12. Dezember 2017, 10:03

Das Weihnachtshaus in Eggelstetten

Das Weihnachtshaus in Eggelstetten Bild: DRA
In Eggelstetten ist derzeit gerade wieder ein ganz besonders schön und reichlich beleuchtetes "Weihnachtshaus" zu sehen. Es ist das Haus von Bernd Wiedemann. Wir haben bei ihm einmal nachgefragt, wie er auf die Idee gekommen ist und wie viel Arbeit er jedes Jahr in das Anbringen der über 7.000 Lichtlein steckt:
Seit wann verwandelst du dein Haus und deinen Garten in eine leuchtende Winterweihnachtswelt?
Ich kann mich noch genau an das erste Mal erinnern. Es war am 29.11.1996 als ich die Weihnachtsbeleuchtung das erste Mal angebracht habe.
Es war mein 18. Geburtstag und es hat ordentlich geschneit. Damals war es nur ein großer Baum, der zu beleuchten war. Aber auch der hatte bereits knapp 1.000 Minilichter. In diesem Umfang wie es heute beleuchtet ist mache ich es erst seit 2014.
War eine so große Beleuchtung von Anfang an geplant, oder kam einfach immer wieder was dazu?
Geplant war es nicht. Die Beleuchtung ist stetig gewachsen. Fast jedes Jahr kam jetzt etwas mehr dazu bei dem ich mir dachte, dass das vielleicht auch noch schön aussehen könnte wenn ich das beleuchte. Mittlerweile sind es 7.896 LED‘s
Wie viele Meter Kabel musst du dafür verlegen?
Die Lichterketten haben ungefähr eine gesamte Länge von ca. 500 m.
Wie lange brauchst du für die Installation und wie viele Helfer hast du?
Die Installation dauert ca. einen Tag. Das Abbauen geht deutlich schneller, nimmt aber auch nochmal ein paar Stunden in Anspruch. Beim Weihnachtsbeleuchtung anbringen darf mir niemand helfen. Da bin ich relativ eitel und mir könnte es wohl niemand recht machen. Meine Familie bietet mir jedes Jahr ihre Hilfe an, die ich aber dankend ablehne.
Wo lagerst du die ganzen Lichterketten übers Jahr?
Gelagert werden die Lichterketten übers Jahr bei meinem Weihnachtsschmuck auf dem Dachboden. So viel Platz wie man vielleicht denkt nimmt die Beleuchtung nicht weg. Passt alles in eine Kiste, wenn sie schön aufgewickelt ist.
Wie viel höher steigt deine Stromrechnung im Dezember?
Natürlich braucht die Weihnachtsbeleuchtung auch etwas Strom, aber es ist bei Weitem nicht so viel wie mancher womöglich denkt. Bei meiner Beleuchtung kommen nur stromsparende LEDs zum Einsatz. Der Mehrverbrauch liegt somit bei 5 KW pro Tag. In diesem Jahr brennt die Beleuchtung an 35 Tagen. Die Kosten für die gesamte Zeit in der die Weihnachtsbeleuchtung brennt liegen aufgerundet ungefähr bei 25 Euro. Das ist es uns wert.
Muss das ganze gesondert gesichert werden über einen extra Sicherungskasten?
Nein, die Weihnachtsbeleuchtung hängt am ganz normalen Stromnetz und ist nicht extra abgesichert.
Was kam in diesem Jahr neu dazu?
Dieses Jahr kamen die „tänzelnden Schneeflocken“ am Dachgiebel neu hinzu.
Welche Ideen oder Pläne hast du noch für die kommenden Jahre?
Nun, geplant ist keine Erweiterung. Aber solche Ideen kommen oft spontan oder wenn man von etwas anderem inspiriert wird. Etwas, was mich selber noch reizen würde, wäre die große Tanne im Garten zu beleuchten. Jedoch allein mit Lichterketten ist das wohl nicht zu schaffen. Aber wer weiß…..vielleicht fällt mir ja irgendwann noch was ein.
Woher kommt diese große Begeisterung dafür?
Ich glaube jeder kennt den Film mit Chevy Chase "Eine schöne Bescherung", in dem Clark Griswold sein komplettes Haus mit Lichtern schmückt.
Dieser Film und noch einige andere Weihnachtsfilme sind glaube ich schon mitverantwortlich dafür, dass ich damit in diesem Umfang angefangen habe. Was mir persönlich am Besten gefällt ist mittlerweile die Reaktion der Leute die am Abend ihren Spaziergang durchs Dorf machen und speziell zur Weihnachtszeit den Weg durch unsere Straße nehmen. Gerade wenn Kinder dabei sind, welche dann zum Leid ihrer Eltern nicht mehr weiter laufen wollen und mit großen Augen dastehen und sogar Worte wie „Märchenwald“ benutzen. Aber auch ältere Leute äußerten sich dahingehend dass es „ein Traum“ sei das zu sehen. Solche Komplimente und Reaktionen tun natürlich schon gut und motivieren einen fürs nächste Jahr. Es ist schön, wenn man Menschen in der heutigen Zeit, welche überwiegend von Stress und Hektik beherrscht wird, zum Stehenbleiben und „Träumen“ bewegen kann. Und sei es nur durch eine Weihnachtsbeleuchtung. Natürlich gibt es auch Leute, die sich nicht dafür interessieren oder begeistern können und nur die viele unnütze Arbeit und die hohen Kosten sehen. Aber zum Glück sind das nur einige wenige.
Welcher Moment ist für dich der schönste?
Der schönste Moment für mich ist jedes Mal wenn ich fertig bin mit der Installation und ich sie das erste Mal einschalte. Wenn es dann noch schneit dazu dann ist der Moment perfekt.
Was sagt die Familie dazu?
Meine Familie freut sich jedes Jahr aufs Neue wenn die Beleuchtung angebracht wird. Ich glaube eine Weihnachtsbeleuchtung wäre aus unserem Garten nicht mehr wegzudenken.
Und was sagen die Nachbarn?
Meine Nachbarn, speziell die Nachbarn auf der gegenüberliegenden Seite der Straße, fragen mich im Oktober, wenn ich die Bäume schneide und wieder etwas in Form bringe, ob ich schon die Weihnachtsbeleuchtung anbringe und dass sie sich schon darauf freuen weil sie von ihren Fenstern aus den besten Blick darauf haben.
Wie viele Leute kommen zum Schauen?
Die Schaulustigen halten sich in Grenzen. Bisher war unsere Beleuchtung ja nur im Dorf bzw. teilweise im Nachbardorf bekannt. Es kam jedoch schon vor, dass ich nicht anhand meines Namens zugeordnet wurde sondern aufgrund der Weihnachtsbeleuchtung. Es sind wie gesagt die Spaziergänger aus dem eigenen Dorf, die den Weg durch unsere Straße nehmen. Gelegentlich sind auch ein paar Dauercamper von hiesigen Campingplatz unter den Spaziergängern. Und immer wieder werden vorbeifahrende Autos ganz langsam wenn sie die Beleuchtung bemerken und geben erst wieder Gas wenn sie an unserem Grundstück vorüber sind.
Wann kann die Beleuchtung des Weihnachtshauses bewundert werden?
Die Beleuchtung ist jedes Jahr ab dem 1. Advent bis einschließlich 6. Januar (Heilig Drei König) täglich abends in der Zeit von 17 – 23 Uhr und morgens in der Zeit von 5 – 8 Uhr an.