1. Oktober 2019, 11:02

Am Kreisverkehr läuft alles rund

Kinder – Marie, Sophia, Tobis, Teresa, Carina, Luise, Emma, Marlene, Greta, Maximilian, Antonia, Nele, Moritz
Erwachsene von links nach rechts: Sina Scheiblhofer (Familienbeauftragte des Landkreises), Angelika Hager-Meyer (Leitung St. Martin-Kindergarten), Jessica Milde (Leitung Kinderkrippe Storchennest), Stephan Roßmanith (Polizeipräsidium Donauwörth), Jörg Hirmer (Konrektor Gebrüder-Röls-Grundschule) Bild: Denise Müller
Das Projekt "Autofrei zu Kita und Schule" an dem sich die Gebrüder-Röls-Schule Riedlingen, die Offene Ganztagesschule der Grundschule, der Kindergarten St. Martin und die Kinderkrippe Storchennest beteiligen soll den Verkehr um die Einrichtungen verringern und dazu anregen, das Auto öfter stehen zu lassen.

Am Kreisverkehr in Riedlingen zwischen Krippe, Kindergarten und Schule kann einem zwischen 7.20 Uhr und 8.30 Uhr schon mal schwindelig werden. Zu dieser frühmorgendlichen Stunde spuckt er zum Teil sekündlich Autos in alle Himmelsrichtungen aus. Dass da gefährliche Situationen entstehen können, liegt auf der Hand. Das Projekt „Autofrei zu Kita und Schule“, an dem sich die Gebrüder-Röls-Schule Riedlingen, die Offene Ganztagesschule der Grundschule, der Kindergarten St. Martin und die Kinderkrippe Storchennest beteiligen, soll helfen, den Verkehr vor den Einrichtungen zu mindern.

Vor kurzem machte eine Mutter in Franken Schlagzeilen, die ihr Kind unerlaubterweise durch den gesamten Pausenhof bis vor die Schultür mit dem Auto kutschierte. „So weit sind wir hier in Riedlingen Gott sei Dank noch nicht“, stellt Jörg Hirmer, Konrektor der Gebrüder-Röls-Grundschule in Riedlingen fest. Jedoch legen viele Eltern zum Teil kürzeste Strecken mit dem Auto zurück, nur um das Kind vermeintlich sicher zur Schule zu bringen. Dieser gut gemeinte Service birgt aber erst recht Gefahren – für das eigene Kind, das direkt gegenüber der Schultür aussteigt und über die Straße rennt. Und für alle anderen, wegen des dadurch verursachten großen Verkehrsaufkommens.
Dabei wirkt sich das Laufen, Radeln oder Rollern auf dem Weg zu Schule, Kindergarten und auch Krippe durchweg positiv aus. Kinder profitieren, weil sie den sicheren Umgang im Straßenverkehr schon frühzeitig lernen. Sie können sich nach einem Marsch an der frischen Luft besser im Unterricht konzentrieren oder sind ausgeglichener in der Betreuungseinrichtung. Sie plaudern mit ihren Freunden schon auf dem Weg zur Schule und nicht erst im Unterricht oder genießen die Zeit mit ihren Eltern.
„Für Hanna ist der gemeinsame Weg zum Kindergarten besonders wichtig. Da erzählt sie mir immer, was ihr auf dem Herzen liegt. Wir beobachten Schnecken auf dem Weg oder erzählen uns Witze. Das ist schon Ritual bei uns“, erzählt Richard, Vater einer fünfjährigen Tochter.

Auch Krippenkinder genießen die Fahrt im Kindersitz auf dem Fahrrad oder sind ganz stolz, wenn sie den Weg in die Krippe mit ihrem eigenen (Rutsche-)Auto zurückgelegt haben. Und letztendlich kann ein jeder so ganz einfach im Sinne der Friday for Future-Bewegung einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. In der Projekt-Woche „Autofrei zu Kita und Schule“ vom 23. bis 27. September thematisierten die Erzieher/innen und Lehrer/innen auch das gelungene Verhalten im Straßenverkehr altersgerecht. „Wie überrascht war ich“, so die Mutter der noch nicht einmal zweijährigen Sarah“, als meine Kleine plötzlich an jeder Bordsteinkante Halt machte und ganz von alleine gründlich nach links-recht-links blickte! Super!“

„Autofrei zu Kita und Schule“ möchte nicht mit erhobenem Zeigefinger dazu ermahnen, das Auto nicht mehr zu nutzen und unter allen Umständen die Füße in die Hand zu nehmen und zu laufen. Aber vielleicht bringt Sie ja das ein oder andere Kind oder Elternteil auf den Geschmack, den Motor öfter einmal aus zu lassen und regt zum Nachdenken an, ob man wirklich jeden Weg mit dem Auto zurücklegen muss oder man doch mal den Fußweg wählt –für die Sicherheit der Kinder, für mehr Bewegung im Alltag und für weniger schlechte Luft. (pm)