Agentur für Arbeit

Arbeitsmarkt im Donau-Ries: Gute Zahlen, aber ein Problem bleibt

Bild: Agentur für Arbeit Donauwörth
Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt führt immer wieder zu Diskussionen. Der Landkreis Donau-Ries steht verhältnismäßig gut da, kämpft aber auch mit dem Problem des Fachkräftemangels.

Vom bundesdeutschen Arbeitsmarkt waren in den vergangenen Monaten hauptsächlich Hiobsbotschaften zu vermelden. Immer wieder trifft es auch prominente Unternehmensnamen, die von Insolvenz oder Stellenabbau betroffen sind. Das macht sich auf dem Arbeitsmarkt mit steigenden Zahlen bemerkbar.

Davon kann sich auch der Landkreis Donau-Ries nicht freimachen. Im Zeitraum von April 2025 bis April 2026 folgten die regionalen Zahlen der Statistik im Bund und stiegen um 0,1 Prozent an. Während die deutschlandweite Arbeitslosenquote jedoch von 6,3 auf 6,4 Prozent kletterte, bewegt sich das Donau-Ries mit 2,5 Prozent im April 2026 (+0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) auf deutlich niedrigerem Niveau.

Beschäftigungszahlen im Donau-Ries steigen

„Dabei ist zu betonen, dass der Arbeitsmarkt im Landkreis Donau-Ries wirklich sehr stabil ist und gut dasteht. Im bundesweiten Vergleich der Landkreise liegen wir mit einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent auf Rang zwei nach den Landkreisen Unterallgäu, Roth und Bad Tölz/Wolfratshausen mit jeweils 2,4 Prozent“, erklärt Silke Königsberger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth, im Gespräch mit unserer Redaktion. Verantwortlich für die wirtschaftliche Stärke des Landkreises sei ein guter Branchenmix sowie ein Mix aus klein- und mittelgroßen Betrieben sowie großen Unternehmen.

Silke Königsberger leitet seit Februar 2025 die Agentur für Arbeit Donauwörth. Bild: Christine Jung

Was Königsberger dabei besonders betonte: „Während in vielen anderen Landkreisen die Beschäftigtenzahlen zurückgingen, verzeichnen wir Ende September 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, eine Zunahme um 462 oder 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, nach +228 oder +0,3 Prozent im Vorquartal. Insgesamt belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 66.560 Personen.“

Fachkräftemangel? Anteil arbeitsloser Fachkräfte steigt

Was mit Blick auf die Arbeitslosenzahlen der Agentur für Arbeit im Donau-Ries auffällt: In den zwölf Monaten von Mai 2025 bis April 2026 ging der prozentuale Anteil der Helfer von 54,4 Prozent auf 49,4 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg der Anteil der Fachkräfte auf 37,1 Prozent (+ 4,5 Prozent zum Mai 2025) und der Spezialisten auf 8,2 Prozent (+ 1,3 Prozent).

Dies ist jedoch kein Indiz für einen Rückgang des Fachkräftemangels im Landkreis. Laut Silke Königsberger sind 85 Prozent der gemeldeten Stellen für Fachkräfte oder höhere Qualifikationen ausgeschrieben. Dieses Niveau können allerdings nur 50,6 Prozent der Arbeitslosen nachweisen. Vielmehr verweist sie auf andere Faktoren. So fällt im Bereich SGB II, zuständig für Bürgergeld und Grundsicherung, ein deutlicher Rückgang ausländischer Personen (- 21,5 Prozent) auf. „Diesen fehlt oft die Berufsanerkennung und sie zählen somit als Helfer“, erklärt Königsberger und fügt daher als möglichen Grund für das Absinken der Helferzahlen hinzu, dass „nicht mehr so viele Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit herziehen oder die Zuzüge aus den Asylherkunftsländern zurückgehen“.

Qualifikation verringert das Risiko der Arbeitslosigkeit

Unabhängig von den Zahlen ist jedoch jede Art von Qualifikation von Vorteil. „Je höher die Qualifikation, desto weniger ist man von Arbeitslosigkeit bedroht und die Dauer der Arbeitslosigkeit ist kürzer“, wirbt Silke Königsberger für Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die auch von der Agentur für Arbeit angeboten werden. Zum einen seien die Verdienstmöglichkeiten besser, zum anderen habe sich der Bedarf der Betriebe geändert. „Die Tätigkeiten selbst sind komplexer geworden, einfache Anlernjobs gibt es deutlich weniger als vor 20 Jahren.“

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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