Im festlichen Rahmen des Rittersaals im Schloss Höchstädt fand die traditionelle Freisprechungsfeier der Bauinnung Nordschwaben und der Maler- und Lackiererinnung Nordschwaben statt. Für 40 junge Gesellinnen und Gesellen war es ein besonderer Abend. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung konnten sie ihren Gesellenbrief entgegennehmen und zugleich auf einen wichtigen Meilenstein ihres beruflichen Lebens zurückblicken. Ausgebildet wurden sie in den Berufen Maurer, Maler und Lackierer, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Bauzeichner sowie Beton- und Stahlbetonbauer.
Neben den Gesellenbriefen wurden auch weitere Ehrungen ausgesprochen. Besonders erfreulich waren die herausragenden praktischen Prüfungsleistungen der besten Maurer. Sie wurden mit Geldpreisen aus dem Hermann Luther Förderpreis gewürdigt.
Obermeister Wolfram Uhl begrüßte die jungen Fachkräfte und die zahlreichen Ehrengäste und stellte die Bedeutung des Abends heraus. „Heute ist euer Abend, ihr habt es geschafft“, sagte Uhl und gratulierte den Absolventinnen und Absolventen zu ihren Leistungen. Zugleich blickte er auf die Veränderungen, die die Arbeitswelt und auch das Handwerk in den kommenden Jahren prägen werden.
Künstliche Intelligenz könne in vielen Bereichen der Berufe Unterstützung leisten und Arbeitsabläufe erleichtern. Entscheidend bleibe jedoch die Qualifikation und das Können des Menschen. Gerade darin liege eine große Chance für die jungen Gesellinnen und Gesellen. „Das ist eure Chance und eure Perspektive“, betonte der Obermeister. Nun beginne der spannende Teil des Berufslebens. Aus Plänen müsste Wirklichkeit und aus Ideen konkrete Bauwerke werden.
Fachkräfte werden in der Region gebraucht
Uhl richtete seinen Dank auch an alle, die den erfolgreichen Abschluss der jungen Menschen begleitet und ermöglicht haben. Dazu gehörten insbesondere die Ausbildungsunternehmen, die Eltern und Familien, Freunde sowie die Lehrkräfte an den Berufsschulen. Eine erfolgreiche Ausbildung sei immer eine gemeinsame Leistung, die von vielen Menschen getragen werde.
Auch Landrat Markus Müller unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung gut ausgebildeter Fachkräfte für den Landkreis und die gesamte Region. „Wir brauchen fähige Fachleute, die unsere Zukunft, unsere Heimat bauen“, sagte Müller. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften sei groß. Deshalb ermunterte er die jungen Gesellinnen und Gesellen, den Betrieben in der Region verbunden zu bleiben und ihre berufliche Zukunft möglichst hier aufzubauen.
Stephan Karg, Erster Bürgermeister der Stadt Höchstädt, griff den Gedanken des Aufbaus ebenfalls auf. Die jungen Fachkräfte hätten mit ihrer Ausbildung ein berufliches Fundament gelegt. Darauf gelte es nun weiter aufzubauen. Er ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, neugierig und lernbereit zu bleiben, sich weiterzuentwickeln und auch bei Herausforderungen nicht nachzulassen. Nur wer bereit sei, sich ständig neues Wissen anzueignen, könne auch künftig erfolgreich sein und dazu beitragen, dass die Heimat eine starke Region bleibe.
Höhepunkt des Abends war die Festansprache mit der traditionellen Freisprechung durch Kreishandwerksmeister Werner Luther. Er machte deutlich, dass sich die Ausbildung für alle Beteiligten gelohnt habe. An erster Stelle stünden dabei natürlich die jungen Gesellinnen und Gesellen. Gleichzeitig profitierten aber auch die Ausbildungsbetriebe, die nun über gut qualifizierte und bestens vorbereitete Fachkräfte verfügten.
Appell an die jungen Fachkräfte
„Gute Ausbildung ist kein Selbstläufer, sondern erfordert Interesse und Fleiß, aber auch seitens der Ausbildungsunternehmen Wissen und manchmal auch Geduld“, sagte Luther. Eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung sei deshalb immer auch Ausdruck gemeinsamer Anstrengung.
An die jungen Fachkräfte richtete Luther einen besonderen Appell. Was sie künftig in ihren Berufen schaffen würden, habe gerade im Bauhandwerk eine besondere Bedeutung. Die Arbeit, die heute geleistet werde, schaffe Werte, die oftmals über Generationen Bestand hätten. „Wenn Sie unterwegs sind, können Sie mit Stolz sagen, da habe ich mitgearbeitet, das habe ich gebaut“, gab Luther den jungen Gesellinnen und Gesellen mit auf den Weg. Was sie schaffen, bleibe bestehen.
Auch der Kreishandwerksmeister ging auf die Veränderungen durch die künstliche Intelligenz ein. Diese werde ihren Platz im Handwerk finden und künftig bei zahlreichen Aufgaben unterstützen können. Der wichtigste Rohstoff im Handwerk bleibe jedoch der Mensch. Fachwissen, handwerkliches Können, Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, Probleme vor Ort zu lösen, seien durch Technik nicht zu ersetzen.
Freisprechung als Auftrag für die Zukunft
Den Gesellenbrief bezeichnete Luther deshalb nicht als Auszeichnung, auf der man sich ausruhen könne, sondern vielmehr als Auftrag zum Weitermachen und Dranbleiben. Die berufliche Entwicklung beginne mit dem Abschluss der Ausbildung erst richtig. Weiterbildung, Erfahrung und die Bereitschaft, Neues zu lernen, seien wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen weiteren Weg.
Traditionell ließ Luther die Junggesellinnen und Junggesellen zur Freisprechung aufstehen. Für die Absolventinnen und Absolventen war dies ein besonderer Moment, in dem die Bedeutung ihres Abschlusses noch einmal unmittelbar spürbar wurde. Nach den Worten des Kreishandwerksmeisters erfolgte die Übergabe der Gesellenbriefe. Die Gesellenbriefe der Maler und Lackierer überreichte Obermeister Werner Rauch.
Neben den jungen Fachkräften standen an diesem Abend auch langjährige Leistungen im Handwerk im Mittelpunkt. Zwei Unternehmer wurden mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet. Mit dieser besonderen Ehrung wurden 30 Jahre erfolgreicher Selbstständigkeit im Handwerk und zugleich das Erreichen des 60. Lebensjahres gewürdigt. Damit wurde nicht nur ein beruflicher Weg, sondern auch jahrzehntelanges Engagement für das Handwerk und die Ausbildung junger Menschen sichtbar gemacht.
Zum Abschluss dankte Christoph Schweyer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft und Bauinnung Nordschwaben, allen Beteiligten, die zum Gelingen der Freisprechungsfeier beigetragen hatten. Sein besonderer Glückwunsch galt den Junggesellinnen und Junggesellen, die nun mit ihrem Gesellenbrief einen wichtigen Schritt in ihre berufliche Zukunft gehen. (dra)
Die Preisträger im Überblick
Bester Maurer
- Matthias Mayerle, Ausbildungsbetrieb Miehling Bau GmbH
Beste Praktische Prüfung der Maurer – Hermann Luther Förderpreis
- Matthias Mayerle - Ausbildungsbetrieb Miehling Bau GmbH
- Ervin Bajraktari – Ausbildungsbetrieb Weigl Bau GmbH
- Tim Strobel – Ausbildungsbetrieb Eigner Bauunternehmung GmbH
Bester Maler- und Lackierer
- Laura Reitsam – Maler Lanzer GmbH & Co. KG
Goldener Meisterbrief an
- Helmut Bader, Binswangen
- Armin Haselmeier, Ziertheim