Bürgerinformation

Landesgartenschau 2028: So verändert sich Donauwörth in den kommenden Jahren

Bild: Büro GDLA I gornik denkel landschaftsarchitektur
Die Planungen für die Landesgartenschau 2028 nehmen weiter konkret Gestalt an. Bei einer Informationsveranstaltung wurde deutlich: Die Stadt steht vor umfassenden Veränderungen, die weit über das Veranstaltungsjahr hinausgehen.

Die Landesgartenschau (LGS) 2028 in wirft weiter ihre Schatten voraus und die Donauwörther Bürgerinnen und Bürger scheinen durchaus daran interessiert zu sein, was in den kommenden Monaten und Jahren in "ihrer" Stadt auf sie zukommt. Am Mittwochabend stellten die Verantwortlichen der LGS im bis auf den letzten Platz gefüllten Mangoldsaal im VHS-Gebäude die aktuelle Planungssituation, den Baufortschritt und kommende Projekte vor. Oberbürgermeister Jürgen Sorré brachte den Hintergrund des Abends direkt auf den Punkt: So wolle man die Bürgerinnen und Bürger „immer wieder dann, wenn sich Wesentliches tut“, mitnehmen und transparent über den aktuellen Stand informieren. Genau das sei nun wieder der Fall. 

Tatsächlich steht das Projekt an der Schwelle von der Planung zur Umsetzung. Nach der intensiven Entwurfsphase im Jahr 2025 beginnen im Frühjahr 2026 - sprich in den kommenden Wochen - bereits die Ausschreibungen, ehe im Juli der offizielle Spatenstich erfolgt. Für die Verantwortlichen ist klar, dass damit auch eine Phase beginnt, die den Alltag in der Stadt spürbar verändern wird. Bettina Borgetto, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Donauwörth 2028 GmbH, machte keinen Hehl daraus, dass die kommenden Jahre Geduld erfordern werden: Baustellen, Umleitungen und Einschränkungen seien unvermeidlich. Gleichzeitig betonte sie jedoch den langfristigen Nutzen: Die Gartenschau sei „weit mehr als ein Event“, sondern „der Motor für viele Veränderungen, die wir schon jetzt spüren können“.

Mehr Gastronomie und bessere Infrastruktur

Diese Veränderungen betreffen nahezu alle Bereiche der Stadtentwicklung. Besonders sichtbar wird dies beim künftigen Wegenetz. Neue Brücken über Donau und Wörnitz, zusätzliche Fuß- und Radwege sowie verbesserte Verbindungen zwischen Innenstadt und Grünflächen sollen Donauwörth nachhaltig verändern. "Unser Ziel ist es, dass man die Stadt künftig 'anders erleben' kann", beschreibt Borgetto. Was sie damit konkret meint: Wege, die bislang getrennt waren, werden verbunden – etwa durch den neuen Riedsteg oder direkte Verbindungen vom Heilig-Kreuz-Garten in die Innenstadt. Auch barrierearme Aufstiege wie der Serpentinenweg in die Parkstadt spielen dabei eine wichtige Rolle. Diese Verbindungen sollen demnach nicht nur während der Gartenschau funktionieren, sondern dauerhaft bestehen bleiben. „Wir stellen Ihnen heute Donauwörth ab ’28 vor – für die nächsten Generationen“, betonte Geschäftsführer Patrick Wörle.

Parallel dazu soll auch die Aufenthaltsqualität im gesamten Stadtgebiet deutlich erhöht werden. Ein wiederkehrendes Thema aus der Bürgerschaft – mehr Gastronomie und bessere Infrastruktur – wurde in den Planungen umfassend berücksichtigt. So ist geplant, dass an zahlreichen Orten neue gastronomische Angebote entstehen, etwas im Donaupark (aktuell Festplatz), am Donauspitz, im Bereich des Wohnmobilstellplatzes oder künftig auch am Donauhafen, für den derzeit bereits eine Ausschreibung läuft. Ergänzt wird dieses Angebot während der LGS durch flexible Konzepte wie Food Trucks im Altstadtbereich sowie neue gastronomische Möglichkeiten in der ehemaligen Stadtgärtnerei und im Heilig-Kreuz-Garten. Auch temporäre Angebote, etwa Eisstände oder kleinere Eventgastronomie an der Donau, sind vorgesehen.

 

Große Veränderungen - auch für die Bürgerschaft

Die wohl einschneidendste Veränderung betrifft jedoch die Parkplatzsituation in Donauwörth. Mit Beginn der Bauarbeiten wird der heutige Großparkplatz auf dem Volksfestgelände wegfallen – bislang die zentrale Parkfläche der Stadt. Auch wenn dieser nach intensiven Beobachtungen der Stadtverwaltung zuletzt nur noch mit rund 350 bis 400 Fahrzeugen ausgelastet war (möglich wären bis zu 650 Parkplätze), stellt sein Wegfall eine Herausforderung dar. 

Künftig sollen deshalb mehrere Standorte die bisherige zentrale Fläche ersetzen. Herzstück wird ein neuer Park-and-Ride-Platz am Zusamweg mit bis zu 500 Stellplätzen. Ergänzt wird dieser durch erweiterte Flächen am TKSV-Gelände, zusätzliche Pendlerparkplätze an der Dillinger Straße sowie neue Parkmöglichkeiten auf privaten Firmengeländen, die aktuell noch in der finalen Abstimmung sind. In der Summe entstehen damit sogar mehr Stellplätze als bisher vorhanden waren – allerdings deutlich stärker verteilt im Stadtgebiet. Für Wörle ist das ein bewusst gewählter Ansatz: Man wolle langfristig „Sicherheit und Entlastung“ schaffen und gleichzeitig die Innenstadt vom Verkehr entlasten - auch über die Landesgartenschau hinaus. Dass diese eine zusätzliche Belastung für die Anwohner direkt vor Ort darstelle, die den Volksfestparkplatz täglich nutzen, sei ihm durchaus bewusst. "Auch hier befinden wir uns aktuell in Gesprächen, um auch in Zukunft Bewohnerparkplätze ausweisen zu können", so Wörle. 

Während der Landesgartenschau soll das neue Parkkonzept konkret von einem digitalen Verkehrslenkungssystem unterstützt werden. Die Umstellung wird allerdings nicht erst 2028 spürbar sein. Bereits mit Beginn der Bauphase ab Ende 2026 müssen sich Bürgerinnen und Bürger auf neue Abläufe einstellen. Gewohnte Parkflächen entfallen, Wege ändern sich, und die Nutzung der neuen Angebote wird Schritt für Schritt zur Normalität. Die Verantwortlichen sehen darin jedoch auch eine Chance: Die Stadt könne sich so frühzeitig an die neuen Strukturen gewöhnen und diese bis zur Gartenschau optimieren.

Donauwörth verändert sich

Begleitet wird dieser funktionale Wandel von einer gestalterischen Vision, die in einer Präsentation und ersten virtuellen Bewegbildern eindrucksvoll beschrieben wurde. In einem erzählerischen Rundgang zeichneten die Planer ein Bild des zukünftigen Donauwörths: neue Brücken, belebte Promenaden, grüne Parks und Orte der Begegnung. „Donauwörth verändert sich“, hieß es darin – und dieser Wandel werde 2028 für alle sichtbar.

Was dabei deutlich wird: Die Landesgartenschau ist für Donauwörth kein kurzfristiges Ereignis, sondern ein langfristiges Stadtentwicklungsprojekt. Sie greift tief in bestehende Strukturen ein, schafft neue Verbindungen und verändert Gewohnheiten. Gleichzeitig soll damit einhergehend eine neue Qualität im öffentlichen Raum geschaffen werden – mit mehr Grün, mehr Aufenthaltsmöglichkeiten und einer modernen Infrastruktur. Oder, wie es Oberbürgermeister Sorré formulierte: Wenn man am Ende dieses Weges angekommen sei, sollen die Bürger sagen können: „Der Aufwand hat sich gelohnt.“

Redakteur. Schreibt bei uns für Online und blättle. Ist in Donauwörth geboren und aufgewachsen und der Stadt sehr verbunden. In seiner Freizeit als Spieler und Trainer auf den Fußball - und Tennisplätzen der Region zu finden.

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