1. Oktober 2019, 08:28

Neue Chance für den Durchstich am Donauwörther Bahnhof

Der Fußweg unter den Gleisen am Donauwörther Bahnhof wird neu errichtet. Er könnte bis zum Hubschrauberwerk verlängert werden Bild: DB Station&Service AG
Der Donauwörther Bahnhof wird ab April 2020 barrierefrei ausgebaut. Für fast drei Jahre wird der Verkehrsknotenpunkt dann zur Baustelle. Warum die Bauarbeiten gut ein Jahr pausieren müssen und weshalb es mit dem Durchstich zu Airbus Helicopters doch noch voran gehen könnte.

Im kommenden Frühjahr startet der barrierefreie Ausbau des Donauwörther Bahnhofs. Das wurde bei der Sitzung des Stadtrats erneut vorgestellt. Wie berichtet, sollen alle Bahnsteige samt Dächern zurückgebaut und durch Neubauten an gleicher Stelle ersetzt werden. Zukünftig sollen auch alle Bahnstiege mit Aufzuganlagen ausgestattet sein, um Personen mit eingeschränkter Mobilität zu ermöglichen alle Züge barrierefrei zu erreichen. Begonnen wird an den Bahnsteigen 6 und 7. Am September 2020 soll an den Bahnsteigen 4 und 5 weitergearbeitet werden. Zwischen März 2021 und Februar 2022 müssten die Bauarbeiten allerdings für ein ganzes Jahr unterbrochen werden, das erklärte Rupert Mayer von der DB Station & Service AG am Montagabend den Mitgliedern des Stadtrates. Aufgrund anderer Baustellen werden in diesem Zeitraum Züge über Donauwörth umgeleitet. Der zusätzliche Umleitungsverkehr erlaube daher keine weitere Belastung durch Bauarbeiten. Erst ab März 2022 werden die Bahnsteige 2 und 3 saniert, zuletzt der Bahnsteig 1. Spätestens im Februar sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. 

Areal südlich des Bahnhofs soll neu geplant werden

Weil die bestehende Personenunterführung für die aktuellen Bestimmungen zu schmal ist und das Bauwerk gravierende Schäden aufweist, sei eine wirtschaftliche Instandsetzung nicht mehr möglich. Deshalb wird eine neue Unterführung parallel zur bestehenden errichtet und zwischen den Gleisen 7 und 8 enden. Das Bauwerk werde so konstruiert, dass die Erweiterung der Unterführung zur Industriestraße jederzeit möglich ist. Denn die Unterführung vom Bahnhof zur Industriestraße hätte großen Vorteil für Fußgänger und zudem könnte auch der Pkw-Verkehr aus Richtung Süden zum Bahnhof über die Industriestraße geleitet werden. Wie berichtet, gibt es Überlegungen im Bereich der Industriestraße neue Parkflächen zu errichten. 

Das 12-Millionen-Projekt wurde aus Kostengründen bislang nicht realisiert. Würde die Stadt nun das Areal südlich des Bahnhofs grundsätzlich überplanen und neu erschließen, würden sich einen neue "Förderkulisse" ergeben. Denn die Regierung von Schwaben befürwortet die Planungen und sieht in der Verlängerung der Bahnhofsunterführung städtebauliche Potenziale. Sie habe signalisiert, dass derzeit noch finanzielle Mittel aus der Städtebauförderung zur Verfügung stehen. Fördergelder fließen aber erst, sollte ein Parkhaus an der Industriestraße errichtet werden und das gesamte Gebiet südlich des Bahnhofs zwischen Dillinger Straße bis zur Bahnbrücke über die Donau und dem Kreisverkehr in der Arthur-Proeller-Straße bis zu den Grünflächen nördlich von Airbus Helicopters neu überplant werden. Der Stadtrat hat nun beschlossen, das Areal untersuchen zu lassen, denn ob eine Sanierung des Geländes sinnvoll und durchführbar ist, muss erst von einem Planungsbüro beurteilt werden. 

Der Bahnhof soll barrierefrei werden. Alle Bahnsteige sollen künftig auch mit Aufzügen erreicht werden können Bild: DB Station&Service AG