In der neuen Aula des Schulzentrums in Rain fand die gemeinsame Freisprechungsfeier der Innungen für Elektro- und Informationstechnik aus Dillingen und Donau-Ries statt. Insgesamt 32 junge Fachkräfte – 22 aus dem Donau-Ries und 10 aus Dillingen – wurden im Beisein von Eltern, Freundinnen, Ausbildungsbetrieben sowie Vertreterinnen aus Schule, Politik, Handwerk und Wirtschaft offiziell in den Gesellenstand erhoben. Die traditionsreiche gemeinsame Feier bot einen würdigen Rahmen für diesen bedeutenden Schritt ins Berufsleben.
Ein Beruf mit Zukunft
Franz Rebele, Obermeister der Innung Donau-Ries, eröffnete den Abend und führte durch das Programm. In seiner Ansprache stellte er die zentrale Bedeutung des Berufs in den Fokus. Die vergangenen dreieinhalb Jahre hätten den Nachwuchskräften ein breites Spektrum an Technik, Produkten und Anwendungen vermittelt. „Ihre Kenntnisse sind ein wesentlicher Baustein der Energiewende und ihr Beruf ist sicher, denn unsere Zukunft ist elektrisch“, betonte Rebele. Auch Rains Bürgermeister Karl Rehm griff den Zukunftsaspekt auf. Er bezeichnete das Handwerk als Rückgrat der regionalen Wirtschaft: „Sie gestalten unsere Alltags- und Infrastruktur, wir brauchen Sie.“ Gleichzeitig sprach er den frischgebackenen Fachkräften seine Anerkennung aus und dankte ausdrücklich den Ausbildungsbetrieben, Eltern und allen Unterstützenden für ihren Beitrag zum Ausbildungserfolg.
Neugier bewahren und vernetzt bleiben
Ein Grußwort des verhinderten Oberstudiendirektors Raimond Eberle von der Berufsschule Nördlingen wurde von Jürgen Lang verlesen. Darin wurden die Absolventen ermutigt, ihre Neugier für technische Entwicklungen zu bewahren und sich aktiv in ihrem Beruf zu vernetzen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von einer Bläsergruppe der Stadtkapelle Rain, die mit ihren Beiträgen für einen festlichen und zugleich aufgelockerten Rahmen sorgte.
Verantwortung für die Region
In ihrer Festansprache hob die stellvertretende Landrätin Claudia Marb die Verantwortung hervor, die die jungen Fachkräfte nun übernehmen. Gleichzeitig unterstrich sie die Bedeutung ihres Verbleibs in der Region: „Es ist für unseren Landkreis von großer Wichtigkeit, dass Sie Ihre Zukunft in unseren Betrieben sehen.“ Der Landkreis habe gezielt in die Ausstattung der Schulen investiert, auch in der Hoffnung, qualifizierte Nachwuchskräfte langfristig vor Ort zu halten.
Anspruchsvolle Prüfung gemeistert
Einen Einblick in die Anforderungen der Gesellenprüfung gab Jürgen Lang. Besonders die projektbezogene Prüfung habe es in sich gehabt. Über drei Tage hinweg mussten die angehenden Elektroniker ihr Können unter Beweis stellen. Neben fünf schriftlichen Prüfungsteilen gehörte eine umfangreiche praktische Aufgabe dazu, bei der eine komplexe Schaltungsinstallation geplant, umgesetzt und dokumentiert werden musste. Auch Kalkulation, Planung sowie das Programmieren einzelner Komponenten waren gefragt. Abgerundet wurde die Prüfung durch ein 20-minütiges Fachgespräch mit der Prüfungskommission.
Erfolg bis auf Bundesebene
Besonders hervorgehoben wurde die Leistung von Sebastian Hayd. Der Nachwuchselektroniker hatte sich über den Kammer- und Landeswettbewerb bis auf Bundesebene vorgearbeitet und dort einen hervorragenden dritten Platz erreicht. In Berlin stellte er sich über mehrere Tage hinweg komplexen Aufgaben ohne Vorbereitung. „Das war eine coole Erfahrung“, resümierte er stolz. Hayd, der seine Ausbildung bei Elektro Widemann in Harburg absolvierte, plant nun den Besuch der Meisterschule.
Appell an Politik und Nachwuchs
Die offizielle Freisprechung nahm Kreishandwerksmeister Werner Luther vor. In seiner Ansprache würdigte er die Leistungen: „Sie haben gezeigt, dass Sie etwas können und Durchhaltevermögen haben. Das hat sich gelohnt.“ Zugleich richtete er einen Appell an die jungen Fachkräfte, dem Handwerk treu zu bleiben: „Ihr Beruf ist systemrelevant. Lassen Sie sich nicht allein von kurzfristigen Verlockungen leiten, im Handwerk haben Sie langfristig sichere Perspektiven.“ Auch an die Politik fand Luther deutliche Worte. Bei öffentlichen Aufträgen solle die heimische Wirtschaft stärker berücksichtigt werden: „Der günstigste Preis ist nicht immer der beste Maßstab.“ Zudem betonte er die Bedeutung wohnortnaher Berufsschulen, um lange Wege für Auszubildende zu vermeiden und die Attraktivität der dualen Ausbildung zu sichern. Für einen besonders emotionalen Moment sorgte Luther, als er alle Freizusprechenden bat aufzustehen, um die Bedeutung dieses Augenblicks bewusst wahrzunehmen.
Ehrungen und Ausblick
Im Anschluss an die Übergabe der Gesellenbriefe wurden die Prüfungsbesten ausgezeichnet. Zudem erhielten verdiente Persönlichkeiten des Handwerks den Goldenen Meisterbrief. Zum Abschluss richtete Rudolf Kratochvil, Obermeister der Innung Dillingen, persönliche Worte an die neuen Gesellen. Er gratulierte zum erfolgreichen Abschluss, wünschte einen guten Start ins Berufsleben und dankte allen Beteiligten für ihr Kommen.
Die Prüfungsbesten:
Elektroinnung Dillingen
Jan Übelhör - Elektro Schadl, Lauingen
Elektro-Innung Donau-Ries:
Innungsbester Sommerprüfung 2025
Sebastian Hayd - Elektro Widemann, Harburg-Ebermergen
Innungsbester Winterprüfung 2025/26
Daniel Keßler - Elektro Sigg, Nördlingen
Goldene Meisterbriefe:
Michael Kapfer, Blindheim
Holger Wiblishauser, Gundelfingen
Alexander Greß, Nördlingen
Thomas Reißner, Genderkingen
Manfred Soiderer, Oettingen
Georg Eberhard, Forheim
Ehrenmeisterbrief:
Herbert Kuchenbauer, Dillingen