürfte dem Standort zusätzliche Aufmerksamkeit bringen – und damit auch dem künftigen Betreiber.
Bemerkenswert ist der Ton, den die Stadt anschlägt, wenn es um die eigenen Rolle im Hinblick auf das Projekt geht. So versteht man sich laut eigener Aussage "nicht nur als Vermieter, sondern als kooperativer Partner". Unterstützung soll es demnach vor allem bei Abstimmungen und organisatorischen Fragen geben – ein Signal an potenzielle Bewerber, dass sie hier nicht allein gelassen werden. Das ist auch nötig, denn ein vergleichbares Modell gab es in Donauwörth bisher nicht. Während bisher vor allem bestehende Räume – etwa Kioske in Freizeitbereichen – verpachtet wurden, betritt die Stadt mit diesem Projekt absolutes Neuland.
Und wie sieht er aus, der ideale Betreiber / die ideale Betreiberin für diesen besonderen Ort? Die Antwort der Stadt ist so nüchtern wie vielsagend: Leidenschaft für Gastronomie, ausgeprägte Serviceorientierung, wirtschaftliches Verständnis – und vor allem Kreativität. Denn am Ende soll es am Donauhafen um mehr als Essen und Trinken gehen. Es geht um einen Ort, der lebt. Einen Treffpunkt am Wasser. Einen Platz, der bleiben soll. Der Alte Donauhafen hätte das Potenzial dazu. Jetzt fehlt nur noch die richtige Idee.
Mittlerweile ist auch die Bewerbungsfrist für ein entsprechendes Betriebskonzept abgelaufen. Auf Nachfrage konnte die Stadt Donauwörth aufgrund des laufenden Prozesses allerdings noch keine Hinweise dazu geben, ob und wenn ja, wie viele potentielle Betreiber sich beworben haben. Da die Nutzung allerdings bereits ab dem 01. Mai 2026 möglich sein soll, ist davon auszugehen, dass eine Entscheidung bereits zeitnah getroffen wird.