20. Februar 2020, 18:02

Zukunftsqualifikationen, made in Nördlingen

Die Digitale Transformation bekommt an Technikerschulen in ganz Bayern ein eigenes Schulfach – ein Nördlinger Erfolgsmodell, das in der Fritz-Hopf-Technikerschule begann. Bild: Maximilian Bosch
Im Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Nördlingen gab es am Samstag vor einer Woche gleich mehrfach Grund zum Feiern: Neben dem Tag der Technik der Fritz-Hopf-Technikerschule, bei dem Schüler ihre Projektarbeiten aus Elektrotechnik, Mechatronik und Fahrzeugtechnik präsentierten, konnte auch die bayernweite Einführung des Unterrichtsfachs „Digitale Transformation“ gefeiert werden.

Das neue Schulfach durchlief zuvor einen erfolgreichen einjährigen Schulversuch an der Fritz-Hopf-Technikerschule. Zusätzlich öffnete die Wirtschaftsschule ihre Räume und bot Interessierten ein vielfältiges Programm.

Beim Festakt zur „Digitalen Transformation“ freute sich BSZ-Schulleiter Raimond Eberle sehr über den Erfolg des Schulversuchs. Was beinhaltet das neue Fach? Es verbindet die Themen Softwaretechnik, Netzwerktechnik, Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und -schutz, Datenbank- und ERP-Systeme sowie die Repräsentation von Daten. Durch Expertise in diesen Feldern können Techniker dabei helfen, die Wertschöpfungsprozesse in Handwerk und Industrie in Bayern zu erhöhen.

Auch Landrat Stefan Rößle, der den Landkreis als Träger der Schule repräsentierte, zeigte sich begeistert. Laut einer Umfrage sehen Unternehmer den Fachkräftemangel als größtes Hindernis für die Digitale Transformation, daher unternehme der Landkreis große Anstrengungen, um dem entgegenzuwirken. „Die Digitalisierung soll uns nicht Angst machen, uns auch nicht beherrschen“, so der Landrat, sondern sie solle ein Hilfsmittel für ein einfacheres Leben sein.

Dass ein Nördlinger Modell jetzt in ganz Bayern Schule mache, erfülle ihn mit Stolz, meinte Oberbürgermeister Hermann Faul. Wieder einmal zeige sich, dass die Fritz-Hopf-Technikerschule ein „heller Leuchtturm der technischen Ausbildung“ weit über die Grenzen der Region hinaus sei.

Werner Lucha vom Kultusministerium, der das Projekt moderierte, dankte allen Beteiligten, die an der Schule zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Technikerschulen hätten den Vorteil, dass sie in den Lehrplänen mehr Gestaltungsspielraum haben als andere Schularten. So könnten leichter regional nachgefragte Qualifikationen angeboten werden. Raimond Eberle lud im Anschluss alle Anwesenden ein, die vielfältigen Projekte der Technikerschüler zu entdecken. Der zur Schau gestellte Ideenreichtum ließ keinen Zweifel, dass an der Technikerschule hervorragende Fachkräfte ausgebildet werden.