27. November 2019, 15:19

„Wir können stolz sein auf unsere Stadt“

Interessierte Teilnehmer der Nördlinger Bürgerversammlung 2019 Bild: Maximilian Bosch
Eine überschaubare Anzahl von Nördlingern war es, die am Dienstagabend im Stadtsaal Klösterle die Bürgerversammlung 2019 besuchte. Gerade mal 50 bis 75 Prozent der Stühle waren besetzt, als Oberbürgermeister Hermann Faul und Stadtkämmerer Anton Kugler auf das vergangene Jahr zurückblickten und besonders der geplanten Sanierung und Erweiterung des Hallenbads viel Zeit einräumten.

Vielleicht ist ja eine allgemeine Zufriedenheit, wegen der die Nördlinger der Stadtpolitik an diesem Abend wenig Beachtung schenkten. Grund dazu gibt es: Eine prosperierende Wirtschaft und gute Steuereinnahmen haben laut Hermann Faul die erfolgreiche Umsetzung von Großprojekten ermöglicht, z.B. der Wemdinger Unterführung, des Dorfzentrums in Schmähingen und des Feuerwehrhauses in Löpsingen. Mit der Schwaben Präzision und Destilla konnten zwei Nördlinger Firmen Jubiläen feiern, auch das Engagement von VARTA stärke den Wirtschaftsstandort. Aber auch Negatives verschwieg Faul nicht: Mit der Firma Getränke Mölle sei der Stadt ein alteingesessenes Unternehmen verloren gegangen, die Firma Güdel schließt ihren Nördlinger Standort, und Strenesse ist zum zweiten Mal pleite. „Wir schweben nicht auf einer Wolke des Glücks“, meinte der Oberbürgermeister. Ein großes Lob sprach das Stadtoberhaupt den Bürgerinnen und Bürgern aus, die mit ehrenamtlichem Engagement das kulturelle Leben in der Stadt bereicherten und zahlreiche Veranstaltungen organisierten. Besonders das 13. Stadtmauerfest und 800 Jahre Nördlinger Mess‘ seien laut Faul herausragende Höhepunkte des Jahres 2019 gewesen. „Wir können stolz sein auf unsere Stadt“, so der Oberbürgermeister.

Eintritt in Hochinvestitionsphase

Stadtkämmerer Anton Kugler berichtete von Nördlingens Finanzen und insbesondere von den Investitionen der Stadt. Zahlreiche kostspielige Projekte befinden sich in Planung, von einer „Hochinvestitionsphase“ ist die Rede. „Wir stehen vor enormen finanziellen Herausforderungen“, meinte der Stadtkämmerer und zählte auf: Neue Feuerwehrfahrzeuge, Investitionen in Kitas, Schulen und Sportstätten (inklusive Hallenbad), Wohnungsbau sowie Straßen- und Brückensanierungen stünden auf der Agenda. Insgesamt 43 Millionen Euro an Investitionen kämen in den nächsten drei Jahren auf die Stadt zu.

Sechs Beispiele nannte Kugler explizit: Sanierung und Umbau des Bahnhof-Empfangsgebäudes (Eigenanteil der Stadt abzüglich Fördermittel: 4,77 Millionen Euro, Einweihung im Februar 2020), Investitionskostenförderung für Kindertagesstätten (7,3 Millionen Euro), Erweiterung der Mittelschule in der Squindostraße (4,75 Millionen Euro, Baubeginn: März 2020), Bau neuer Wohnungen auf dem ehemaligen BayWa-Areal (2,9 Millionen Euro, Baubeginn: Herbst 2020), Erweiterung der Grundschule Mitte (5,19 Millionen Euro, Baubeginn: März 2021) und natürlich die Sanierung und Erweiterung des Hallenbads mit Mehrzweckhalle in der Gerhart-Hauptmann-Straße (10,49 Millionen Euro, Baubeginn: April 2021). Zu den Kosten sei gesagt, dass es sich teilweise um Schätzungen handelt, besonders beim Hallenbad laufe gerade erst die Planung. Änderungen seien laut Kugler praktisch sicher.

Köpfe hinter dem Hallenbad stellten sich vor

Zu Gast bei der Versammlung waren auch Dipl.-Ing. Wolfgang Gürtner von der Firma Hitzler Ingenieure (Projektsteuerung) und Dipl.-Ing. Markus Beck von der Firma Fritz Planung GmbH (Architekturbüro). Sie stellten ihre Arbeit vor und präsentierten Bäder, die sie andernorts bereits umgesetzt haben, zum Beispiel in Bad Reichenhall, Ingolstadt und Würzburg. Aktuell steht das Projekt in Nördlingen noch ganz am Anfang, einige Eckpunkte sind aber klar: Sechs Bahnen in einem größeren Becken, eigenes Lehrbecken, eigenes Kinderbecken und eine Sauna sollen her. Eine Rutsche steht noch nicht fest, wird aber diskutiert. Der Baubeginn soll im April 2021 erfolgen, Ende 2023 darf man dann ins Becken hüpfen. Hermann Faul zeigte sich überzeugt, mit den beiden Firmen die richtigen Partner im Boot zu haben. „Wir haben aber auch Sie“, sagte der OB, und meinte die Bürgerinnen und Bürger, deren Vorschläge und Anregungen berücksichtigt werden sollen.