17. März 2019, 12:29

Auf vier Spuren nach Kaisheim?

Rund 20.000 Fahrzeuge fahren täglich am Berger Kreuz in Donauwörth auf und ab. Bild: Matthias Stark
Das Staatliche Bauamt Augsburg arbeitet im Moment daran, den Ausbau der B2 von Donauwörth nach Kaisheim zu planen. Die Planungen könnten bedeuten, dass die Strecke auf diesem Abschnitt bald vier Fahrstreifen hat.

Im Staatlichen Bauamt Augsburg wird in der Abteilung 3 des Straßenbaus im Moment intensiv an der Planung des Ausbauprogramms "B2, Ausbau nördlich von Donauwörth" gearbeitet. "Wir befinden uns im Moment in der Planungsphase der Voruntersuchung", so Stefan Greineder, Abteilungsleiter Straßenbau. "Derzeit werden insbesondere die Knotenpunkte genauer betrachtet. Sobald die hierfür verkehrstechnisch notwendigen Abmessungen ermittelt sind, werden wir uns intensiv mit der Strecke zwischen den Knotenpunkten beschäftigen", erklärt Greineder weiter. Im Staatlichen Bauamt rechnet man für das Jahr 2030 mit ca. 21.000 Fahrzeugen am Tag auf diesem Abschnitt. Der Schwerlastverkehr wird wohl bei 12,3 Prozent liegen.

Inwieweit dieser Verkehr auf drei Spuren mit Ein- und Ausfädelspuren an den Anschlussstellen mit einer ausreichenden Verkehrsqualität  abgewickelt werden kann oder ob auf dem rund zwei Kilometer angen Abschnitt zwischen den Anschlussstellen ineinander übergehende Verflechtungsspuren notwendig sind, wird jetzt geprüft.

"Aufgrund der genannten prognostizierten Verkehrsbelastung ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, dass ineinander übergehende Verflechtungsstreifen zwischen Donauwörth, Berger-Kreuz, und Kaisheim Süd erforderlich sind", so Greineder. Da ab der Anschlussstelle Kaisheim Süd rund 5.000 Fahrzeuge abfahren, ist ein weiterer 4-spuriger Ausbau Richtung Monheim unwahrscheinlich.

Eine "unechte" vierspurige Straße

Ineinander übergehende Verflechtungsstreifen werden erfahrungsgemäß vom Kraftfahrer als zweibahnige bzw. vierspurige Straße wahrgenommen. Deshalb wird in solchen Fällen meist von einem vierspurigen Ausbau gesprochen. Dies hat allerdings nichts mit einem Kapazitätssteigernden vierspurigen Ausbau im Sinne des Bundesverkehrswegeplans zu tun. Man spricht von einer "unechten" vierspurigen Straße. 

Ein vierspuriger Ausbau darf nur passieren, wenn dieser im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen ist. Die einzige Möglichkeit auf Landesebene sind die ineinander übergehenden Verflechtungsstreifen. Solche Baumaßnahmen müssen vom Bund genehmigt werden müssen. 

Wildwechsel könnte zum Problem werden

Eine Straße mit vier Fahrspuren muss zwingend mit einer Mittelleitplanke getrennt werden. Bei den verkehrstechnisch notwendigen Abmessungen könnte es auf Höhe der Schöttlehöfe eng werden. "Wir benötigen hier zwingend einen Lärmschutz", so Greineder. Das ist aber nicht die einzige Besonderheit auf diesem Streckenabschnitt. "Zwischen Donauwörth und Kaisheim läuft ein überregional bedeutender Wildkorridor, der die B2 quert", so Greineder weiter. Zur genauen Lokalisierung der Querungstellen laufen derzeit die hierfür notwendigen Erhebungen durch ein Fachbüro.

Sollte sich der Korridor tatsächlich im Planungsbereich zwischen Donauwörth und Kaisheim befinden, wird wohl eine höhenfreie Querungsmöglichkeit für das Wild zu schaffen sein. Dies könnte in Form einer Brücke geschehen.

Das staatliche Bauamt rechnet damit, bis Ende 2019 die Voruntersuchungen abzuschließen und ein Jahr später die Unterlagen fertig zu haben. "Eine zeitliche Aussage bis wann tatsächlich mit einem Baubeginn gerechnet werden kann, ist aus heutiger Sicht nicht belastbar möglich, da es durchaus erhebliche Unsicherheitsfaktoren in den noch erforderlichen Planungs- und Genehmigungsschritten gibt", so Stefan Greineder, der auf den aktuellen Stillstand der Bauarbeiten an der B25 zwischen Nördlingen und Möttingen verweist, wo ein Gerichtsverfahren den Bau der 2+1-Lösung seit nunmehr rund 18 Monaten verhindert.