21. März 2019, 10:29

Kritik an Bankenfusion

Die Raiffeisen-Volksbank Donauwörth baut ihr Geschäftsgebiet aus. Bild: VR-Banken
An der geplanten Bankenfusion der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth und der Raiffeisenbank Wittislingen kommt Kritik auf. Der Verein igenos e.V. kritisiert den Zusammenschluss.

Der eingetragene Verein aus Bullay an der Mosel sieht sich als Interessengemeinschaft der Genossenschaftsmitglieder und steht der Bankenfusion kritisch gegenüber. „Wir geben Informationen zu Alternativen der geplanten Fusion, die vom Aufsichtsrat und Vorstand den Mitgliedern gegenüber vorenthalten wird,“ heißt es in einer Mitteilung. Dabei stellt der Verein auch eine Zahl in den Raum: „Im Rahmen der geplanten Fusion wird das bisher angesammelte Genossenschaftsvermögen in Höhe von 9,456 Millionen Euro an die Raiffeisen-Volksbank Donauwörth verschenkt. Als kostenlose Zugabe erhält die Donauwörther Bank noch das Bankgeschäft, mit dem nach Steuern 351.000 Euro erwirtschaftet worden sind.“  Laut dem Verein gebe es außerdem keine Bestandsgarantie für die Filialen. „Eine Fusion auf Augenhöhe sieht anders aus“, bilanziert der Verein in seiner Mitteilung. Der Verein hat die geplante Fusion in einem 120-Seiten umfassenden E-Book bewertet und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis: „Ihre Raiffeisenbank Wittislingen eG hat zwei Weltkriege überstanden und ist selbständig geblieben. Selbständig mit Vorständen, Aufsichtsräten und Mitarbeitern die keine Angst vor der Zukunft, vor zukünftigen Zinsentwicklungen, Vorschriften und Genossenschaftsprüfern hatten, sondern die es einfach angepackt haben. Lassen Sie nicht zu, dass all deren Bemühungen umsonst waren.“

Unverständnis bei den Vorständen

Bei der Raiffeisenbank in Wittislingen reagiert man mit Unverständnis auf diese in ihren Augen haltlosen Behauptungen. „Wir verschenken nicht unser Eigenkapital, sondern fusionieren unsere Bestände mit denen der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth“, so Vorstand Klaus Pelz, im Gespräch mit Donau-Ries-Aktuell. „Als kleine Bank stehen wir vor drei großen Herausforderungen. Die Ertragslage, die zunehmende Regulatorik und dem Personalmangel. Nach intensiver Bewertung sind wir zu dem Entschluss gekommen, unsere Bank nicht mehr sicher in die Zukunft führen zu können und haben uns eine starke Bank als Partner gesucht,“ so Pelz weiter. Diesen habe man in der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth gefunden und man sei sich sicher, dass die 3.500 Mitglieder in der neuen Bank sehr gut aufgenommen werden, so Pelz.

Bestandsgarantien für bestehende Filialen

Im Rahmen der Fusionsverhandlungen wurden auch Bestandsgarantien für die drei Filialen gegeben. „In dem Verschmelzungsvertrag mit der Raiffeisenbank Wittislingen ist klar geregelt, dass wir für die beiden SB-Geschäftsstellen eine Bestandgarantie von drei Jahren geben, bei der Hauptstelle von fünf Jahren,“ so Michael Kruck, Vorstandssprecher der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth gegenüber unserer Redaktion. „Dieser Verein wurde einzig dazu gegründet, um Missstimmungen zu erzeugen und Fusionen zu torpedieren“ ,kritisiert der Vorstand das Verhalten des Vereins. „Wie kann dieser Verein sich anmaßen, aus Koblenz die Situation in und um Donauwörth zu bewerten? Durch die Fusion profitieren beide Banken. Wenn man sich das ganze genau anschaut, sogar die Wittislinger mehr“, betont Kruck und führt das an einem einfachen Zahlenbeispiel aus: „Gemessen an unserem Bilanzwert haben wir weniger Mitglieder, als die Raiffeisenbank Wittislingen. Nehmen wir die Mitglieder in unsere Genossenschaft auf, erhalten Sie sogar mehr Kapital, als sie bisher hatten.“

Fusion kommt gut an

Laut Vorstand Franz Miller von der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth, komme die Fusion der beiden Banken sehr gut an. „Wir haben durch unsere Filialen im Landkreis Dillingen, und besonders in der VG Wittislingen, einige gemeinsame Kontakte. Dort wird die Fusion mit uns als der richtige Weg aufgenommen.“ Ebenso ziehen, so Klaus Pelz, auch die Mitarbeiter in Wittislingen mit. „Unsere zehn Mitarbeiter freuen sich auf die Fusion mit der Raiffeisenbank Donauwörth, weil sich für alle neue Chancen und Optionen ergeben werden, den eigenen Horizont zu erweitern“, so der Vorstand. Fusion sei die einzige Chance, das Erbe der Gründer der Genossenschaft zu erhalten und weiterzutragen, so Pelz abschließend.

Am 13. Mai soll die Vertreterversammlung in Wittislingen, am 14. Mai die Vertreterversammlung in Donauwörth über die Fusion entscheiden. Nötig sind jeweils 75% Zustimmung. Die Aufsichtsgremien beider Banken haben bereits zugestimmt. Durch die Fusion steigt das Bilanzvolumen der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth auf ca. 1,8 Milliarden Euro. Für die neue Bank werden dann 360 Mitarbeiter arbeiten. Die Bank gehört nach der Fusion 30.000 Mitgliedern und hat dann über 90.000 Kunden.