Bauprojekt

Eger Viertel: Gutachter kommen zu positivem Ergebnis

Die aktuelle Entwurfsplanung für die Neugestaltung des Anker-Areals in Nördlingen, auch bekannt als Eger Viertel. Bild: Eco Residential
In der jüngsten Sitzung des Nördlinger Stadtrats wurde das hydrogeologische und geotechnische Gutachten des Eger-Viertels vorgestellt. Der Stadtrat hatte diese im Vorfeld vom Investor Eco Residentials eingefordert.

Bevor die Bauarbeiten im Großprojekt Eger-Viertel in Nördlingen beginnen können, hat der Nördlinger Stadtrat bereits im Dezember beschlossen, dass eine hydrogeologische und geotechnische Gefährdungsuntersuchung erstellt werden soll, auch um eventuelle Sicherheitsbedenken von Seiten der Anwohner zu minimieren. Wie sehr das Eger-Viertel die Anwohner beschäftigt, zeigte sich erneut in der großen Anzahl an Besucher*innen der Sitzung. Künftig sollen auf dem ehemaligen Brauereigelände Wohnungen und eine neue Kita entstehen. Besonderes Augenmerk des Gutachtens lag dabei auf dem Bau der Tiefgarage. Im Vorfeld war befürchtet worden, dass das Tiefbauprojekt unmittelbare Auswirkungen auf die Stabilität von Hausfundamenten und der Stadtmauer haben könne. In der vergangen Sitzung des Stadtrates am 28. April stellten jetzt die Ingenieurbüros Kempfer + Partner Geotechnik (Geotechnische Risikobetrachtung) und Aquasoil (Hydrogeologische Risikobetrachtung) ihre Ergebnisse und die damit verbundene Schlussfolgerungen für das Eger-Viertel vor. 

Positives Ergebnis für das weitere Bauverfahren

Demnach komme man zum Ergebnis, dass Anhand der berechneten Verformungen durch die Herstellung der geplanten Tiefgarage keine Gefahr von maßgebenden Rissbildungen in der Nachbarbebauung bestehe, erklärte Dr. Marc Raithel (Kempfer + Partner Geotechnik). Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch Geograf Jörg Mägdefessel (Aquasoil) in seinem hydrogeologischen Gutachten. Im Vorfeld wurden hierbei insgesamt 18 Bohrungen vorgenommen und dabei 145 Proben entnommen. Zwar habe man im Boden des Eger-Viertel einige Schadstoffe gefunden, diese seien für den weiteren Projektverlauf jedoch wenig relevant und würden kein "Sanierungsproblem darstellen", so Mägdefessel und weiter: "Um ein optimales Ergebnis erzielen zu können, muss der Boden im Egerviertel im Rahmen des Bauverfahrens weiter detailliert untersucht werden." Auch im Hinblick auf die geplante Bohrpfahlwand für die Baugrube ergeben sich so laut Gutachten "keine relevanten wasserwirtschaftlichen Auswirkungen auf das Grundwasser bzw. Grundwasserumlenkung, Anstauung und Absenkung". 

Weiteres Vorgehen noch unklar

Zwar wurde im weiteren Verlauf der Sitzung nicht entschieden, wie in den kommenden Wochen weiter verfahren wird. Trotzdem gab Stadtplaner Philipp Wettemann zu verstehen, dass man aufgrund des Gutachtens von Seiten der Nördlinger Stadtverwaltung zeitnah in das tatsächliche Bauverfahren starten könne. Aktuell steht die Stadt Nördlingen außerdem noch in Gesprächen mit den jeweiligen Ingenieurbüros und dem Auftraggeber Eco Residentials ob und in welchem Umfang die jeweiligen Gutachten der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.