3. Dezember 2019, 09:44

"Ohne den bpv gäbe es das neue G9 wahrscheinlich nicht"

Der Delegierte des bpv Thomas Abele (2.v.l.) neben dem bayerischen Staatsminister für Kultus und Unterricht, Prof. Dr. Michael Piazolo, und weiteren Delegierten. Bild: Thomas Brehm
Michael Demel und Thomas Abele aus Nördlingen bestimmen über die bayerische Bildungspolitik mit.

Wie sieht das Gymnasium der Zukunft aus? Wie soll die Abiturprüfung künftig gestaltet sein? Diese und weitere Fragen wurden bei der Hauptversammlung des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) am Wochenende in Nürnberg erörtert. Mit dabei waren auch Michael Demel und Thomas Abele vom Theodor-Heuss-Gymnasium Nördlingen. Als Mitglied des Hauptvorstandes und als Delegierter des bpv repräsentieren sie die Mitglieder des nördlichen Landkreises Donau-Ries und sind damit zwei von über 200 Lehrerinnen und Lehrern aus ganz Bayern, die stellvertretend für die über 24.000 Mitglieder beim jährlichen Delegiertentreffen wegweisende Beschlüsse fassen. Der bpv ist der einzige Berufsverband in Bayern, der speziell die Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen vertritt.

Neues Leistungsfach am G9

„Im letzten Jahr haben wir unser Konzept für die neue Oberstufe am G9 verabschiedet, mit dem der bpv in die Verhandlungen mit dem Ministerium eingetreten ist“, erläutert Michael Demel. Der Wunsch nach mehr Vertiefung in Gestalt von Leistungsfächern war damals eine zentrale Forderung. Auf der diesjährigen Versammlung bestätigte Kultusminister Prof. Piazolo, dass künftig wieder jeder Schüler ein Leistungsfach wählen kann. Thomas Abele betont, dass diese Entwicklung ohne die Initiative des Verbandes nicht möglich gewesen wäre: „Der Wunsch nach der Einführung eines neuen G9 kam damals von uns Delegierten, also der Basis. Hätten wir nicht bei der Hauptversammlung 2013 darauf beharrt, wäre es von der Politik vielleicht nie umgesetzt worden. Man sieht also, dass sich Engagement im Berufsverband ganz konkret lohnt.“

Tablets für Lehrer

Neben dem Thema Abitur berieten und beschlossen Michael Demel, Thomas Abele und die übrigen Delegierten in Nürnberg auch Anträge aus der Bildungs- und Berufspolitik. Es ging zum Beispiel um eine bessere Unterstützung der Personalräte vor Ort oder die Einstellungsmöglichkeiten für Referendare. Auch die Frage, ob jede bayerische Lehrkraft ein Tablet gestellt bekommen muss, stand zur Diskussion. Die Antwort der Delegierten: „Ja! Wenn wir mit digitalen Medien unterrichten sollen, brauchen wir Arbeitsgeräte, die perfekt funktionieren und auf die Schule vor Ort abgestimmt sind.“

Kultusminister Piazolo zu Gast

In seiner Rede beim Festakt dankte Kultusminister Prof. Michael Piazolo den Lehrkräften für ihre tägliche wichtige Arbeit und wies auf die hohe Qualität des bayerischen Abiturs hin. Auch die politische Bildung ist dem Minister ein großes Anliegen und er betonte, auch im Hinblick auf Lehrermeldeportale in anderen Bundesländern: „Lehrkräfte sollen zwar politisch neutral sein, sie sollen aber nicht wertneutral sein.“

Michael Schwägerl bleibt Vorsitzender

Außerdem wurden bei der Hauptversammlung des bpv Neuwahlen des Vorstands durchgeführt. Dabei wurde Michael Schwägerl aus Höchstadt (Mittelfranken) für weitere drei Jahre im Amt des Vorsitzenden bestätigt. (pm)